Montag, 18. März 2013

Eier von glücklichen Hühnern

Serkan wurde auf der Heldenmarkt-Kochshow die Frage gestellt, ob er denn Wolle von glücklichen Schafen kaufen würde.
Zuerst hat er auf Mulesing hingewiesen und anschließend erklärt, dass er nicht nur vegan isst, sondern auch vegan lebt. Daher kommt für ihn keine Form von Tierausbeutung in Frage. Die Wolle der Schafe sei nun mal für die Schafe gedacht und nicht für den Menschen. Egal ob das Schaf schlecht gehalten wird und in Australien lebt oder glücklich und zufrieden in der Lüneburger Heide.

Foto: mit freundlicher Unterstützung von Hilal Sezgin, Autorin von "Landleben"
Ich habe mir dann still und leise die gleiche Frage gestellt und kann sie, wie Serkan, auch mit "Nein!" beantworten.

Nachtrag (Danke für den Hinweis!):
Schafe wie wir sie heute kennen, wurden diesen riesigen Wollberge angezüchtet. Einige Rassen verlieren im Frühjahr ihre Unterwolle. Wollschafe hingegen müssen geschoren werden, sonst wird es zu heiß und zu schwer.
Der Mensch züchtet also Hühner die umfallen, weil sie ihr Fleisch nicht mehr selbst tragen können und Schafe, die geschoren werden müssen. Verrückte Welt, oder?

Die Nachbarin einer Bekannten hat ein paar eigene Hühner die Eier legen. Dies hat absolut nichts mit Massentierhaltung und den damit verbundenen Bedingungen zu tun. Auch bei Biohaltung geht es den Hühnern übrigens nicht sonderlich besser. Meiner Meinung nach gibt es keine Eier von glücklichen Hühnern.
Letzen Endes läuft es nämlich immer darauf hinaus, dass sich der Mensch das Produkt eines nicht-meschnlichen Tieres zur eigenen Verwendung stibitzt.
Das kommt für mich, nach über zwei Jahren vegan leben überhaupt nicht mehr in Frage.

Es fängt tatsächlich mit dem Aufstehen am Morgen im Bett an:
Daunen? Nein! Bettüberzug aus Wolle oder Seide? Nein!
In meinem Bad befindet sich ausschließlich vegane Naturkosmetik.
Kleidung: ich brauche nicht-veganes teilweise noch immer auf (beispielsweise Highheels aus Leder - die ich aber fast nicht mehr trage *aua*), aber kaufe garantiert keine unvegane Kleidung nach. Außerdem achte ich auf bio und fairtrade. Essen: sowieso vegan.

Und dazu kommen wir jetzt :-)
Wie bereits angekündigt war ich am Samstag auf Vitalesser-Treff im Gratitude. Zuerst haben wir festgestellt, dass sich "Rohkost" ganz schön hart anhört und "Vitalkost" viel besser klingt :-)

Viele tolle Menschen habe ich kennen lernen dürfen und freue mich auf weitere Treffen und einen größeren Event im Sommer.

Hervorheben möchte ich allerdings Sadhya Suthau und die Weizengras Seminare welche Sadhya anbietet.
Zur Feier des Kennenlernens wurden wir alle mit frisch gepresstem Dinkelgrassaft überrascht. Kannte ich bisher nicht und bin begeistert! Schmeckt richtig lecker!!!



Ein Interview, dass Sadhya für "Die Wurzel" gegeben habt, könnt ihr hier durchlesen.

Gegessen habe ich dann "I am fullfilled" (Zucchini Pasta mit dehydrierten Austernpilzen) und einen Schokokuchen.



Hier noch ein Foto vom Tagessalat (spiralisierte Gurken mit Asia Dressing):


Am Abend hab ich mir dann einen Salat mit Süßkartoffelnudeln zubereitet.
Dressing (ganz simpel): Tamari.


Nun wünsche ich euch einen schönen Montagabend. Ich werde mich mit Finn auf der Couch einmummeln und den Tatort von gestern anschauen.

Habt ihr auch wieder Schietwetteralarm? Ich will Sommer!!! Mir reicht es wirklich und ich will, dass die Blüten sprießen!
VIDEO - MOOP MAMA - LIEBE entfernt. Kann jedoch online gefunden werden!


xoxo & smoothie
Claudi

P.S.: Total übel war es für mich gestern nach dem Heldenmarkt am Circus Krone und den Menschenmassen (v.a. Familien) die dort raus kamen vorbei zu gehen. Und ich hatte keine Flyer dabei!!! Diese Woche ist PETA Aktionswoche für Tiere in der Unterhaltungsbranche!

Kommentare:

  1. Liebe Claudi,

    zum Thema Wolle und Eier von glücklichen Schafen / Hühnern... ich denke, man sollte / kann es nicht komplett schwarz-weiß sehen.
    Ich bin seit fast 8 Monaten vegan und habe erst vor einigen Tagen für mich einigermaßen sortiert, was ich von dem Thema halten soll. Und ich habe es mir nicht einfach gemacht.

    Mein "Konflikt": Ich bin mit Schafen aufgewachsen. Sie gehörten immer mit zur Familie und sind alle zahm und haben Namen. Mein Vater ist die Bezugsperson. Im Sommer, wenn es heiß wird, werden sie geschoren. Wenn wir das bei unseren Schafen (übrigens "Kreuz-und-quer-Mischlinge") nicht tun würden, bestünde die Gefahr des Hitzeschocks /-todes. Mein Vater züchtet seit einigen Jahren nicht mehr, d.h. unsere Mädels (und Goliath als einziger Mann) dürfen in Ruhe und verwöhnt alt werden. Mein Vater liebt die Tiere über alles. Jetzt war meine persönliche Frage: Würde ich noch Wolle von unseren eigenen Schafen tragen? Und ich sage ja. Genauer gehe ich in diesem Artikel (http://einzigartigees.blogspot.de/2012/12/kunstler-auf-fohr-unsere-schafe.html) darauf ein.

    Punkt 2, für mich noch schwieriger: Eier. Bis vor ein paar Tagen hatte ich wirklich Zweifel. Und dann schrieb mir eine (bislang omnivore) Freundin, dass sie meinen Blog gelesen hat und sich nun auch große Gedanken zum Thema Veganismus macht. Ihre Frage an mich war, warum man nicht die Eier von den Lerchenhof-Hühnern essen könnte. Auf dem unglaublich riesigen Areal laufen die Hühner frei herum, wie sie möchten und bekommen keinen "Mist" gefüttert. Es sind quasi freie Hühner. Glücklicher geht's nicht. Nach ein paar Tagen Bedenkzeit war mir klar, dass ich ihr nicht abraten kann, diese Eier zu essen. Fakt ist, dass man keine besseren Eier auf der Welt bekommt. Wenn man Eier essen möchte. Wenn man vom ganz strikten "Ausbeutungsgedanken" absieht, spricht meiner Meinung nichts dagegen, diese Eier zu essen. Ich würde sie nicht kaufen, weil ich keine Eier brauche, aber wenn diese Freundin mich auf einen Kuchen einladen würde, der diese Eier enthält, würde ich ihn essen.

    Ich finde, man kann nicht pauschal sagen, "egal ob unglückliches Schaf in Australien oder glückliches Schaf in der Lüneburger Heide"...

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    1. Hallo Gesa,
      jeder muss selbst sehen, wie weit er geht. Ich finde es immer gut, wenn man sich über seinen eigenen Standpunkt Gedanken macht.

      Bzgl. Wolle:
      Ich finde die Nutzung von einigen Tierprodukten von Tieren, die man privat aufnimmt (z.B. aus Tierheimen), um diese Tiere vor Tötung oder Qual zu schützen, völlig in Ordnung. Es spielt nämlich keine Rolle, ob man die Wolle verwenden würde oder nicht - für das Tier hat dies keine Relevanz.

      Bzgl. Eier:
      Da nur weibliche Tiere Eier legen haben männliche Tiere wenig "Glück" und werden aus wirtschaftlichen Gründen umgebracht. Mit dem Kauf von Eiern unterstützt Du also deren Tötung. Das ist ähnlich wie beim Konsum von Milch.

      Viele Grüße
      V.

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    2. Wenn im größeren Stil Eier produziert werden, hast du natürlich Recht. Aber auf dem besagten Hof werden unter Garantie keine Hühner getötet. Und dadurch, dass die Eier der handvoll Hühner konsumiert werden, kommen ja auch keine Küken nach. Wie gesagt, ich kaufe keine Eier, da ich vegan lebe (zudem ist der Hof auch über 350km weit weg von mir), aber ich kann meiner Freundin, die vegetarisch lebt, nicht davon abraten, die Eier zu kaufen -wenn sie Eier möchte, ist das die einzig vertretbare Lösung, finde ich.

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    3. ...und wenn dann ein Nest vielleicht mal nicht gefunden wird, weil die Hühner eben überall frei herumlaufen dürfen, dann ist es für sie auch in Ordnung, anschließend ein paar mehr Hühner zu haben. Platz ist unglaublich viel vorhanden. Und -so hart es auch klingt- in der Freiheit gibt es auch natürliche Feinde.

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    4. Hallo Gesa,

      solche "glücklichen Hühner-Eier" waren die letzten die ich selbst aß. Aus genau den Überlegungen heraus wie Du sie schreibst. Jetzt esse ich auch diese schon eine ganze Weile nicht mehr; ich brauche sie einfach nicht... Wenn meine Mama mir aber unbedingt Kuchen backen möchte und dann solche Eier nimmt weil sie anders evtl. überfordert wäre, ei, dann esse ich ihn eben mal. (Milchprodukte im Kuchen habe ich ihr dafür aber erfolgreich ausgeredet. :-) )

      Da wäre die Frage bzw. die (wahre!) Antwort darauf spannend ob solche Eier gesund sind oder nicht. Das können aber mMn nur langjährige vegane Rohköstler beantworten die dann mal rohes Ei ausprobieren und auf ihre darauf folgenden (Körper)reaktionen achten.

      Schöne Grüße

      Atreju

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    5. Hallo Atreju,

      das stimmt, die Frage der Gesundheit bleibt. Ich glaube jedoch nicht, dass langjährige vegane Rohköstler zu Studienzwecken freiwillig ein Ei essen würden ;-)
      Seit ich gelesen habe, dass Eier das Menstruationsprodukt von Hühnern sind, finde ich die Vorstellung auch etwas gruselig.

      Ich bin schon der Überzeugung, dass viel tierisches Eiweiß ungesund ist. Aber wenn jemand jetzt alle paar Wochen mal ein Ei isst, wird er sicherlich nicht krank. Klar, es gibt Studien, die sagen, dass Kleinstmengen schon ungesund sind. Aber dazu gibt es auch wieder Gegenstudien. Wer weiß das schon ganz genau. Alles in Maßen ist nicht schädlich, denke ich. Aber mir geht es wie dir: ich brauche keine Eier / Milch / Fleisch ;-)

      LG
      Gesa

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    6. Claudi, die Fotos vom Essen sehen so unglaublich lecker aus... *sabber* Wann ist Mittag? *aufdieuhrguck*

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  2. ..toller Artikel, der alles erklärt...

    Also ich würde keinen Kuchen mit Eiern essen, weil ich vegan leben und dies eben einfach ausschließt, dass ich Produkte von oder aus Tieren esse.

    Die angesprochenen riesigen AUSNAHMEN in der Tierproduktion, sind meiner Meinung nach nicht dazu geeignet um für Fleischesser das Quälen, Töten, Essen, Anziehen oder sonstiges von Tieren zu rechtfertigen.

    liebe VEGANE Grüße, miss viwi

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