Montag, 19. März 2012

blogvorstellung: roh macht froh!


der blog "roh macht froh!" war der zweite, den ich entdeckt habe, als ich begann mich für vegane rohkost zu interessieren. das war im oktober 2011, und ich hatte einen kleinen mailaustausch mit der autorin silke. zu der zeit war ich ein bisschen gefrustet, denn mein erster rohkostversuch war im september gescheitert nach drei tagen umstellung von null auf hundert. 
silke hat mir ein paar liebe grüße aus ihrem sonnigen domizil geschickt und mir tipps zu wärmenden lebensmitteln gegeben. das ist genau das, was ich an ihrem blog so mag. süß dekorierte teller (für die kinder), mit einfachen zutaten, ohne groß "tamtam", kombiniert mit einer großen portion wissen, super hilfreichen hintergrundinfos und grundlagen zum thema vegane rohkost.
ich bin silke also nicht nur für den folgenden gastblogeintrag dankbar, sondern auch für ihre herzliche hilfe und die aufmunternden und wohltuenden worte.

silke, vielen dank für deine tolle unterstützung und diesen wundervollen beitrag.
ich freue mich sehr, dass wir uns über den online-weg gelaufen sind :-)
herzliche grüße in den süden!

und allen anderen die hier drüber stolpern: viel spaß beim lesen jetzt, ich denke und hoffe ihr findet silkes zeilen genauso spannend und lehrreich wie ich. und vergesst nicht bei "roh macht froh!" vorbei zu schauen und euch von den fotos und der sonne verzaubern zu lassen.

xoxo & smoothie
claudi

P.S.: derzeit sieht es eher so aus, als wäre es der beginn eines neuen abschnitts :-)

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Liebe Claudi,

danke für deine Einladung, einen Gastbeitrag für deinen Blog zu schreiben! Dein Rohkost-Experiment habe ich hier in den letzten Wochen gespannt verfolgt & freue mich sehr, dass es dir so gut geht damit.

Spannend finde ich immer wieder, wie individuell unterschiedlich jedeR ihren/seinen Rohkost-Weg gestaltet. Die ersten Wochen & Monate meiner Rohkostzeit, vor 6 Jahren, waren schon sehr urköstlich: ich habe in all den wunderbaren Früchten geschwelgt. Unglaublich viele für mich neue kennengelernt. Gelernt, wie diverse, nie zuvor roh gegessene Gemüse, wirklich schmecken ... es war eine phantastische Zeit :) Zubereitungen habe ich erst später entdeckt, ausgelöst durch das wachsende Interesse meiner Tochter an dem Essen der nicht-rohköstlich lebenden Menschen in unserer Umgebung. Nach ausgiebigen Internetrecherchen, verschiedenen Rohkostbüchern & den ersten Rohkosttreffen war ich dann - wie du offenbar jetzt gerade - eine Zeitlang ebenfalls im Zubereitungsrausch. Spaß macht es ja schon, seine Kreativität in diesem Bereich auszuleben. Und es entstehen viele (zunächst) attraktive Gerichte dabei. Vor allem für den noch an die Kochkost mit all ihren Gewürzen gewöhnten Gaumen. Hat dieser sich jedoch erst einmal an die ursprünglichen, echten Geschmäcker der Früchte, Blätter & Gemüse gewöhnt, erscheinen all die Gewürze künstlich, übertrieben. Im Laufe der Zeit wird der natürlich ernährte Körper auch immer reiner & damit immer sensibler gegenüber nicht-rohen und verarbeiteten/isolierten Produkten. Und zeigt dann beispielsweise durch Unwohlsein, dass er all das nicht mehr haben möchte. Denn Dinge wie Agavennektar, Öle, Mandelmus usw. sind auch in unerhitzter Form, wenngleich weniger schädlich als so manche Alternativen, nun einmal NICHT Bestandteil einer natürlichen Ernährung. Das heisst, sie gehören nicht zu der Nahrungspalette, die unser Körper optimalerweise erwartet, für die wir gemacht sind. Selbst wenn diese Produkte als "roh" verkauft werden & tatsächlich nicht erhitzt worden sind, sind sie doch weit verarbeitet, Oxidation lässt sich auch unter 40° C nicht verhindern & auch dabei entstehen schädliche Moleküle.

Gewürze verdecken die natürlichen Geschmäcker & machen es schwer zu erkennen, was dein Körper braucht. Ähnlich ist es mit Mischungen aus diversen Zutaten. Hier kommt noch hinzu, dass so manche lecker schmeckende Kombination  im Hinblick auf Bekömmlichkeit eher ungünstig ist. In den allermeisten Gourmet-Rohkost-Rezepten ist darüberhinaus extrem viel Fett enthalten, was sie sogar eher ungesünder, schädlicher für den Körper, macht als einfache, fettarme gekochte Speisen.

Eine rohköstliche Ernährung, wie du sie zur Zeit betreibst, ist sicher ein guter Einstieg, um die Ablösung von der Kochkost zu erleichtern. Eine gute Übergangsmöglichkeit für die allererste Zeit. Je nachdem, wie du dich vorher ernährt hast, kann auch dies schon eine Verbesserung sein. Ich würde jedoch versuchen, das nach & nach einzuschränken. So viel wie möglich wirklich frisch zu essen. Pur, nicht verarbeitet. Das löst auch die Frage des Mitnehm-Essens zum Arbeitsplatz: statt des am Vorabend zubereiteten Smoothies steckst du einfach eine Tüte voller Früchte & Grünzeug ein. Und genießt die dann frisch aus der Hand statt seit 12 Stunden oxidiert. Nebenbei bekommt das Kauen deinen Zähnen weitaus besser.
Bei besonderen Anlässen, Festen, Einladungen mag Gelegenheit für Gourmet-Rohkost sein. Im Alltag jedoch würde ich Zubereitungen eher selten empfehlen & vor allem einfach halten! Viele, die ihre Ernährung umstellen, machen die Erfahrung, dass besonders am Abend die Sehnsucht nach dem Altvertrauten stark ist. Es bietet sich daher an, Zubereitungen auf diese Zeit des Tages zu legen.

Gib deinem Körper die Chance, WIRKLICH zu erkennen, was er braucht, indem du ihm so oft wie möglich Naturbelassenes anbietest! Und vertrau der Natur - sie ist nicht so beschaffen, dass sie um künstliche Produkte wie Nährhefe ergänzt werden müsste, damit wir vollständig genährt werden! B-Vitamine sind in Hülle & Fülle in Früchten enthalten - mein Vitamin-B-Bedarf wird täglich zu mehreren 100% gedeckt, nur durch Früchte. Zu der speziellen, häufig diskutierten Frage des B12 magst du vielleicht hier  und hier  nachlesen.
Je ursprünglicher du deine Nahrung genießt, desto besser kann dein Körper die enthaltenen Nährstoffe auch verarbeiten & desto weniger wird er durch unnötigen Ballast belastet.

Neben all den schon beschriebenen Vorzügen einer natürlichen Ernährungsweise gibt es sogar noch ein paar praktische Vorteile. Die Zeitersparnis bei einer solchen Ernährung ist enorm: (fast) keine Zubereitungszeit, so gut wie kein Abwasch. Viel weniger Stromverbrauch.

Du hast schon bemerkt, um wieviel besser du dich fühlst ohne gekochtes Essen ... dein Wohlbefinden & dein Energielevel werden noch deutlich weiter steigen, je natürlicher du dich ernährst - versprochen!

Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß & alles Gute auf deinem (roh-)veganen Weg & bin schon jetzt neugierig, ob dein Experiment eines bleibt oder tatsächlich der Beginn eines neuen Abschnitts ist.

Alles Liebe

Silke

Kommentare:

  1. Jippie! Ein Hoch auf Silke. Sie hat mich auch schon so oft inspiriert und weitergeholfen auf so vielen Ebenen. Danke!

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  2. Toller Beitrag!
    Ich muss gestehen, ich halte es auch lieber einfach und versuche, das zu essen, woraus ich gerade Appetit habe und die Früchte und Gemüse in ihrer Reinform zu genießen...

    Liebe Grüpe
    Prusse

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  3. guten morgen prusse und jademond :)
    danke für eure lieben worte. freut mich, dass ihr silkes beitrag so toll findet wie ich.

    an dieser stelle ein kommentar von mir, denn ich habe von "anonym" ein sehr beleidigendes "unter der gürtellinie" kommentar erhalten, das ich hier an dieser stelle bewusst NICHT veröffentliche.

    hallo also an anonym, falls du hier drüber stolperst. melde dich doch bitte per email (s.oben rechts) bei mir, denn deine worte haben mich zwar neugierig gemacht, ich würde aber gerne persönlich mit dir darüber in austausch gehen und nicht hier. vielen dank für dein verständnis!

    liebe grüße an euch drei,
    die claudi

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