Montag, 25. Juli 2016

Die L'Heckerei aus Olching bei München


Hallo ihr Lieben,

ich will euch von einem ganz besonderen Supperclub berichten:

Die L'Heckerei aus Olching (bei München) - ein Dinner im Gewächshaus!


Ich war selber schon da und habe hier davon berichtet.
Katrin Hecker durfte ich bereits 2011 kennenlernen - damals waren wir noch für die VGD in München aktiv. Gefühlt eine Ewigkeit her...

Es ist mir also eine große Freude Katis wunderbaren Supperclub im Gewächhaus hier in Form eines Interviews vorzustellen.


  • Magst du meinen Leser*innen erklären, was genau die "L'HECKEREI" ist und wie sie entstanden ist?
Liebe Claudi, erst mal vielen Dank für das Interview und dass du dir die Zeit nimmst!
Die L’HECKEREI ist ein Supperclub im Gewächhaus in Olching bei München.
Seit jetzt schon drei Jahren organisiere ich dort in unregelmäßigen Abständen Dinnerabende, und koche ein veganes 4-Gänge-Menü für meine Gäste.
Nachdem ich vor ein paar Jahren, als Supperclubs auch nach Deutschland rüberschwappten, in Berlin ein Dinner von Sophia Hoffmann besucht habe war ich total angefixt von der Idee sowas auch mal zu machen. Ich hab schon immer gerne gekocht (eigentlich mehr gebacken) und die Idee so ein Dinner direkt im Gewächshaus in der Gärtnerei meiner Eltern zu machen, einer Location die’s so noch nicht gibt, war dann recht schnell da.
Ein bisschen hats dann zwar noch gedauert bis ich mich getraut hab aber im Juli 2014 startete der erste Probedurchlauf mit Familie, Bekannten und Freunden. Und der kam so gut an dass es dann einfach weiter ging.

  • Wie kam es zu diesem Namen?
Durch unseren Nachnamen Hecker setzte sich irgendwann der Begriff Heckerei für die Bioland Gärtnerei meiner Eltern durch. Als ich dann die Idee für den Supperclub im Gewächshaus hatte und auf der Suche nach einem passenden Namen war, entschied ich mich schlussendlich für die allererste Idee, das Wortspiel L’HECKEREI.

  • Woher stammen die Zutaten die du verkochst?
Da man direkt im Gewächshaus sitzt, quasi umgeben von den dort grade wachsenden Pflanzen liegt es natürlich Nahe das Gemüse direkt aus der Gärtnerei zu verwenden. So richtet sich das Menü immer nach den Gemüsesorten die gerade Saison haben. Im Frühjahr sind das zum Beispiel Radieserl und Kohlrabi, im Sommer gibt es dann natürlich die größte Auswahl mit verschiedenen Tomatensorten, Paprika, Auberginen, Bohnen, etc. während im Herbst dann die Auswahl wieder kleiner wird und damit auch die Herausforderung ein Menü zu kochen das allen schmeckt.
Inzwischen finden die Dinner nicht mehr im Winter statt da der Aufwand zu groß war das Gewächshaus so herzurichten dass niemand frieren muss, da war es für mich natürlich am interessantesten mit Winter- und Lagergemüse wie Sellerie, schwarzer Radi, Steckrüben, Roten Rüben ein ansprechendes Menü zu kreieren.
Die anderen Zutaten sind natürlich auch alle bio und vegan ist sowieso alles.

  • Wie groß ist dein Team?
Ich bin die Organisatorin und Köchin der L’HECKEREI.
Jana (www.janapahlke.com) ist für die schönen Illustrationen und das Grafikdesign allgemein verantwortlich.
Isi ist auch von Anfang an im Service dabei gewesen.
Ansonsten habe ich in der Küche immer noch jemanden der mir hilft wenns ans vorbereiten geht.
An dem Abend selber sind wir dann zwischen 4 und 5 Leuten in Service und Küche.

  • Wie viele Gäste haben Platz?
An einem Abend bewirten wir bis zu 26 Gäste an einer langen Tafel.

  • Was war dein bisher schönstes Event?
Hm, ich glaube ich kann tatsächlich kein spezielles Event ausmachen das am schönsten war. Was mich an den Dinnern am glücklichsten macht ist dass wir so nette Gäste haben. Wirklich jedes Mal aufs neue kann ichs gar nicht fassen wie toll unsere Gäste sind. Wenn die dann am Ende des Abends glücklich und satt nach Hause gehen und vielleicht sogar nochmal wieder kommen, dann weiß ich wofür der ganze Aufwand war :-)

  • Wenn ich keine L’HECKEREI Veranstaltung mehr verpassen will - wie/ wo kann ich mich informieren?
Die aktuellen Termine stehen auf der Website (www.lheckerei.de/termine) und auf Facebook (www.facebook.com/lheckerei).
Auf der Website (www.lheckerei.de) kannst du dich auch für den Newsletter anmelden.

  • Fünf Stichpunkte dazu, was deine Gäste erwartet?
-eine kreative Gemüseküche
-Zusammensitzen mit anderen netten Menschen
-ein Überraschungsmenü
-eine einzigartige Atmosphäre im Gewächshaus
-Genießen mitten in und mit der Natur

  • Wir haben uns bereits im Frühjahr 2011 kennengelernt. In unseren beiden Leben hat sich sooo viel getan seit dem. Was ist für dich die beste/ tollste Veränderung im veganen Bereich?
Das wichtigste ist für mich definitiv dass Veganismus inzwischen im Mainstream angekommen ist. Dadurch dass jetzt nicht mehr jeder sofort an das alte Körnerfresser-Image der Veganer denkt sind die Menschen auch mal bereit im Restaurant ein veganes Gericht zu bestellen oder in ein veganes Restaurant zu gehen selbst wenn sie Fleisch essen.
Ich freue mich immer wieder wenn ich in Restaurants in denen ich es nicht erwarten würde sehe dass vegane Gerichte gekennzeichnet sind, letztens zum Beispiel in einem indischen Restaurant in München. Das ist für mich der größte Fortschritt den ich mitbekommen habe seit ich mich 2008 angefangen habe vegan zu ernähren, als man im Supermarkt noch nicht mal Naturtofu kaufen konnte.

Copyright: Jana Pahlke

Danke liebe Kati für deine Antworten. <3


Für alle die nun neugierig geworden sind, hier noch einige Eckdaten:

Termine im August:
Am Freitag, den 19.08.2016 und Samstag, den 20.08.2016.

Termine im September:
Am Freitag, 09.09.2016 und Samstag, 10.09.2016.

Jeweils um 19.30 Uhr.

Das Menü bleibt wie immer eine Überraschung und wird je nach Verfügbarkeit kurzfristig entschieden, aber der August verspricht die größte Gemüseauswahl überhaupt und ich hoffe auf viele schöne füllfähige Ochsenherztomaten. Lasst euch überraschen!
Wie immer ist dabei aber alles vegan und bio und das Gemüse kommt soweit möglich aus der eigenen Bioland-Gärtnerei.

Das Menü kostet 39€ pro Person für 4-Gänge mit Amuse Gueule, Getränke werden vor Ort separat abgerechnet.

Wo?
In der Heckerei: Bioland Gärtnerei Hecker, Estingerstr. 14, 82140 Olching.

Vom S-Bahnhof Olching 15 Minuten zu laufen (einfach die Hauptstraße runter Richtung Ortsmitte, am 2. Kreisel rechts in die Estingerstraße) oder 5 Minuten mit dem Bus 843 Richtung Fürstenfeldbruck bis zum Roßhaupterplatz (von der Bushaltestelle 50m zurück bis zum Kreisverkehr und links in die Estingerstraße). Mit dem Auto die Autobahnausfahrt Olching nehmen, von der B471 die zweite Ausfahrt Olching nehmen, am Ortseingang direkt links abbiegen in die Estingerstraße - Parkplätze sind im Hof vorhanden.

Weitere Infos unter www.facebook.com/lheckerei oder auf der schönen neuen Website www.lheckerei.de
Verbindliche Anmeldungen (mit Vorkasse) bitte per mail an servus@lheckerei.de

Sonnengrüße und an Guadn,
Claudi

Freitag, 22. Juli 2016

Wenn der weiß-blaue Himmelt weint

Liebes Münchner Kindl,

gib allen Betroffenen und ihren Lieben viel Schutz und Kraft. 💛


Danke von Herzen,
deine Claudi


Quelle: wikipedia

Hallo ihr Lieben,

ich wollte heute einen neuen Blogeintrag schreiben. Aber meine Augen können grad nur Nachrichten sehen und mein Kopf kann ausschließlich an all die denken, welche heute psychisch oder physisch verletzt wurden. Danke an alle Polizisten und Polizistinnen Helferinnen und Helfern sowie deren Helferinnen und Helfern die im Einsatz sind. Viel Kraft an alle Betroffenen und ihre Lieben. 

Sonnengrüße hinter weinenden Wolken,
Claudi

Dienstag, 19. Juli 2016

Ich weiß, was ich letzten Monat gegessen hab ;-)

Hallo ihr Lieben,

ich hatte in letzter Zeit keine Lust auf Essens-Fotos hier, weil ich mich erst neu einlebenkochen wollte.
Alles neu macht der Juni... Oder so??? ;-)

Jetzt ist es aber soweit und ich teile gerne mein neues, ayurvedisch angehauchtes Kochverhalten mit euch. Wer mehr darüber wissen mag liest gerne auf meinem Yoga-Blog Details dazu. 


Neu in meinem Leben:
  • Morgens: Brei
  • Mittags: Warm und viel
  • Abends: Suppe

Tut irre gut und schmeckt gut - auch wenn es auf den Fotos sehr gleich und somit ganz anders als real wirkt. Ich lasse die Fotos chronologisch sortiert - sonst kommen hier jetzt 15 Frühstrücksbreis nacheinander :) :) :)

Rote Bete Suppe mit Kürbiskernen am Abend

Früshtücksbrei aus Hirse mit schwarzem Sesam und Apfel

Abendessen: Reis, Kichererbsen, Zucchini, Rote Bete

Wenn der kleine Hunger kommt - gibt es einen goldenen Haferdrink ;-)

"Ich weiß nicht mehr was für Flocken" mit (ich denke?) Pfirsich

Restessen von ein paar Fotos weiter oben

Das meine ich sind Haferflocken mit Pfirsich.
Einfach nur in Wasser kochen und mit beispielsweise Ingwer und Anis aufpeppeln.

Buchweizenflocken mit Melone (auch warm)

Humus, Quinoa und warmes Tomaten-Zucchini-Gemüse

Amaranth, Karotten, Erbsen

Ich meine das sind Dinkelflocken mit Nektarine

Kürbissuppe (der Kürbis war noch gelagert vom letzten Herbst)

Anis, Fenchel, Kümmel

Reis, Mais, Brechbohnen / Grüne Bohnen. Und ganz viel Curry.

Das bodhi kann zum Glück auch Suppe (Neuentdeckung!)

Hafer- oder Dinkelflocken mit Kurkuma und so

Ich liebe Erbsen! Hier sind sie, meine ich, mit Süßkartoffeln kombiniert.

Nochmal Kürbissuppe.

Ah. Kürbis gekocht mit Mais/Erbsen/Artischocken
(ich werd jetzt die Party rocken...) ;-)

Keine Ahnung was das war - aber das Foto mag ich so sehr.

Fenchel, Reis, Lupinen Tempeh.

Rote Bete, Mangold, Lupinen Tempeh

Frühstücksbrei mit Hirse und schwarzem Sesam und Apfel.

Obene: Dal (Linsensuppe) mit Karotte und Sellerie.
Rechts: Dinkel-Vollkornmehl mit Wasser
Unten: Mangold in Gemüsebrühe

Fertig.

Süßkartoffel mit Roter Bete und Lupinen Tempeh

Hirse mit Allerlei, Nektarine und dazu Kirschen.

Den Morgenbrei kombiniere ich dann immer noch mit Leinsamen oder Hanfsamen oder Chiasamen. Proteine und Omega und so... ihr wisst schon....

Heute Abend bitte Frontal21 um 21:00 Uhr auf dem ZDF nicht vergessen! Thema: Verharmloste Verhütung.


Danke dafür und Sonnengrüße von Herzen,
Claudi

Freitag, 15. Juli 2016

Spirit Bird

Hallo ihr Lieben,

mir ist gerade danach, einfach mal Musik mit euch zu teilen. Textlich besonders gut ab 07:45 Uhr - aber auch sonst. Xavier Rudd - Spirit Bird.



Hab ein friedliches Wochenende.

Sonnengrüße,
Claudi

Samstag, 9. Juli 2016

Provamel wurde von Danone aufgekauft - und ich boykottiere ab jetzt!

Guten Abend ihr Lieben,

ich habe gerade ein Yoga-Wochenende. Im Zuge meiner Ausbildung zur Yogalehrerin, verschwinde ich regelmäßig aus dem www - kein Notebook, iPhone nur kurz anmachen und gleich zurück in den Flugmodus. Tut irre gut!

Heute jedoch eine Ausnahme. Warum?

Ich habe erfahren, dass Provamel von Danone gekauft wurde!!!!!


Um ehrlich zu sein, wurde an mich "Nestlé" herangetragen. Das hat sich nach kurzem Suchen jedoch nicht bewahrheitet.

Es reicht wenn du in der Suchmaschine deines Vertrauens "Danone und Provamel" eingibst und schon wirst du von Meldungen erschlagen.

Wer hier schon länger mitliest weiß, dass ich entweder positiv über etwas schreibe - oder es einfach sein lassen. Das soll kein Stänker-Blog sein und wir haben genug Negativität in der Welt. Vor allem derzeit. Leider!!!

Aber ich hab grad das Gefühl zu platzen!!! Das kann doch wohl nicht wahr sein, oder???


Die wollen (wenn ich das richtig verstanden habe) nun in diverse große Ketten rein - was prinzipiell schön ist, da vegan immer mehr in den Alltag rückt.

Aaaaaaaaaaaaber: Mir kommt das grad so vor die Rügenwalder und Wiesenhof. Die dann dafür verantwortlich sind, dass kleine Biofirmen kurz vor der Pleite stehen. Auch das findet ihr im Web. Entschuldigt, ich hab grad keinerlei Lust irgendwas davon zu verlinken hier und werde definitiv keinen ((Lebens)Mittel-) Riesenkonzern unterstützen

Zum Glück war ich letzte Woche nimma einkaufen sondern mach das erst am Montag. Garantiert landet ab jetzt kein einziger Provamel-Drink mehr in meinem Einkaufswagen!!!! Ich wünsche mir, dass Biomärkte entsprechend reagieren. dm hoffentlich auch.

Und ihr? Was sagt ihr dazu? Bin ich die Einzige, die sich darüber so aufregt?


Meine spontane Reaktion vorhin, nach dem letzten Cashew-Drink, war diese hier:



Meine Sandalen sind übrigens von ahimsa bzw. avesu. Das sind Firmen, die ich hier gerne verlinke <3



Sonnengrüße,
Claudi (die sich hier wieder mal besonders über Kommentare freut!!!!)

P.S::
Nachtrag 10.07.2016 / 14:05 Uhr:
Auf Facebook wird fleißig kommentiert und ich wurde dort doppelt eines Besseren belehrt. Hat aber m.E. mit Aussagen meinerseits dort und nicht hier zu tun.

Aufgrund einiger Rückfragen:
Ich persönlich kaufe aktuell am liebsten den Haferdrink vom Hofgut Stozeln.
Oder halt selbermachen/ mixen, siehe beispielsweise http://claudigoesvegan.blogspot.de/2016/04/plastik-und-geld-sparen-reisdrink.html

Dienstag, 5. Juli 2016

Hormonspirale - ein Herzensthema kommt ins ZDF!

Hallo ihr Lieben,

"Wildtiere raus aus dem Zirkus", "Kuhmilch" und die "Hormonelle Verhütung" - sind meine Herzensthemen.

Wenn du hier schon länger mitliest weißt du, dass ich 2014 einen Entschluss gefasst habe, den ich zutiefst bereue. Aber es gibt ja (habe ich bei "Fuck lucky go happy" gelernt) keine Fehler, sondern lediglich Lerneinheiten.

Etwas Gutes ist daraus entstanden: Mein Blogeintrag zum Thema Hormonspirale.
Die Menge der Kommentare dort spricht für sich... 


Nun kommt dieses Herzensthema ins ZDF und meine Freude darüber ist so riesig, dass ich euch hier und jetzt darauf aufmerksam machen will:



Astrid Randerath wird sich am 19. Juli im ZDF Magazin „Frontal 21“ noch einmal der Pille als Verhütungsmittel annehmen und in ihrem Beitrag „Verharmloste Verhütung – Risiken und Nebenwirkungen“ erneut die gesundheitlichen Risiken und Nebenwirkungen der Pillen der neueren Generation thematisieren.

Die Frontal 21-Redaktion und ich sind uns einig:
Spätestens nach der Resonanz auf den letzten Beitrag von Astrid Randerath und Beate Frenkel im November 2015 wurde deutlich, dass die Risiken dieser Verhütungsmethode längst noch nicht überall in der Gesellschaft angekommen sind.

Daher freue ich mich wie ein Sellerieschnitzel auf und über den Frontal 21-Beitrag am 19.07.2016 um 21:00 Uhr im ZDF. 


Kennst du Frauen, die mit den Nebenwirkungen kämpfen? Oder welche, die sich noch nie Gedanken über künstliche Hormone gemacht haben? Bitte tu mir den Gefallen und teile diesen Blogeintrag über diverse Kanäle. Ich danke dir von Herzen.

Sonnengrüße,
Claudi

Freitag, 1. Juli 2016

Die Dos und Don‘ts im Leben mit einer Veganerin (aus Sicht eines ehemaligen Fleischessers)

Hallo ihr Lieben,

über das Daten mit einer Veganerin habe ich schon geschrieben. Einen alten Blogeintrag gibt es aus 2013 (damals noch Stand der Dinge „Ich will einen Veganer als Mann“), einen mit meiner aktuellen Sicht der Dinge habe ich am Weltvegantag 2015 veröffentlicht.

Doch da fehlt eindeutig etwas:
Die Sicht eines Fleischessers auf das Leben mit einer Veganerin.


Da ich mich Ende 2011 von dem Mann getrennt habe, der mein Veganwerden miterlebt hat, wäre es doof gewesen ihn zu befragen. Kurz habe ich darüber nachgedacht (wir sind gute Freunde) - aber zum einen kann er nur aus meiner Anfangszeit berichten, zum anderen ging es uns beiden damals nicht sonderlich gut (ich wg. Jobwechsel, mir weil mein erster Hund Boris gestorben war). Außerdem ist das mittlerweile fünf Jahre her und ganz ehrlich – ich kann mich kaum noch dran erinnern. Es gibt aber eine TV Reportage dazu, falls ihr schauen wollt ;-)

Nun ist mir, mit Johanna und Oli, ein befreundetes Ehepaar eingefallen. Oli hat sich freundlicherweise zu einem Interview bereit erklärt. Johanna und ich haben eine gemeinsame Freundin, die uns quasi verkuppelt hat ;-). Als Johanna (mit Oli) Ende 2014 nach München gezogen ist, haben wir uns recht bald kennen und herzen gelernt. Ihren Mann Oli treffe ich nicht so oft wie Johanna, aber wir haben für den Sommer nun einige Biergarten- und Wanderdates vereinbart. Umso feiner finde ich es, dass ich Oli mit meinen Fragen hab löchern dürfen.

Viel Spaß beim Interview – wir (drei) freuen uns auf eure Kommentare!

Sonnengrüße,
Claudi





Lieber Oli,
wann hast du Johanna kennengelernt und wie habt ihr Euch zu diesem Zeitpunkt ernährt?

Wir haben uns im Juni 2010 kennen gelernt und haben uns zu diesem Zeitpunkt omnivor ernährt wobei ich der größere „Fleischtiger“ als Johanna war. Johanna hat sich schon damals im Grunde vegetarisch ernährt und sehr selten Fleisch gegessen.


Wie ernährt Ihr Euch heute?

Heute ernährt sich Johanna vegan und ich bin vegetarisch, wobei ich ab und zu auch Fisch esse. Generell kann man sagen, dass wir uns zu Hause beide fast ausschließlich vegan ernähren. Das einzige was ich nicht missen möchte ist mein Käse.


Wie denkst du rückwirkend an die Anfangszeit Johannas veganer Ernährung?

Rückwirkend betrachtet war ich zunächst skeptisch. Damals war es bei Johanna auch eher ein Experiment. Aufgrund ihres Asthmas bekam sie den Rat, einmal Milchprodukte wegzulassen und es ging ihr dadurch deutlich besser. Da war der Schritt zur veganen Ernährung wenn man sich vorher größtenteils schon vegetarisch ernährt hat nicht groß. Als ich gesehen habe, dass es Johanna besser ging und mit dem Thema auch immer mehr in Kontakt gekommen bin und mich mehr damit beschäftigt habe (bzw. beschäftigt wurde ;-)), ging die Skepsis nach und nach weg.


Hatte Johannas Umstellung Auswirkungen auf Euer Zusammenleben?

Wir haben immer zusammen gekocht und haben dann einfach eine vegane Basis gekocht und ich habe mir nach Lust und Laune auch einmal ein Stück Fleisch gebraten oder Wurst zum Frühstück gekauft. Nach und nach hat es sich dann so eingespielt, dass wir zu Hause fast ausschließlich vegan gekocht haben und ich in der Kantine oder beim Essen gehen Fleisch und Fisch gegessen habe, bevor ich mich vor 1,5 Jahren entschlossen habe mich hauptsächlich vegetarisch zu ernähren.


Hast du jemals gewünscht, Johanna wäre nicht vegan?

Eigentlich nicht. Es hat mir nichts ausgemacht. Das einzige was sich als schwierig erwies war das Thema auswärts Essen gehen. Gerade vor fünf Jahren gab es bei weitem noch nicht so viele vegane Lokale wie heute und immer wenn wir essen waren, tat mir Johanna leid, da sie kaum etwas auf der Speisekarte gefunden hat. Entweder Pasta beim Italiener oder Pommes und Salat.


Wie schaut Euer Kühlschrank aus?

Viele frische Sachen (Gemüse, Obst), z. T. Ersatzprodukte wie Soja- und Mandelmilch sowie diverse Aufstriche, Marmelade, Margarine...mein Käse und dann alles, was landläufig so in einem Kühlschrank zu finden ist, außer eben Milch, Eier, Fleischprodukte oder Fisch.


War es für dich ein Problem deinen Eltern und Freunden zu erklären, dass Johanna vegan wurde?

Ein Problem nicht; es war nur nervig ständig die gleichen Fragen gestellt zu bekommen und die üblichen Vorurteile zu hören. Bekommt Sie dann genug Nährstoffe, das ist doch nicht gesund...etc. In dem Kontext mussten wir/ich viel Aufklärungsarbeit leisten. Inzwischen ist es aber besser geworden. Ich habe das Gefühl, dass die Leute inzwischen mehr über vegan wissen und nicht mehr diese Fragen stellen bzw. weniger Vorurteile haben.


Wie ernährst du dich außerhalb und hat das, seitens Johannas jemals Stress gegeben?

Inzwischen esse ich auswärts genauso wie zu Hause außer ab und zu einmal Fisch. Bevor ich „Vegetarier“ wurde habe ich außerhalb Fleisch gegessen (mittags in der Kantine z. B.). Wenn wir uns mit Freunden getroffen haben oder zu zweit essen gegangen sind, haben wir immer darauf geachtet, dass wir beide etwas zu essen bekommen und auch dementsprechend eine Auswahl an Speisen haben. Somit gab es niemals Stress. Das wichtigste war, das wir beide die Ernährungsweise des Anderen respektiert haben und uns nicht gegenseitig beeinflussen wollten.


Wie habt Ihr das Thema Essen auf Eurer Hochzeit gelöst?

Wir haben in einem kleinem Rahmen geheiratet und waren mit unseren Eltern in einem Restaurant essen, wo wir sowohl vegane als auch „normale“ Speisen bekamen. Bei unserer späteren Feier mit Familien und Freunden haben wir ein Grillfest gemacht, bei dem sowohl Gemüse, Sojawürstchen als auch Fleisch gegrillt wurde.


Was hat sich in deinem Leben geändert seit Johanna vegan lebt? Hast du eine andere Sichtweise gewonnen?

Ich gehe jetzt mit dem Thema Ernährung anders um. Ich ernähre mich jetzt bewusster und achte auch mehr darauf, was und wie viel ich von einzelnen Produkten esse.


Hast du Tipps für Männer, deren Partnerinnen vegan werden wollen?

Siehe unten Dos und Don’ts.


Würdest du Rückblickend etwas anders machen?

Nein.


Die Dos und Don’ts im Leben mit einer Veganerin:


Do’s:

Den Partner
...und Veganismus akzeptieren
...ernst nehmen
...unterstützen
...Veganismus ausprobieren
...Kompromisse eingehen


Don’ts:
...über den Veganismus lustig machen/nicht akzeptieren
... vom veganen Partner das Fleisch einkaufen oder kochen lassen
...dem Partner nicht die Möglichkeit geben auch etwas im Restaurant auf der Speisekarte zu finden.


Danke lieber Oli für deine Antworten. Und dir und Johanna ein Danke dafür, dass ihr eure Geschichte hier bei mir veröffentlicht. Ich wünsche mir von Herzen, dass dieser Blogeintrag ganz vielen Menschen Ängste, Sorgen und Vorurteile nimmt, wenn der Partner oder die Partnerin vegan werden will.