Mittwoch, 13. Februar 2013

Karnismus (Pferdefleisch Skandal)

Karnismus? Noch nie gehört?

Ich auch nicht, bis ich mit der PETA2 Kampagne "Justice for all" konfrontiert wurde. Auch auf "Vegane Beratung" habe ich alle Infos kompakt gesammelt entdeckt.

Zum Thema "Pferdefleisch Skandal" gibt es einen tollen Beitrag von einer meiner Lieblingsautorinnen, Hilal Sezgin (Landleben), auf der Website von WDR5 zu lesen.

Gerne erkläre ich den Begriff an dieser Stelle in meinen eigenen Worten.

Für mich, war ein Tier, schon immer ein Tier. Ein Lebewesen, das Gefühle hat, und eine Seele. Unabhängig davon, um welche Art von Tier es sich handelt oder welcher Rasse es angehört. Seit meiner Kindeheit empfinde ich tiefste Gefühle für Ziegen, Pferde, Kaninchen, Rinder, Meerschweinchen, Hunde, Goldhamster, Katzen, Schweine, Fische, Schafe, und so weiter und so fort.

Der Begriff "nicht-menschliches Tier" ist mir erst durch die Zusammenarbeit mit compassion media/ roots of compassion geläufig geworden. Damit habe ich dann auch angefangen darüber nachzudenken, dass der Mensch für mich, auf die gleiche Ebene gesetzt gehört, wie die eben erwähnten. Aber ich komme vom eigentlichen Thema ab.

Schon seit geraumer Zeit fehlt mir das Verständnis dafür, warum und wie Menschen dazu fähig sein können, süße Neujahrskarten mit lustigen Schweinchen drauf zu verschicken, und sich am Silvesterabend eine Schweinshaxe bestellen.
Oder das Zwergkaninchen ihrer Kinder lieben und füttern, sich aber im Restaurant Kaninchen bestellen.
Weiteres Beispiel: eine Katze besitzen, und Lammkeule essen. Beim Spaziergang über Wald und Wiesen eine Milchkuh streicheln, und in der Wirtschaft dann ein Kalbsschnitzel essen.

Versteht ihr was ich meine? Was gibt einem das Recht, die einen zu lieben, und die anderen zu missbrauchen, zu quälen, zu töten?

Nachdem wir das nun geklärt haben, verstehst du vielleicht auch eher, warum ich diesen Medienrummel der aktuell herrscht, absolut erstaunlich finde.

Ich bin ein Pferdemädchen. Ponys waren für mich das größte, ich saß schon auf dem Pferderücken, lang bevor ich Rad fahren konnte. Auch heute noch gibt es für mich, neben Finn oder Prinz Lui zu streicheln, nichts Tolleres, als Pferdelippen zu kraulen. Wenn ich als Kind oder Teenie an einem Pferdewurst-Stand vorbei gekommen bin, hatte ich Tränen in den Augen.

Warum ist das nun so ein riesen Drama? Schwein und Kuh leiden im Schlachthof, auf dem Weg dorthin, und vor allem schon ab dem Zeitpunkt ihrer Geburt genaus, wie ein Pferd dies tut.
Sie fühlen den gleichen Schmerz - da bin ich mir absolut sicher, auch ohne Studium.

Ich hab das noch nie verstanden, ich verstehe das einfach nicht und werde es bestimmt auch nie verstehen.

Und der aktuelle Medienrummel fühlt mich innerlich wahnsinnig auf, denn am liebsten würde ich meine Meinung dazu in die Welt hinaus schreien. Kann ich aber nicht.
Aber sie immerhin hier niedertippeln, wofür ich sehr dankbar bin.

Genauso suspekt, wie Menschen die Tiere lieben aber dennoch essen, sind mir übrigens Menschen, die einen Hund an der Leine führen, und im Winter gleichzeitig andere nicht-menschliche Tiere als Mantel, Jacke, Kragen, etc. tragen!

Passend zum Thema lese ich übrigens derzeit "Why we love gods, eat pigs and wear cows".


Vorgestellt habe ich das Buch, diverse Videos und Infos dazu bereits hier.
Es wird übrigens noch 2013 bei compassion media in deutscher Sprache erscheinen.

Nachtrag 22.02.2012: ein Interview mit Melanie Joy zu lesen auf sueddeutsche.de.
Findest du den Pferdefleisch Skandal skandalös? Teilst du meine Meinung? Oder hast du vielleicht noch ganz andere Ansichten dazu? Übertreibe ich?
Ich freue mich auf deinen Kommentar!
xoxo & smoothie
Claudi

P.S.: damit der Eintrag den ich vorhin geposted habe nicht überlesen wird, hier noch einmal der Link zu "Dänemark tötet Hunde!"

Kommentare:

  1. herrje, du hast sowas von recht.
    wo ist der unterschied ob ich nun eine kuh, ein schwein oder ein pferd esse - alle wurden getötet und ausgeweidet.
    unfassbar das menschen sich wirklich darüner aufregen welche art aas sie grade zu sich nehmen.

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  2. Hey Claudi :-)

    ja, ich finde ihn trotzdem skandalös, weil ich als veganer auch ein Problem mit "versteckten Lebensmitteln" oder "Verbrauchertäuschung" habe. Also rein DAS Problem finde ich skandalös, dass Pferdefleisch drin ist, aber Schwein draufsteht.

    Ansonsten ist es natürlich klar, dass für uns kein Unterschied zw. Schwein, Kuh, Huhn oder Pferd besteht. Ich finde deswegen die "oh mein Got... in Asien essen sie Katzen und Hunde"-Diskussion albern, weil ich eben auch da keinen Unterschied mache :-/

    Nun denn... ich bin generell mal wieder froh, kein "Opfer" des Skandals zu sein, mich entspannt zurückzulehnen und dieses "naja... denkt mal drüber nach"-Gefühl zu haben. Aber wehe das BIO-Olivenöl erhält nur Note "mangelhaft" im Test, dann kommen sie wieder alle umme Ecke "aber hast du gelesen... bio ist total für die Katz und ungesund... *aha*

    In diesem Sinne: go vegan <3

    LG Martha

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  3. Huhu Claudi,

    ich sehe das ganz genau so wie du, hatte vorhin auch noch ein Gespräch mit meinem Freund darüber, der erst seit kurzem Veggie ist und dann meinte, dass der Gedanke zwar auf der Hand liegt, aber ihn zu tun, trotzdem irgendwie ein Riesenschritt war - nur eben genau der, der ihn zum Veggie und sogar weitestgehend Veganer gemacht hat.

    Für mich ist es auch nur insofern ein Skandal, dass eben generell drin sein sollte, was drauf steht. Ich glaube, früher hätte ich mich auch geekelt, als ich noch Omni war, dass es Pferd ist, obwohl ich nie ein großer Pferdefan war, aber trotzdem war halt klar, dass Pferde nicht zum Essen da sind. Ich bin froh, dass ich irgendwann verstanden habe, dass es keinen Unterschied macht, ob es ein Pferd, ein Schwein, ein Huhn oder sonstein Tier ist, was ich da esse - bzw. inzwischen glücklicherweise nicht mehr esse.

    LG

    Kate

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  4. Liebe Claudi,

    bin 100%-ig deiner Meinung!
    Auch das mit dem Rausschreien kann ich nur zu gut verstehen, das würde ich am liebsten Tag für Tag machen, bis dieser Wahnsinn endlich aufhört!
    Das leidige Pelzthema beschäftigt mich mom ja auch sehr stark( http://rohkostuniversum.blogspot.de/2013/02/wer-pelz-tragt-tragt-den-tod.html )
    Und wenn dann unter meinen omnivoren Facebookfreunden die oben genannten Diskussionen stattfinden, dann muss ich mich wirklich sehr zusammenreißen, damit ich meinen Senf dazu lieber für mich behalte ;)
    In diesem Sinne - GO VEGAN!
    Bussi, die Miri

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  5. Hallo Claudi,
    ich stimme Dir zu.
    Ich habe selber Pferde bzw. meine Eltern und als Kind fand ich es ganz schlimm, wenn Erwachsene so gemeine Witze über Pferdefleisch machten.
    Nachdem ich "Tiere essen" las, denke ich nun auch anders über das Thema, da wird ja ganz zu Anfang auch über die Möglichkeit des Hunde-essens gesprochen.
    Vielleicht könnte man es noch insofern werten, als dass Pferde zumindst nicht in solch schlechten Masttieranlagen gehalten werden, um Pferdefleich zu werden,
    sondern es sich oft um alte, "verbrauchte" Sportpferde handelt. Das finde ich zwar genauso scheiße und Rennsport ist für mich genauso schlecht wie Zirkus,
    allerdings wird den Pferden da auch Platz und Weide geboten und sie werden nicht nur geboren, um zu sterben.
    Ob das nun besser ist kurz zu leben, um ein Schnitzel zu werden oder länger, dafür ausgebeutet und genauso gequält, weiß ich allerdings auch nicht.
    Ich bin froh, nicht mehr in dieser Maschinerie mitzuwirken und kann nur noch den Kopf über diese ganzen Skandale schütteln.
    Die Menschen sollten allenfalls unzufrieden sein, dass die Lebensmittel nicht genau deklariert waren, jedoch nicht, dass sie Pferd gegessen haben,
    denn wie du schon sagst, ein kleine Kälbchen finden alle sooo süß, essen es! Ein kleinen Fohlen ist auch sooo süß, aber es ist ekelig es zu essen??!
    Wie schön, dass man wenigstens im Netz auf soooo viele gleichgesinnte trifft!!
    Viele Grüße,
    Juli

    P.S. Ich habe Mitte 2011 deinen Blog gefunden und war so gefesselt, dass ich nicht mehr aufhören konnte mich mit dem Thema zu beschäftigen und seit ca. 1 Jahr auch vegan bin :)
    und übrigens, mein Freund auch. Den habe ich einfach gleich mitgerissen, lecker gekocht, bücher hingelegt, bilder/videos gezeigt. Ich finde, die "Arbeit" lohnt sich!! Allerdings war das mein 1. Projekt, musste aus keinem vorher ein Nichtraucher o.ä. machen, daher hatte ich noch viel Elan!
    Dir aber viel Glück!!

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    1. Vielen Dank liebe Juli für deinen Kommentar und v.a. "das P.S." :-)

      Freut mich sehr :-)

      Liebe Grüße,
      die Claudi

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  6. Ich gebe Dir auch vollkommen Recht Claudi. Nur leider habe ich das Ganze auch erst vor ca. 5 Jahren erkannt, und es tut mir noch immer leid, dass ich die 28 Jahre davor gepennt habe....Umso bewundernswerter finde ich Mensschen wie Dich, die schon als Kind bzw. Jugendliche so viel emotionale Reife und Stärke gezeigt haben, und Vegetarier geworden sind.

    Ich finde es auch erschreckend, wie die Menschen so unterscheiden können zwischen Tieren zum Essen und Tieren, die sie in ihr Herz schliessen. Da muss ich immer an eine Kollegin denken, die immer von ihrer Katze erzählt. Als diese eines Tages mal operiert werden musste, war besagte Kollegin völlig mit den Nerven am Ende und kurz davor, zu weinen, weil sie die Ungewissheit nicht ertragen konnte. Kurze Zeit später kam dann die gute Nachricht von ihrem Ehemann: Die Katze hätte die OP gut überstanden.
    Was macht meine Kollegin dann? Bestellt sich erstmal mittags in der Kantine voller Freude ein Kalbsragout...
    Sowas macht mich immer wieder sprachlos.


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  7. Huhu Claudi,

    ich sehe das ähnlich wie du. Ich bin gerade dabei einen Comic zu dem Thema zu zeichnen.

    In unserer Gesellschaft ist es aber so verankert, dass es ok ist Kühe, Hühner, Schweine zu essen, dass dabei total verloren geht, dass hinter dem Endprodukt Fleisch ein kleines Herzchen geschlagen hat, das leben wollte. :/

    Liebe Grüße,
    Linda

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  8. Ich hoffe, ich werde jetzt gleich nicht virtuell geköpft, wenn ich Dir nicht so ganz zustimme. ;-)

    Natürlich hast Du recht, dass es ethisch keinen Unterschied macht ob jemand ein Pferd oder ein Rind tötet (töten lässt). Da bin ich absolut deiner Meinung!

    Ich halte aber die Forderung an die Omnis "Stellt euch nicht so an. Rind esst ihr schließlich auch" für kontraproduktiv. Denn diese Forderung wird wahrscheinlich nur dazu führen, dass mein Gegenüber genau das tut. Sich nicht so anstellen und mit einem besseren Gewissen als vorher Pferde essen.
    Mit der Abneigung gegen Fleisch von Pferden habe ich überhaupt kein Problem. Darin würde ich jederzeit jeden bestätigen. Es ist die fehlende Abneigung gegen Fleisch von Rindern, Schweinen ... die fatal ist.
    Wenn ich in den letzten Tagen mit Omnivoren über dieses Thema gesprochen habe, habe ich sie gefragt, was sie denn genau an der Vorstellung stört Pferdefleisch zu essen. Und wenn dann Dinge kommen wie "Pferde sind intelligent, schön, lieb, ...", dann habe ich versucht diesen Aufhänger zu nutzen um darauf hinzuweisen, dass andere nicht-menschliche Tiere auch intelligent, schön und lieb sind (womit ich jetzt nicht sagen möchte, dass es OK wäre ein dummes, hässliches und biestiges nicht-menschliches Tier zu essen).
    Ich kann aber verstehen, dass es manchmal sehr frustrierend ist, gegen diese Wand aus Unverständnis anzureden und will auch überhaupt nicht behaupten, dass ich perfekt bin solche Gespräche zu führen.

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    1. Natürlich wirst du nicht geköpft Jessi. Dafür sind ja solche Blogeinträge und die Kommentare da :-)

      Liebe Grüße,
      die Claudi

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  9. Hm... also irgendwie scheint das für mich wie in der Schule damals:Thema verfehlt"
    Es geht hier doch um die KonsumentenTÄSCUHUNG, was ja auch so schlimm ist, wenn man sich nicht verlassen kann den Inhalt zu bekommen, der deklariert ist.
    Wobei ich ja sowieso auch dafür bin, so natürliche, ursprüngliche und möglichst unbehandelete/unveränderte Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, dann erledigt sich auch das Problem der Deklarierung größtenteils.
    Versteh mich nicht falsch, ich bin total Deienr Meinugn und werde nie verstehen, das Menschen zwischen Tierrassen/arten solche Unterschiede machen, das eine lieben doch das andere essen. *seufz*
    Wohl weil es einfach anerzogen wurde und viele den Bezug beim essen von Tieren einfach nicht mehr fühlen können.
    Traurig... Aber dennoch finde ich das Thema hier hauptsächlich Konsumententäuschung, denn jeder soll ENTSCHEIDEN können was er isst.
    GLg, MamaMia

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  10. Liebe MamaMia,
    da sind wir tatsächlich anderer Meinung, denn ich habe in der letzten Woche drei Artikel (u.a. in der Abendzeitung München) gelesen, in denen es darum ging, wie fürchterlich es ist, dass es sich um PFERDEfleisch handelt. Wegen der PFERDE.
    Diesen Gedankengang hab ich oben aufgegriffen...
    Liebe Grüße,
    die Claudi

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