Sonntag, 7. Oktober 2012

Von Tempeh, Kartoffeln, Obst, Tee, Kürbis und Mangold

Immer schön der Reihe nach :-)

Das sind rohvegane Zucchini (im Spirali zu Nudeln gedreht) mit Tempeh und Karotten (in Öl gebraten, mit Tamari abgelöscht). Darüber: Hefeflocken und Sesam

Dazu gab es einen Feldsalat mit Champignons und Crema die Balsamico
Manchmal muss es schnell und einfach gehen.

Gekochte Kartoffeln mit Wilmersburger Pizzaschmelz.

Vegane Bolognese (fertig aus dem Glas) drüber.

Und ein Klecks Pesto dazu. Fertig!
Falls ihr in München mit Fleischfreunden frühstücken geht, und, aus welchen Gründen auch immer, nicht in Louis Hotel oder Max Pett möchtet, so kann ich euch das Bohne und Malz Frühstück empfehlen.


"Frischer Fruchtsalat" für 5€
Dazu ein kleiner Ausflug in meine Gedankenwelt:
Ich saß da dann, mit meinem Obst, umgeben von Joghurt, Schinken, Butter, Rühreiern, Speck, Spiegeleiern, Milch und Weißwürsten. Aber ihr wisst ja vielleicht, dass ich das zum einen in der Arbeit auch täglich bin, zum anderen ja gerne die friedliche Veganerin gebe.
Sprich: was ich mir denke und fühle ist das eine, was die anderen (Fleischesser) davon mitbekommen, aber etwas anderes.
Denn: ich will und werde schlichtweg nicht zu der Sorte Veganer_innen gehören, die aufstehen, wenn am gleichen Tisch tierausbeuterische Produkte verzehrt werden.
Hintergrund: für meinen Teil, bin ich total davon überzeugt, dass man mit der Masche wesentlich besser fährt. Oft wird man ja gefragt "wie, du isst nur Obst?" und so kann man nett, höflich und sympathisch, gut gelaunt mit positivem Gesprächshintergrund aufklären und erklären.

Mir ist absolut bewusst, dass das viele von euch anders sehen und glaubt mir: ich verstehe eure Gedanken sehr gut. Denn im Inneren, sieht es bei mir auch anders aus.

Gestern wäre ich beispielsweise am liebsten in Richtung Toilette verschwunden, als das Essen serviert wurde. Aber: hilft nix. Es war ja auch eine Geburtstagsfeiern und das Wichtigste an solchen Tagen ist meiner Meinung nach, dass das Geburtstagskind glücklich ist :-) Nicht ein Gast.

Am Nachmittag habe ich mir dann was richtig Tolles zubereitet:

Rohvegan: Haselnussmilch mit MaKao und Bananeneis
Die Rezepte dazu findet ihr dann in meinem Buch "Rohvegan".

Nicht roh aber sehr wohltuend ist YogiTea, ich habe mich wieder mit zwei Sorten ausgestattet:


Eine wichtige Anmerkung zu Grüntee: das Wasser bitte nur auf 80 Grad erhitzen (oder wieder abkühlen lassen) und den Tee zwei, maximal drei Minuten ziehen lassen, sonst wird er bitter!

Den Beutel aufheben, denn bei grünem Tee ist der zweite Aufguss der Bessere!

Fragt mich nicht, wieo das bei YogiTea nicht so angegeben ist (100 Grad und 7-10 Minuten ziehen lassen). Ich verstehe es nicht...

Abends gab es ein feines saisonales Gericht, das fast sogar regional ist und undbedingt von euch nachgekocht werden sollte: Kürbismangoldpfanne!

Zutaten (Pilze können natürlich weg gelassen werden!)

Kürbis aus dem Garten

Kichererbsen und Sesam dazu

Mit Paprika edelsüß, Garam Masala und Curry gewürzt

Pilze dazu (oder auch nicht)

Mangold und 1/2 Glas "Indisches Curry" von Alnatura dazu. Noch ein bisserl Umrühren und erhitzen lassen.

Fertig!
Das war sehr lecker!

Nachher kommt meine Oma zu mir zu besuch, und ich werden Käsekuchen backen, aber etwas abgewandelt, in der Variante mit Apfelmus.

Allen die hier drüber stolpern einen schönen Sonntag, und gleich folgt noch die Buchrezension von "Kein Fleisch macht glücklich".

Hat etwas länger gedauert, aber ich lese halt Bücher gerne richtig und ganz, bevor ich darüber berichte :-)

xoxo & smoothie
Claudi

Kommentare:

  1. Huhu Claudi,

    ein schöner Beitrag mal wieder. :) Ich glaube es ist tatsächlich das a und o, dass man lieb und ruhig bleibt. Ich musste das auch erst lernen und drufte mir deshalb öfter, sogar im engeren Familienkreis, anhören, dass ich richtig "militant" geworden sei. Mittlerweile hat sich das geändert, nicht weil ich es anders sehe, sondern weil ich mich anders gebe.
    Ich denke man erreicht die Menschen eher in dem man sie nicht "angreift" (und viele Menschen fühlen sich angegriffen, wenn man sie indirekt als Mörder bezeichnet) und auch kleine Zwischenschritte begrüßt. Eine Bekannte von mir, die Fleisch isst, legt jetzt zb. einmal die Woche einen veganen Tag ein, weil sie meine Gerichte im Internet gesehen hat. Ein veganer Tag pro Woche... da habe ich mich super drüber gefreut. Vielleicht findet sie es ja so toll, dass sie mehrere vegane Tage einlegen wird oder sogar ganz vegan isst?

    Vegan werden ist für viele Leute ein Prozess, den sie einordnen und verstehen müssen. Da nutzen doch keine Vorwürfe, Hilfe is viel besser.

    (Wobei das nicht heißt, dass ich mir nicht wünschen würde, dass die Leute so vegan werden wie ich es geworden bin... weil sie die Ungerechtigkeit, Brutalität und unnötige Gewalt erkennen!)

    Dein Essen sieht jedenfalls mal wieder super lecker aus und ehrlich: Ich freue mich soooo doll auf dein Buch!
    In letzter Zeit versuche ich immer öfter mich rohköstlich zu ernähren, aber scheitere immer wieder an meinem mangelnden Talent für die Zubereitung von Nahrung. :D
    Da kann ich dein Buch gar nicht mehr abwarten.

    Liebe Grüße,
    Linda von Vegancomics
    (Es gibt so viele Lindas im Moment :D)

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    1. Danke Linda für deine Bestärkung in Sache "die liebe, brave Veganerin sein". :-)

      Auf mein Buch freue ich mich auch...

      Und dir wünsche ich noch einen zauberhaften Sonntag!
      Liebe Grüße,
      die Claudi

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    2. Servus Claudi!
      Ich bin ja meistens anders unterwegs und sage Leuten direkt, was ich von ihrem Fleischkonsum halte. Allerdings finde ich auch toll, dass es viele VeganerInnen gibt, die Vorwürfe meiden und anderen lieber zeigen, wie lecker veganes Essen ist. Da jeder Mensch anders ist, muss es auch viele verschiedene Herangehensweisen geben.

      Aber wie passt das damit zusammen, dass Dir eine Kampagne mit Sprüchen wie "Wer Pelz trägt, trägt den Tod" gut gefällt?
      Also, das soll jetzt kein Genörgel sein, sondern interessiert mich echt :)
      Liegts daran, dass man vegane Ernährung wegen ihrer vielen Vorteile eh so gut vermitteln kann, Pelz aber so gute Eigenschaften hat, dass er sich vegan nicht imitieren lässt, man also keine Alternativen vorleben kann?

      Ich finde die Kampagne übrigens auch gut, bis auf das Wort "gelabelt", das werden glaube ich einige nicht verstehen.

      LG!

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    3. Hallo Ruben,

      Danke für deinen Kommentar.
      Hab jetzt gerade mal einen Moment überlegen müssen, wie ich dir das am besten erkläre. Und hoffe nun, das einigermaßen vernünftig und verständlich rüber zu bringen.

      Ich unterscheide immer noch sehr stark zwischen vegan essen und vegan ausleben.

      Hintergrund: essen ist was super emotionales. Ich habe tatsächlich Probleme damit, Menschen direkt, während sie nett mit mir am Tischen sitzen, darauf anzusprechen, siehe die oben geschilderte Problematik.

      Aber beim Tragen von Pelz, da platzt (sogar) mir der Kragen. Weil: Pelz ist dermaßen sinnlos, widerlich, ekelerregend wie es nichts anderes was der Mensch den nicht-menschlichen Tieren antut ist.
      Genauso schwachsinnig finde ich übrigens Daunen, Wolle, Seide und Leder. Auch dagegen würde ich mir mehr Kampagnen wünschen, vor allem, wo uns doch jetzt die Daunensaison schlechthin seit Jahren erwartet. Aber: immer langsam...
      Pelz ist etwas, wo sogar viele Fleischesser verzweifelt nach dem Sinn suchen.

      Ist das so einigermaßen verständlich erklärt?

      Es freut mich sehr, dass du die Kampagne von Animals United (http://www.gelabelt.de/kampagne.php) genauso toll findest wie ich!

      Liebe Grüße,
      die Claudi

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  2. Hallo liebe Claudi,
    ich seh das ähnlich wie du. Ich werde kurz darauf angesprochen wenn ich irgendwelche Sonderwünsche äussere, aber die meisten Freunde wissen es eh.
    In größerer Runde ist es wiederum etwas anderes. Da heißt es ruhig und freundlich bleiben. Wenn mich jemand frägt wieso ich das mache, sage ich "für die Tiere, für die Umwelt und für mich." Meistens reicht dass dann auch :)

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    1. Huhu Jess,

      der Spruch ist gut, den muss ich mir dringend merken :-)

      Liebe Grüße,
      die Claudi

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  3. Liebe Claudi,

    ich lese deinen Blog schon seit ein paar Wochen "stumm" mit und kann deinen Weg der Deeskalation (so sehe ich das zumindest) gut verstehen. Ich habe mich zwar erst vor kurzem zu einem veganen Leben entschieden, allerdings ist gerade die Anfangszeit voll von Erklärungen, Diskussionen oder auch Unverständnis.
    Ich führe aktuell noch gar keine Diskussionen, die ich selbst anstoße - gerade das Thema Essen ist hochsensibel und sehr schnell emotional aufgeladen.
    Bislang hatte ich Erfolg: Meine 60 jährige Tante (überzeugte Allesesserin und "aber im Winter trägst du schon Wolle, nicht dass du frierst. Also, Selbstverwirklichung schön und gut, aber irgendwo hat doch alles Grenzen") macht ihr Salatdressing jetzt ohne Sahne und die Spaghetti mit Tomatensoße haben ohne Käse (Streuparmesan braucht kein Mensch, gleich, welche Essgewohnheiten man so hat) auch super geschmeckt. :)

    Friedlicher Protest - die Fragen kommen schon von ganz allein und dann kann man doch immer noch eine gute Unterhaltung führen und aufklären.

    Viele Grüße,
    Frau Schulz

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    1. Liebe Frau Schulz,

      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Freut mich, dass du hier gelandet bist, und meinen Weg verstehst.
      "Hochsensibel und schnell emotional aufgeladen" treffen es wirklich auf den Punkt.

      Liebe Grüße und einen schönen Abend,
      die Claudi

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