Donnerstag, 7. März 2013

Svadesha Tofurei



Ich stelle Firmen nur dann so ausführlich vor, wenn ich  zu 1.000% von ihnen überzeugt und begeistert bin. Das ist bei hier eindeutig der Fall :-)

Svadesha ist die erste Tofurei Deutschlands -
gegründet bereits in den 70ern!

Das fasziniert mich total - ich weiß noch zu gut wie ich in den 80ern mit meiner Mama über eine Nachbarin gewundert habe die einen Strohhut trug und bei Vitalia eingekauft hat :-)


Kerstin Fahrig, Geschäftsleiterin bei SVADESHA Naturkost, war so lieb und hat mir einige Fragen beantwortet. Durchlesen bis zum Ende lohnt sich! Ich habe viel Neues erfahren und ganz unten ist noch eine Überraschung versteckt.


Liebe Kerstin,erkläre uns zu Beginn bitte, wie aus einer Sojabohne Tofu wird.
Die Sojabohnen werden über Nacht eingeweicht und am nächsten Morgen zusammen mit Wasser gemahlen. Dieses Püree wird gekocht und anschließend gefiltert. In die so entstandene reine Sojamilch wird das Nigari behutsam eingerührt.
Bei diesem Prozess entscheidet sich die Kunst der Tofu-Herstellung, welche die Milch zur Gerinnung bringt. Die entstandenen Eiweißflocken werden in perforierten Kästen gepresst, sodass die Molke abfließen kann. Anschließend werden die Tofu-Stücke in klarem, kaltem Wasser abgekühlt und verpackt bzw. zu unterschiedlichen Sorten weiterverarbeitet und veredelt.


(c) http://svadesha.de

Was ist deine Svadesha Lieblingssorte?
Oh, da kann ich mich nicht einfach nur für eine Sorte entscheiden, da ich vieles gern mag. Hier zumindest mal meine aktuellen Favoriten:
-Wie die meisten unserer Kunden, so liebe auch ich den „Räuchertofu mit Algen“. In hauchdünnen Scheiben zart in Öl angebraten… da lasse ich alles andere stehen.
-Aber auch in unser neues „Gourmet Filet“ kann ich einfach nur genüsslich reinbeißen. Das ist für mich ein guter sehr sättigender Begleiter für unterwegs.
-Und wenn’s bei mir schnell gehen soll, dann kommen einfach ein paar von unseren Tofu-Nudeln „Pasta di Tofu-Spiralennudeln“ ins kochende Wasser und schmecken nach wenigen Minuten mit frischem Olivenöl und frischen Gewürzen rundum lecker.
 


Wie kann man sich die "Ökoszene" von damals vorstellen?
Das war einfach ein bunter Haufen. Denk an die Hippies, an die 68er, an die Grünen in Ihren Anfängen, an Menschen, die aus unterschiedlichsten Motiven Anders sein wollten und sich vor allem anders und gesünder ernähren wollten. 

Wart ihr auch damals schon bio zertifiziert?
Nein, das gab es damals noch nicht. Erst seit 1991 gibt es die EU Bioverordnung. 


Mit wie vielen Mitarbeiter habt ihr angefangen und wie viele seid ihr heute?
Svadesha bestand am Anfang wirklich nur aus einer Person. Rüdiger Urban, der Gründer der heutigen Tofurei Svadesha, Ende der 70er Jahre erfüllte er sich seinen Traum und holte die Leibspeise der Japaner nach Bayern. Mit einfachsten Mitteln stellte er Tofu im bayrischen Wald her und versorgte die damals noch kleine Münchner Ökoszene. Die Nachfrage wuchs stetig, somit auch die Firma, die 1979 Ihren Firmensitz nach München verlegte. Er gab ihr den Namen SVADESHA – was soviel bedeutet wie “Eigenes Land”.
Heute sind wir insgesamt 18 Leute in der Produktion, Verwaltung, Vertrieb und Auslieferung.
 


Bernd Drohsin erzählt in seinem Buch "TOFU", dass ihr euch schon lange kennt. Wie ist der Austausch innerhalb der deutschen Tofurei Szene? Kennt und unterstützt man sich gegenseitig?
Die Szene von damals hat sich auseinander dividiert. Mittlerweile gibt es aufgrund der stetig steigenden Nachfrage mittelständische Unternehmen mit über 150 Mitarbeitern oder kleinere Tofureien wie wir mit 10-20 Mitarbeitern.
Der Austausch innerhalb der Tofu-Szene ist im Gegensatz zu den Anfängen nur noch partiell. Natürlich hilft man sich, wenn es Fragen gibt oder begegnet sich auf Messen und tauscht Informationen aus.
(c) http://svadesha.de

Durch was hebt ihr euch von Taifun, Viana und Co. ab?
Wie bei Brot und anderen Lebensmitteln, so gibt es natürlich auch bei Tofu sehr große Qualitätsunterschiede. Dies ist u.a. geprägt dadurch, welche Ambitionen die einzelnen Unternehmen verfolgen und für welchen Weg sie sich entscheiden bzgl. Quantität, Qualität, Masse, Preisdruck, dem Streben nach Präsens am Markt etc..
Wichtig für uns ist es, dass wir unseren Schwerpunkt in der handwerklichen schonenden Produktion lassen wollen und dies mit besten Zutaten möglich ist. Damit werden wir zwar nie Marktführer sein, aber dafür haben wir eine treue Stammkundschaft und können immer noch Stück für Stück mit Hingabe produzieren.
Es gab bisher nur einen Kompromiss, den wir aus Kostengründen in den Neunziger Jahren gemacht haben. Die Tofurei Svadesha hat Ihren Produktionsstandort nach Rheinland Pfalz verlegt. Dabei haben wir aber nochmal an Qualität gewonnen, denn seither verfügt unsere Produktion über eigene Wasserquellen, die wir für unsere Tofu-Produktion verwenden. Den Vertrieb haben wir in München gelassen, da hier die Firmen-Wurzeln sind sowie viele unserer Stamm-Kunden.
Zum Thema Qualität wiederhole ich nur, was uns unsere Stammkunden immer wieder bestätigen: „man kann den Unterschied sehen, schmecken, riechen und fühlen“.
Die Herstellung
Wir produzieren noch handwerklich im schonenden Kochverfahren. Dies ist noch die traditionelle Kunst der japanischen Tofu Herstellung. Damit bleiben alle wichtigen Nährstoffe erhalten.

Unsere Rohstoffe
Wir verarbeiten ausschließlich Sojabohnen aus dem europäischen Anbau z.Zt. aus Österreich. Diese Bohnen sind von bester Bioqualität und Genfreiheit. Außerdem verwenden wir zur Herstellung ausschließlich Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau. Kontrollnummer: DE-ÖKO-003.
All unsere Produkte werden mit biologischen Kräutern und Gewürzen veredelt und mit frischem Gartengemüse verfeinert Wir garantieren Ihnen, dass wir grundsätzlich auf künstliche Aromen, Farb- oder Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker oder chemische Zusätze verzichten.

Unsere Wasser-Qualität
Für die Tofu-Herstellung ist die Qualität des Wassers außerordentlich wichtig. Wir verwenden nur reines, frisches Quellwasser aus eigenen Quellen, dass sehr weich und völlig frei von Zusätzen ist.

Unser Gerinnungsmittel
Zur Herstellung verwenden wir ausschließlich Nigari ( Meersalzkonzentrat ).
Nigari ist seit Jahrhunderten DAS klassische Gerinnungsmittel traditionell arbeitender Tofureien.
Durch den Einsatz von Nigari zur Gerinnung der Sojamilch verringert sich zwar der Ertrag , dafür ist der Tofu in Konsistenz, Farbe und Geschmack einfach so - wie guter Tofu sein soll.

Geschmacksvielfalt
Durch unsere nunmehr über drei Jahrzehnte Produktionserfahrung können Sie unter 33 verschiedenen Produkten auswählen. Von mild bis würzig veredeln wir Tofu in die verschiedensten Formen und Geschmacksvarianten. Die Konsistenz ist schnittfest und die Struktur seidig fein.

Frische
Viele unserer Produkte werden noch am Herstellungstag zum Versand gebracht und erreichen unsere Kunden schon am Folgetag. Frischer kann Tofu nicht sein.

(c) http://svadesha.de

Zu euren Kunden gehören diverse Firmenkantinen. Merkt ihr, dass sich langsam "was tut" und die Menschen umdenken?
Dazu will ich Dir eine kurze Episode erzählen: Vor zwanzig Jahren habe ich angefangen bei der Tofurei SVADESHA im Vertrieb zu arbeiten. Voller Eifer ging ich -mit schön zurecht gemachten Tellern voll mit Proben unserer Tofusorten - u.a. zu bekannten Münchner Krankenhäusern. Dachte ich doch, dass man bei den kranken Menschen anfangen sollte, die Ernährung auf gesünderes umzustellen. Der Küchenchef eines großen Krankenhauses sagte mir damals: „das seine Patienten lieber jeden Tag einen Schweinsbraten mögen“…..ja so war das damals, ich bin ausserhalb der Ökoszene überwiegend auf offene Ablehnung gestossen.
Deshalb freut es mich heute umso mehr, dass insbesondere Menschen, die in verantwortlichen Positionen arbeiten, viel offener und experimentierfreudiger geworden sind. Küchenchefs wie z.B. von Linde AG oder der Münchner Rückversicherung sind da absolut positive Beispiele, denn sie haben Tofu & Co in Ihren Kantinen zu einer Zeit „salonfähig“ gemacht, wo andere noch die Nase darüber gerümpft haben. Ja es gibt ein stetig wachsendes Umdenken zu gesünderer Ernährung und das macht mich glücklich!
 


Ganz wichtig natürlich: in München kennt man euch, aber wie kommt man an eure genialen Tofusorten außerhalb vom Münchner Umland ran?
Die Privatkunden, die keinen Naturkostladen oder Reformhaus mit unserem Sortiment in der Nähe haben, können gern direkt bei uns bestellen. Oder gern schauen wir für sie, ob Einzelhändler in ihrer Nähe unsere Produkte führen.
Der Einzelhandel kann übrigens bei uns für die Privatkunden auch gern alle vacuum verpackten Sachen in beliebiger Menge vorbestellen, denn nicht jeder Laden hat unser ganzes Sortiment.


Spannend, oder?
Nun hat Kerstin mich noch um einen kleinen Gefallen gebeten - die Werbetrommel für die kommende Roadshow zu rühren.

Wir finden nämlich, dass das Wort TOFU hierzulande leider immer noch außerhalb der veganen (vegetarischen) Szene teilweise einen negative Beigeschmackt hat.

Sicherlich liegt es u.a. daran, dass vielen nicht bekannt ist, wie sie Tofu richtig lecker zubereiten können. Tofu Liebhaber_innen wissen jedoch: das geht wirklich einfach, wenn man weiß WIE.
Oft wird Tofu probiert und aus diversen Gründen ablehnt (Vorurteile, falsche Zubereitung, schlechte Qualität, u.s.w.).

Svadesha veranstaltet deshalb in den Monaten März und April 2013 eine sogenannte „Roadshow“ in diversen Naturkostläden in München um zu zeigen, wie lecker Tofu tatsächlich ist.

Es gibt 2 super warme Gerichte zum kostenfreien probieren:

Tofu-Rühr-„Ei“ (aus Svadeshas „Indian Curry“) und „Tofu-Geschnetzeltes“ (aus Svadeshas "Sansibar-Tofu").

Diese „Road-Show“ wird in Zusammenarbeit mit einer neuen Kochschule (die „über den Dächern von München“, in der Ganghoferstrs. 68 ab April Ihre Pforten öffnet) organisiert.

Einige Köche aus dem Team wurden bereits auf der Website (Kochkurse) vorgestellt.
Einer davon ist Surdham Göb - ihn und sein Buch "Meine vegane Küche" stelle ich euch demnächst noch separat vor.

Surham Göb (c) http://svadesha.de


Das Ziel: "Wir wollen soviel wie möglich Menschen begeistern es zumindest mal zu probieren."

Das Geschenk:

"Jeder Interessierte erhält am Tag der Verkostung im Bioladen einen Gutschein in Höhe von 25% Rabatt für die Teilnahme an einem Kochseminar oder Kochkurs."
 
Die Termine:

März 2013:
Do. 07.03. Vollcorner Wolfratshauserstr. 204, München 10.30-18.00 Uhr
Fr.08.03. Vollcorner Dom Pedro-Str. 9b, München 10.30-18.00 Uhr



Fr.15.03. Vollcorner Maxhofstr. 17, München 10.30-18.00 Uhr
Sa.16.03. Vollcorner Würmtalstr. 95, München 10.30-18.00 Uhr



Fr.22.03. Landmanns Barerstr. 54-56, München 10.30-18.00 Uhr
Sa.23.03. Grüner Markt, Weißenburgerstr. 5, München 10.00-17.30 Uhr
April 2013:
Fr.12.04. Biomarkt Stemmerhof, Plinganserstr. 6, München 10.00-18.00 Uhr
Sa.13.04. Basic Passauerstr. 183, München 10.30-19.00 Uhr



Do.18.04. Basic Westenriederstr. 35, München 10.30-19.00 Uhr
Fr.19.04. Basic Richard-Strauß-Str. 48, München 10.30-19.00 Uhr
Sa.20.04. Basic Nymphenburger Str. 82, München 10.30-19.00 Uhr



Do.25.04. Basic- Schleißheimer Str. 158, München 10.30-19.00 Uhr
Fr.26.04. Basic Rheinstr.1, München 10.30-19.00 Uhr
Sa.27.04. Basic Amalienburgstr. 2-6, München 10.30-19.00 Uhr
 

Ich hoffe, ihr seid nun genauso begeistert wie ich. Greift einfach mal zu einem Svadesha Packerl und probiert euch durch die leckeren und außergewöhnlichen Svadesha Sorten!

xoxo & smoothie 
Claudi

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