Montag, 29. April 2013

EARTHLINGS

Kürzlich habe ich einen wunderbaren Frauenabend im Max Pett verbringen dürfen.

Dabei kam die Rede unter anderem auf  EARTHLINGS.
Das Poster zum Film hängt in meinem Wohnzimmer - ich blicke täglich darauf und wundere mich soeben weshalb ich diesem Meisterwerk noch keinen eigenen Blogeintrag gewidmet habe.



Meine persönliche Geschichte dazu:
Ich habe Earthlings in einer Phase meines Lebens gesehen, die ich rückblickend als die mit Abstand bewegensten Monate beschreiben würde.
Im Januar 2011 wurde ich vegan - und als ob das nicht schon aufregend genug wäre musste unser Boris im März sterben. Daher habe ich den Entschluss gefasst: wenn ich mir Earthlings jetzt nicht anschaue dann werde ich es nie packen. Gerne hätte ich meinen damaligen Freund dazu bewegt - aber er weigerte sich standhaft. So habe ich eines Nachmittags die DVD ganz alleine eingelegt und wusste anhand des Trailers genau auf was ich mich einlasse. Dachte ich.

Den Film habe ich mindestens 10x unterbrochen, Tee gekocht, geweint, durchgeatmet, weiter geschaut. Ich saß mit Gänsehaut auf der Couch und hab teilweise geschrien vor lauter Entsetzen.
Ich bin froh, dass ich Earthlings gleich zu Beginn meines veganen Lebens angeschaut habe. Das hat mir den absoluten Kickstart gegeben wobei ich wirklich sagen kann, dass ich nie auch nur ansatzweise darüber nachgedacht habe den Schritt zum Vegetarismus zurück zugehen.

Zum Glück hatte ich zu dieser Zeit meinen Blog und schon einige vegane Freunde in München gefunden, sonst wäre ich ehrlich gesagt durch gedreht. So hatte ich aber Rückenwind und habe die Bestätigung erhalten, dass meine Entscheidung vegan zu leben die absolute Richtige ist (im Nachhinein kann ich sogar sagen: DIE BESTE!).

Ein dickes Danke an dieser Stelle einmal an Frau Hase, Sandra, Serkan, Susan, Linda, Eva, Caro, Nadine, Bianca, Ralf und vor allem Marion, die mir Earthlings im März 2011 ausgeliehen und mich vorgewarnt hat.

Und nun zu dem Film, den ich als "die meiner Meinung nach bewegensten 95 Minuten die jemals gedreht wurden" beschreiben kann.

Es geht um alles * NATURE - ANIMALS - HUMANKIND * und das Zusammenspiel dieser drei Säulen.
Meiner Meinung nach sind das Zentrum des Films eindeutig die "nonhuman animals" - die "nichtmenschlichen Tiere".
Bilder haben sich in mein Hirn eingebrannt, die ich meinen Lebtag nicht vergessen werde.
Ich möchte hier nun keine Details schilder. Wenn du bereits vegan lebst und gefestigt bist in deinem Sein brauchst du dir Earthlings wirklich nicht antun!

Meine Meinung jedoch: JEDER Fleisch essende Mensch sollte sich diese 95 Minuten ansehen. Und jeder Vegetarier auch. Vielleicht eine Alternative zum TV Programm? Vielleicht lebst du bereits recht vegan, hängst aber immer noch beispielsweise am Käse fest? Dann könnten dich diese gut 1 1/2 Stunden so sehr bewegen, dass du von heute auf morgen keinen Bissen mehr runterbekommst.

Überdenkt nicht "nur" eure Mahlzeiten (ja, auch Milch und Eier!), sondern auch Leder, Wolle, Daunen, Zirkus, Zoos, Delfinarien, Pelz, Tiere beim Züchter kaufen, und und und!

Ja, der Film ist grausam! Ja, sehr grausam sogar!! Aber jeder Mensch der nicht vegan lebt, unterstützt diese Grausamkeiten die weltweit und zwar Tag für Tag und Nacht für Nacht passieren!!!

Earthlings kann mittlerweile mit deutschen Untertiteln auf YouTube kostenlos und in voller Länge angeschaut werden. Bist du bereit?


Mein Dank gilt Joaquin Phoenix (er hat dem Film seine Stimme geschenkt) und Shaun Monson (Regisseur) - sowie allen Veganer_innen dieser Welt!

xoxo & smoothie
Claudi

Kommentare:

  1. Ich habe den Film bis heute nicht gesehen. Ich bin einfach sehr sensibel und könnte vermutluch nächtelang nicht schlafen. Mir fiel es schon schwer, manches zu lesen, weil ich gleich immer alles fühle...
    Dennoch ein sehr wichtiger Film. Ich höre immer wieder von Leuten, die durch ihn vegan wurden!

    LG, Frau Momo

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  2. Also, ich hab mir den Film auf die gleiche Art angesehen. Ich hab die ganze Zeit nur durchgeweint. Und ich finde wie Du aucj, dass jeder Mensch sich diesen Film ansehen sollte.

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    1. Aus der Matrix aufgewacht. Mir ging es damals genauso, als ich das Buch von Foer "Tiere essen" las.

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  3. Oha, liebe Claudi, das ist ein ganz wichtiger Blogeintrag! Dieser Film sollte bis zur Erschöpfung verbreitet werden. Ich bin überzeugt, jeder, der sich diesen Film anschaut und nur ein Fünkchen Güte hat (und dazu möchte ich per definitionem die allermeisten Menschen zählen), wird danach sein Verhalten hinterfragen. Er war es im Übrigen auch bei mir, der die entscheidende Wende vegetarisch -> vegan auslöste. Tage habe ich gebraucht, bis ich den Film durchhatte ...

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  4. Ich hab den Film bisher auch noch nicht gesehen, ich finde ja die Peta-Filme schon schrecklich... Aber irgendwann werde ich mir den mal antun, aber nicht komplett auf einmal...

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  5. Ich habe den Film auch nicht gesehen... und ich glaube, das werde ich auch nie. Aber am Anfang meines veganen Daseins, wenn ich irgendwo war, wo alle Fleisch gegessen haben und Pelzpuschel auf der Mütze hatten usw und ich mir dachte, ich bin zu streng, komisch etc- dann bin ich heim, hab den Rechner angemacht und mir die Filme bei Peta oder sonstwo angeschaut. Das kam ganz automatisch und ich fand es schrecklich, das immer wieder zu sehen, aber danach war ich wieder gefestigt.
    LG, Natalia

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  6. Ich habe ihn gesehen und musste ihn auch in Etappen sehen. Es gab so viele schreckliche Stellen, aber am Schlimmsten fand ich die mit dem Pelz/Fell abziehen ... mir wird immer noch ganz anders!
    Gerade die Menschen, die mich am meisten angreifen bzw. kommentieren wegen meiner Entscheidung, kein Fleisch zu essen, kein Leder mehr zu kaufen, nicht mehr in den Zoo gehen zu wollen sind die, die sich vehement wehren, diesen Film anzusehen wenn ich frage ob sie denn darüber Bescheid wissen. Ich verstehe es einfach nicht. So vieles nicht. Wie man so ignorant sein kann?!
    Jedenfalls: Absolut wachrüttelnder Film! Wer schon nicht für seine Gesundheit vegan leben will, der wird es hiernach!

    Liebe Grüße,
    Steffi

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  7. Hallo liebe Claudi, auch ich folge dem "weissen Schaf" schon seit einigen Monaten - danke für deinen tollen Blog! Puh, ich habe nur Ausschnitte des Films durchgespult und es war mir schon zu viel. Ich wünschte, ich hätte die Bilder nie gesehen. Du hast ja gewarnt davor... Ich hätte diesen "Kick" nicht gebraucht, da ich nach 1.5 Jahren vegan leben gefestigt bin. Allerdings komme ich aus der kleinen Schweiz, wo Fleisch und Molkereiprodukte oft von "tiergerechten?" Biohöfen kommen (sollen). Auch wenn hierzulande wahrscheinlich vieles besser ist als im Film, es wird uns zugleich ein heiles Bild vorgegaukelt (z.B. «Milchprodukte von Heidi aus naturnah produzierter Schweizer Bergmilch»). Meine Mutter weigerte sich, auch nur einen Blick auf den Film zu werfen, wohl im Wissen darum, dass sie dann nie mehr einen Bissen Fleisch herunter kriegen würde :-(. Mich belastet der ganze Wahnsinn, dieses Leiden von Tier und Mensch. Und irgendwie kann ich mich dem kaum entziehen, bin - auch wenn ich vegan lebe - immer Teil des Systems und "(Mit)täterin"... Liebe Grüsse, "Twilight"

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  8. Guten Abend allerseits,

    vielen Dank für eure Kommentare.
    Es ist schön, dass wir alle einer Meinung sind. Das war mir bei diesem Blogeintrag allerdings schon während des Schreibens klar :-)
    Dennoch freue ich mich sehr, dass ich mit meinem tränenüberströmten Film schauen nicht alleine bin.

    Seid herzlichst gegrüßt,
    eure Claudi

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  9. Ich wollte eben "probieren" den Film etappenweise anzugucken, aber bei youtube kommt leider das hier hoch:
    Leider ist dieses Video, das Musik von EMI beinhaltet, in Deutschland nicht verfügbar, da die GEMA die Verlagsrechte hieran nicht eingeräumt hat.
    Ich denke mal, dass das ganz gut fuer mich ist. Haette den Film bestimmt nicht ganz anschauen koennen.

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    1. Hallo Margit,

      vielleicht war das ein Zeichen? Es gibt einige Versionen auf YouTube - sollte dir am Tag X doch einmal danach sein. Wenn man das im dem Fall überhaupt so sagen kann...

      Liebe Grüße,
      die Claudi

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  10. Hi Claudi!

    Der Eintrag ist ja relativ alt, aber ich möchte so gerne was dazubeitragen.

    Ich habe den Film ohne Pause angeguckt. Es wollte keiner mitgucken, also tat ich es alleine. Ja, er ist grausam. Aber ich würde sagen, dass nicht der Film, sondern die Industrie und deren Mitarbeiter es sind.

    Wie ging es mir dabei. Echt mies. Aber da ich schon einige Monate vegan war (und es noch bin) und ich auch durch Yourofskis Rede einige Ausschnitte kannte, musste ich nicht weinen. Ich hatte immer eher den Hang zum Übergeben. Und wenn ich jetzt beim Verfassen dieses Kommentars in mich hineinhorsche, spüre ich eine leichte Anspannung in der Magengegend.

    Ich habe sogar für diesen Film in der Fachschule geworben! Kein Witz: Wir sollten aufzeigen, wozu Medien im Stande sind und ich habe den Trailer vorgestellt. Ohja, die Kommilitonen haben gemerkt, dass dem Micha doch ganzschön anders war. Nur einer hat ganz offen seinen "Tierverbrauch" gerechtfertigt und dem Film "Hetze" unterstellt. Dies hat er anhand des Trailers sagen können. Er wollte auch noch die nächsten Tage seine Lebensweise mit mir diskutieren - "Menschen stehen nun mal höher als Tiere, es ist also unser Recht" - aber ich habe ihn sehr deutlich gesagt, dass er bloß nicht mit so einer "Scheiße" anfangen braucht. Das wirkte!

    Der Film ist echt mitreißend, besonders zieht es einen in die menschlichen Abgründe. Aber ich empfehle JEDEN diesen Film anzugucken. Veganer, Vegetarier, Omnivore - völlig egal. Er ist von absoluter Wichtigkeit und auch wenn er schlimme Szenen zeigt, ist er für mich der beste Film, den ich je gesehen habe. Besonders die Philosophie dahinter ist richtig toll!

    Ich "freue" mich schon auf Unity. Der sollte bald auch verfügbar sein...

    Grüßle
    Mephi von tofutopia.blogspot.com

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    1. Du darfst immer und überall gerne kommentieren :)

      Herzliche Grüße,
      Claudi

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