Sonntag, 4. Dezember 2011

china study


ich bin durch. ich bin begeistert. diese buch empfehle ich nun jedem, der mich bemitleidenswert anschaut, wenn er/sie erfährt, dass ich veganerin bin. als geschenk, wie heather mills auf dem buchrücken empfiehlt, eignet es sich nur bedingt, denn auch fleischfreunde sollten doch mit etwas beschenkt werden, über das sie sich freuen. über dieses meisterwerk, wird sich jedoch kein fleischfreund freuen, denn es legt knallhart alle fakten für eine vegane ernährung dar.
der untertitel dieser 2.auflage lautet dementsprechend "die wissenschaftliche begründung für eine vegane ernährungsweise". denn genau darum geht es!

ursprünglich bin ich davon ausgegangen, dass es sich um ein langweiliges buch, mit viel theorie und wenig praxis handelt. vermutlich bin ich genau deswegen dermaßen begeistert, denn meine vorurteile wurden bereits nach den ersten paar seiten über bord geworfen.

ich bin wirklich keine leserin bzw. liebhaberin von "theoriebüchern", die fakten, fakten, fakten darlegen, ständig zitieren, so dass man aus dem nachschlagen mit querverweisen nicht mehr rauskommt etc..
die china study jedoch flog mir quasi richtig entgegen. ich wollte lesen, lesen, lesen! das buch ist richtig packend geschrieben und sehr interessant und lehrreich.

t. colin campbell beschreibt in zusammenarbeit mit seinem sohn thomas m. campbell sein leben, von welchem ein großer teil durch studien und die arbeit in diversen komiteen geprägt wurde.

das buch ist in vier kapitel unterteilt
1.) china study
2.) die überflusserkrankungen
3.) leitfaden für eine gesunde ernährung
4.) warum haben sie davon nicht schon früher gehört?

gerne beschreibe ich kurz und knackig in meinen eignen worten, um was es geht, und dann aber: ab in den buchladen oder online shop!

um diverse kommentare vorweg zu nehmen:
ja, es wurden tierversuche durchgeführt.
nein, ich finde dies prinzipiell nicht gut.
allerdings dienen diese tierversuche einer pro-veganen forschung und werden hoffentlich vielen anderen tieren das leben retten! ich selbst habe dazu also eine zweigeteilte meinung. jedoch finde ich nicht, dass die tierversuche ein grund sind, dieses wunderbare werk zu boykottieren!

der hintergrund der china study (kapitel 1):
aufgrund der ländlichen regionen in china und geringen krebsraten dort konnte (in einer sehr aufwendigen und jahrelang dauernden studie) nachgewiesen werden, dass die nahrung das ausbreiten bzw. die häufigkeit und das vorhandensein von krebs beeinflusst.

kapitel 2:
diese ergebnisse wurden dann auch in der forschung bzw. bekämpfung von krankheiten wie diabetes, adipositas, brust-, prostata-, darmkrebs, autoimmunerkrankungen, und krankheiten der knochen, nieren, augen und des gehirns ausgeweitet und angewandt.

kapitel 3:

was spricht gegen den komsum von tierprodukten? warum schaden uns milch, eier, fleisch und co.?

kapitel 4 (mein lieblingskapitel):
hier geht es vor allem um lobbyismus - warum sitzen in großen komiteen und ausschüssen zum thema lebensmittel/landwirtschaft und gesundheit mitarbeiter aus den weltweit größten konzernen? was geschieht im hintergrund? wieso werden die einen produkte subventioniert, die anderen nicht?

ich war wirklich schwer überrascht von der detaillierten ausführung und den weiten ausschweifungen in campbells meisterwerk. wie schon oben beschrieben: ich dachte mich erwarten knapp 400 "trockene" seiten. aber nein, die china study ist sehr persönlich und ergreifend geschrieben.
schön sind auch praxisnahe ausführungen, z.b. wird diabetes mit einem flughafen verglichen (die passagierbusse sind das insulin) :-)

kurz gesagt: ich hab alles verstanden, viel gelernt, bin rundum zufrieden und freue mich endlich (nach fast 11 montan veganem dasein) zu denen zu gehören, die die china study gelesen haben.

nur den letzten abschnitt möchte ich hier gerne abtippen, denn das ist ein wunderschönes schlusswort, dem nichts mehr hinzu zu fügen ist:

"die welt ist endlich reif dafür, die botschaft anzunehmen. die welt ist bereit für eine veränderung. wir haben einen punkt in unserer geschichte erreicht, an dem unsere schlechten lebensgewohnheiten nicht länger ertragen werden können. wir als gesellschaft befinden uns am rand eines großen abgrunds: wir können von krankheit, armut und zerfall besiegt werden oder wir können gesundheit, ein langes leben und wohlbefinden mit offenen armen willkommen heißen. es erfodert nur den mut zur veränderung. wo werden sich unsere enkel in 100 jahren wiederfinden? nur die zeit wird es zeigen. ich hoffe, dass wir aus der geschichte lernen und die zukunft zu unserem besten gestalten werden!"


xoxo & tofu
claudi

Nachtrag September 2013:
Mittlerweile sind auch ein Kochbuch und ein Hörbuch zur China Study erschienen.

Kommentare:

  1. Danke für die Buchbesprechung! Dieses Buch steht als nächstes auf meiner Wunschliste. Bin nun auch ca. 11 Monate vegan ;o) ♥-liche Grüße
    Netti

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  2. liebe netti,
    ich lese jetzt dann peace food - bin gespannt wie das ist :)
    weiterhin glückliches vegansein und liebe grüße aus münchen,
    die claudi

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  3. Hi Claudi!

    Danke für die tolle Buchbesprechung!
    Ich hab das Buch ja gelesen und war genauso begeistert.
    Darf ich in meinem Blog auf deine Buchbesprechung verlinken? Ich bekomme das nie so gut hin wie du.

    Liebe Grüße
    Kris

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  4. Liebe Kris,

    na klar darfst du das, wäre mir eine Ehre :-)

    Ich freue mich, dass dir die Besprechung gefällt (freut mich bei dir auch, Netti!).

    Also Danke für eure lieben Worte und für morgen einen tollen Wochenstart,
    die Claudi

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  5. Klasse! Dankeschön!
    Dir auch eine schöne Woche!

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  6. Ich hab die China Study ja auch gelesen und finde sie insgesamt auch überzeugend, aber man sollte sie wirklich kritisch lesen, denke ich. Anlass dazu gibt es nämlich hier und da, dazu empfehle ich diesen Link hier (den man auch gerne kritisch lesen darf ;) )
    http://www.vegane-gesellschaft.de/archives/61-Die-China-Study-und-die-Unkritischen.html

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  7. Dieses Buch steht schon auf meiner Weihnachts-Wuschliste ♥

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  8. Dass die Vegane Gesellschaft so einen Artikel veröffentlicht hat, ist einfach nur peinlich. Kritisch zu bleiben, ist immer gut.
    Aber mir scheint, da fühlt sich nur jemand ans Bein gepinkelt, weil Campbell ganz eindeutig gesundheitsorientiert arbeitet, und nicht empfiehlt, den Konsum von Tierprodukten aus ethischen Gesichtspunkten zu unterlassen.
    Man regt sich dort mehr auf, dass er nicht verstanden hat, was echter Veganismus ist, als dass man irgendwelche Fakten widerlegen könnte.
    Unterstellungen, Übertreibungen und dann auch noch das peinliche Fazit, das Buch (und die gesamte Studie?) wären unnötig.

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  9. Oh die habe ich auch gelesen und auch die Kritik daran. Schau mal hier http://achtungpflanzenfresser.wordpress.com/category/bucher/the-china-study/

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  10. hallo jane,
    deinen blog kenn ich (noch) gar nicht. nimm dich gleich in die blogroll auf! danke für den link. lese mir deine rezension allerdings morgen durch, ich schlaf schon gleich im sitzen ein :-/

    hallo mrs cookie,
    achtung: der link verweist nicht an "die VGD"... nur, dass keine verwechslungen aufkommen.

    hallo dani,
    auch dir danke für den link. den hab ich mir gestern noch durchgelesen. ich finde es generell bei büchern, urlaub und musik toll, dass jeder mensch seine eigene meinung haben darf/kann/soll. sonst würde es wirklich langweilig werden :)

    euch allen eine gute nacht und liebe grüße,
    die claudi

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  11. Ich habe das Buch schon zwei Freunden und Bekannten geliehen, die eigentlich medizinisch und ernöhrungstechnisch interessiert sind, in der Hoffnung sie würden meine Motivation so besser verstehen bzw. auch Konsequenzen für ihr eigenes Handeln ziehen, da Gesundheit ja nunmal auch schützenswert ist und sicher keiner Lust hat, frühzeitig aus dem Leben zu scheiden. Und was war? Es wurde überflogen, schon der Untertitel in dem das Wort "vegan" vorkam wurde als negativ, missionierend und somit das gesamte Buch als "Veganpropaganda" empfunden. Meistens kam dann auch noch "Das entspricht leider nicht meinen Erfahrungen" oder "Für jede Studie gibt es mindestens drei Gegenstudien!" Meine Versuche liefen also ins Leere. Das Blöde ist, dass ich mir echt Sorgen um meine Familie und Freunde mache, was ihre Gesundheit angeht, wenn ich sehe wieviel tierische Produkte sie essen. Manche essen diese sogar fast ausschließlich, weil sie der Low Carb Bewegung angehören. Ein Bekannter isst am Tag bis zu 1kg Fleisch. :-(
    Mich macht das traurig und wütend zugleich.

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  12. Guten Abend Saskia,

    ja, das Wort vegan schreckt viele ab. Leider.
    Das Problem das du beschreibt, bzgl. Familie und Freunde, hab ich mit vielen Freunden, aber v.a. mit meiner Oma. Ganz ganz übel :-(

    Da könnte man an die Decke gehen, gell?!

    Ich schick dir liebe Grüße und wünsch dir noch eine schöne Woche,
    die Claudi

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  13. Hallo allerseits,

    leider wurde das komplette Buch widerlegt. Aber das hindert ja nicht daran trotzdem weiter so zu leben...

    MfG der W

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