Mit der Arbeit an meinem Buch habe ich letztes Jahr _innen und "mensch" gelernt...
Und da dieser Blogeintrag das Thema "
Rohvegan" betrifft, habe ich bewusst diese Überschrift gewählt.
Denn: "Man lebt nur einmal" - bzw. "Mensch lebt nur einmal" :-)
(Randbemerkung: An das _innen hab ich mich übrigens schon gewöhnt, an das mensch nicht.
Liegt vielleicht auch daran, dass m.E. man nichts mit Mann zu tun hat?!?)
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| Leinsamenbro(h)t... Copyright: Maximilian Schmid |
Aber nun zum Hintergrund:
Vier Gespräche der letzten Zeit mit Freundinnen haben mich darauf gebracht (dazu gleich mehr).
Gestern folgte dann noch (in einem wirklich wundervollen Telefonat das ich führen durfte) die Frage: "Ja, aber du bist ganz und so richtig komplett roh oder wie?". Wegen all dem zusammen in Kombi mit den Kommentaren von Anna im
letzten Blogeintrag - schreibe ich nun endlich mal auf was mir seit einigen Wochen durch den Kopf geht.
Roh rockt. Punkt. Keine Frage. Tut gut. Ist gut. Schmeckt. Aaaaaaaaaber:
Bin ich nicht eigentlich schon "gesund" genug? Oder anders: Was ist an einem Teller Quinoa bitte schlecht?
Es hat schon seinen Grund, warum das "RAW" in einem flexiblen Post-It am Logo klebt :-)
Nun einmal chronologisch sortiert die Gespräche zu dem Thema die ich in letzter Zeit mit Freundinnen geführt habe.
Freundin 1.)
Erzählte mir kürzlich schmunzelnd, dass sie mit schlechtem Gewissen über einer Schüssel mit Obst, Amaranth Pops, Sojajoghurt natur und Agavendicksaft gesessen ist.
Wir haben dann festgestellt, dass wir uns wahrscheinlich viel zu gesund ernähren.
Freundin 2.)
Mit
Frau Hase habe ich dann darüber gesprochen. Sie wird ja nun bald Mama und ist in der Schwangerschaft den ein oder anderen (veganen!!!) Gelüsten nachgegangen. Und das ist auch gut so! Dazu hat sie
hier einen wunderbaren Blogeintrag geschrieben.
Freundin 3.)
Miri hat mir dann erklärt, warum 80/10/10 bei ihr so toll funktioniert - weil man eben auch zwischendurch kocht! Sie ergänzt Obst und Grünzeug bewusst mit (fettfreien!) Kartoffeln, Quinoa, Süßkartoffeln, Hirse, ...
Auf jeden Fall immer gluten- und zuckerfrei. Vielleicht mag Miri (und ich weiß genau sie liest das hier) :-) mal ihre Sicht der Dinge dazu auf ihrem Blog veröffentlichen?
Freundin 4.)
Kennt meine Freude an der Rohkost, hat auch schon mal ein Törtchen zum Kaffee serviert bekommen. Sie vertritt allerdings die Meinung "Man lebt nur einmal" und hat mich erst kürzlich wieder darauf hingeschubbst, dass man sich auch selbst kasteien kann. Ihr ist es am Allerwichtigsten, dass man Spaß bei der veganen Küche hat und diesen auch nach außen trägt. Als Tierrechtlerin und Aktivistin sieht sie v.a. die vegane Ernährung mit diesem Hintergrund als wichtig an - nicht den gesundheitlichen! Allerdings ist sie auch viel Obst und Salat - aber lebt ihren Spaß am Kochen aus. Und sie nimmt auch immer mal wieder eine "böse" Weißmehlsemmel mit in die Uni :-)
Im März 2012 habe ich zu 100% rohvegan gegessen. Da kam nicht mal Senf in mein Dressing oder Crema di Balsamico auf meinen Teller! Dann kam im Herbst ein "Rückfall" zur veganen Kochkost - bis ich von Kristin und Christine nach der Yoga Expo motiviert wieder durchgestartet bin.
Aber was ist nun - mehr als ein Jahr später - meine Meinung? Was hab ich mir aus den oben aufgeführten Gesprächen rausgezogen?
- Esse was dir gut tut und womit du dich gut fühlst.
- Lebe und hab Spaß dabei.
- Zelebriere dein Essen und erfreue dich dran - aber bitte steigere dich nicht rein!
Du genießt es für Freunde zu kochen?
Du hast keine Lust deiner Oma zu erklären, warum du den veganen Kuchen den sie dir extra gebacken hat nun doch nicht essen kannst?
Du bist mit einem Fleisch essenden Freund im veganen Restaurant und bestellst auch dort "nur" einen Salat?
Ganz ehrlich: meinen Respekt haben die Menschen, die rohvegan wirklich zu 1.000% durchziehen. Aber mir ist - und das gebe ich ganz offen und ehrlich zu - das gesellschaftliche Drumrum wichtiger, als auf die Rohkost zu beharren. So gut sie mir auch tun mag.
Kurz gesagt:
Wenn es mal n veganer Döner sein "muss" - dann esse ich den auch! :-)
Eine große Hilfe dabei war übrigens auch das Buch "
Rohvolution" von GU, das ich kürzlich gelesen hab.
Patrick hat das Buch so toll Zusammengefasst: <<Man muss nicht 100% rohköstlich leben, auch 2/3 sind absolut sinnvoll.>> (Auszug der Rezension auf
Deutschland is(s)t vegan)
Wie sieht es bei mir nun aus:
Frühstück (Smoothie und/oder Obst),
Mittag (Salat/Zucchini/Salat/Rohkostteller/Salat,...) und auch
Snacks zwischendurch (Äpfel, Datteln,...) sind und bleiben: ROH.
Ich genieße die Vorteile welche die Rohkost mit sich bringt in vollen Zügen!
Abendessen:
Wenn es nun endlich mal Sommer wird - ist auch ziemlich wahscheinlich das wieder roh.
Dann bin automatisch auf den so viel erwähnten 99% :-)
Aktuell jedoch hab ich so oft einfach Lust auf kochen. Suppe, Kartoffeln, Quinoa, Hirse, Tempeh, Pastinaken, Wildreis, Ratatouille, ... ich genieße aktuell die ("gesunde"!!!) vegane Kochkost sooo sehr.
An was das liegt? Keine Ahnung. Und es kommen auch bestimmt wieder andere Phasen. Aber wenn ich sooooo Bock auf Risotto hab? Warum nicht?!?
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Süßkartoffelstampf mit Karotten, Zucchini, getrockneten Tomaten und Basilikum in Tomatenmark.
Ich frage mich: was soll daran "schlecht" sein?
(Außer natürlich, dass die Nährstoffe, Enzyme und Vitamine nicht VOLL ausgeschöpft werden.) |
Ich kann euch also sagen: garantiert verspeise ich viel mehr Rohkost als hier auf dem Blog zu sehen ist. Keine Ahnung wie viele Obstteller und Salatschüsseln ich schon abgebildet hab - irgendwann wird das doch stinklangweilig?!?
Ich bastel mir ja immer
unterschiedliche Dressings, packe andere Zutaten rein oder variere beim
Obstsalat die Geschmacksrichtung (mal Zimt, Carob, Lucuma, Vanille)...
Aber das kann im Blog schlecht dargestellt werden. Geruchs- und Geschmacksinternet gibt es (noch?) nicht...
Jedoch nicht nur - und das ist für mich eine absolut gute Lösung.
Wir dürfen auch nicht vergessen: jede_r is(s)t anders, benötigt andere Dinge um zu funktionieren. Und letzten Endes spielt das Umfeld doch eine Rolle. Ist so - bei mir zumindest.
Denn:
Vegan bin ich für die Tiere, Menschen und Umwelt. Hierfür kämpfe, argumentiere und stehe ich!
Rohvegan bin ich "nur" (und ich setze das bewusst in "") für mich.
Jetzt bin ich gespannt - nach meinem "Outing" :-) :-) :-)
Wie ist DEINE Meinung dazu? Was sind DEINE Erfahrungen? Wie siehst DU das alles so?
Ich freue mich soooooooooooo wahnsinnig sehr auf eure Kommentare wie seit dem "
veganen Mann" nicht mehr :-)
xoxo & smoothie
Claudi