Dienstag, 14. Mai 2013

Mensch lebt nur einmal

Mit der Arbeit an meinem Buch habe ich letztes Jahr _innen und "mensch" gelernt...
Und da dieser Blogeintrag das Thema "Rohvegan" betrifft, habe ich bewusst diese Überschrift gewählt.
Denn: "Man lebt nur einmal" - bzw. "Mensch lebt nur einmal" :-)
(Randbemerkung: An das _innen hab ich mich übrigens schon gewöhnt, an das mensch nicht.
Liegt vielleicht auch daran, dass m.E. man nichts mit Mann zu tun hat?!?)

Leinsamenbro(h)t... Copyright: Maximilian Schmid
 
Aber nun zum Hintergrund:
Vier Gespräche der letzten Zeit mit Freundinnen haben mich darauf gebracht (dazu gleich mehr).

Gestern folgte dann noch (in einem wirklich wundervollen Telefonat das ich führen durfte) die Frage: "Ja, aber du bist ganz und so richtig komplett roh oder wie?". Wegen all dem zusammen in Kombi mit den Kommentaren von Anna im letzten Blogeintrag - schreibe ich nun endlich mal auf was mir seit einigen Wochen durch den Kopf geht.

Roh rockt. Punkt. Keine Frage. Tut gut. Ist gut. Schmeckt. Aaaaaaaaaber:
Bin ich nicht eigentlich schon "gesund" genug? Oder anders: Was ist an einem Teller Quinoa bitte schlecht?
Es hat schon seinen Grund, warum das "RAW" in einem flexiblen Post-It am Logo klebt :-)

Nun einmal chronologisch sortiert die Gespräche zu dem Thema die ich in letzter Zeit mit Freundinnen geführt habe.

Freundin 1.)
Erzählte mir kürzlich schmunzelnd, dass sie mit schlechtem Gewissen über einer Schüssel mit Obst, Amaranth Pops, Sojajoghurt natur und Agavendicksaft gesessen ist.
Wir haben dann festgestellt, dass wir uns wahrscheinlich viel zu gesund ernähren.

Freundin 2.)
Mit Frau Hase habe ich dann darüber gesprochen. Sie wird ja nun bald Mama und ist in der Schwangerschaft den ein oder anderen (veganen!!!) Gelüsten nachgegangen. Und das ist auch gut so! Dazu hat sie hier einen wunderbaren Blogeintrag geschrieben.

Freundin 3.)
Miri hat mir dann erklärt, warum 80/10/10 bei ihr so toll funktioniert - weil man eben auch zwischendurch kocht! Sie ergänzt Obst und Grünzeug bewusst mit (fettfreien!) Kartoffeln, Quinoa, Süßkartoffeln, Hirse, ...
Auf jeden Fall immer gluten- und zuckerfrei. Vielleicht mag Miri (und ich weiß genau sie liest das hier) :-) mal ihre Sicht der Dinge dazu auf ihrem Blog veröffentlichen?

Freundin 4.)
Kennt meine Freude an der Rohkost, hat auch schon mal ein Törtchen zum Kaffee serviert bekommen. Sie vertritt allerdings die Meinung "Man lebt nur einmal" und hat mich erst kürzlich wieder darauf hingeschubbst, dass man sich auch selbst kasteien kann. Ihr ist es am Allerwichtigsten, dass man Spaß bei der veganen Küche hat und diesen auch nach außen trägt. Als Tierrechtlerin und Aktivistin sieht sie v.a. die vegane Ernährung mit diesem Hintergrund als wichtig an - nicht den gesundheitlichen! Allerdings ist sie auch viel Obst und Salat - aber lebt ihren Spaß am Kochen aus. Und sie nimmt auch immer mal wieder eine "böse" Weißmehlsemmel mit in die Uni :-)

Im März 2012 habe ich zu 100% rohvegan gegessen. Da kam nicht mal Senf in mein Dressing oder Crema di Balsamico auf meinen Teller! Dann kam im Herbst ein "Rückfall" zur veganen Kochkost - bis ich von Kristin und Christine nach der Yoga Expo motiviert wieder durchgestartet bin.

Aber was ist nun - mehr als ein Jahr später - meine Meinung? Was hab ich mir aus den oben aufgeführten Gesprächen rausgezogen?


  • Esse was dir gut tut und womit du dich gut fühlst.
  • Lebe und hab Spaß dabei. 
  • Zelebriere dein Essen und erfreue dich dran - aber bitte steigere dich nicht rein! 

Du genießt es für Freunde zu kochen?
Du hast keine Lust deiner Oma zu erklären, warum du den veganen Kuchen den sie dir extra gebacken hat nun doch nicht essen kannst?
Du bist mit einem Fleisch essenden Freund im veganen Restaurant und bestellst auch dort "nur" einen Salat?

Ganz ehrlich: meinen Respekt haben die Menschen, die rohvegan wirklich zu 1.000% durchziehen. Aber mir ist - und das gebe ich ganz offen und ehrlich zu - das gesellschaftliche Drumrum wichtiger, als auf die Rohkost zu beharren. So gut sie mir auch tun mag.

Kurz gesagt:
Wenn es mal n veganer Döner sein "muss" - dann esse ich den auch! :-)

Eine große Hilfe dabei war übrigens auch das Buch "Rohvolution" von GU, das ich kürzlich gelesen hab.
Patrick hat das Buch so toll Zusammengefasst: <<Man muss nicht 100% rohköstlich leben, auch 2/3 sind absolut sinnvoll.>> (Auszug der Rezension auf Deutschland is(s)t vegan)

Wie sieht es bei mir nun aus:
Frühstück (Smoothie und/oder Obst), Mittag (Salat/Zucchini/Salat/Rohkostteller/Salat,...) und auch Snacks zwischendurch (Äpfel, Datteln,...) sind und bleiben: ROH.
Ich genieße die Vorteile welche die Rohkost mit sich bringt in vollen Zügen!
Abendessen:
Wenn es nun endlich mal Sommer wird - ist auch ziemlich wahscheinlich das wieder roh.
Dann bin automatisch auf den so viel erwähnten 99% :-)

Aktuell jedoch hab ich so oft einfach Lust auf kochen. Suppe, Kartoffeln, Quinoa, Hirse, Tempeh, Pastinaken, Wildreis, Ratatouille, ... ich genieße aktuell die ("gesunde"!!!) vegane Kochkost sooo sehr.
An was das liegt? Keine Ahnung. Und es kommen auch bestimmt wieder andere Phasen. Aber wenn ich sooooo Bock auf Risotto hab? Warum nicht?!?

Süßkartoffelstampf mit Karotten, Zucchini, getrockneten Tomaten und Basilikum in Tomatenmark.
Ich frage mich: was soll daran "schlecht" sein?
(Außer natürlich, dass die Nährstoffe, Enzyme und Vitamine nicht VOLL ausgeschöpft werden.)

Ich kann euch also sagen: garantiert verspeise ich viel mehr Rohkost als hier auf dem Blog zu sehen ist. Keine Ahnung wie viele Obstteller und Salatschüsseln ich schon abgebildet hab - irgendwann wird das doch stinklangweilig?!? Ich bastel mir ja immer unterschiedliche Dressings, packe andere Zutaten rein oder variere beim Obstsalat die Geschmacksrichtung (mal Zimt, Carob, Lucuma, Vanille)... Aber das kann im Blog schlecht dargestellt werden. Geruchs- und Geschmacksinternet gibt es (noch?) nicht...

Jedoch nicht nur - und das ist für mich eine absolut gute Lösung.
Wir dürfen auch nicht vergessen: jede_r is(s)t anders, benötigt andere Dinge um zu funktionieren. Und letzten Endes spielt das Umfeld doch eine Rolle. Ist so - bei mir zumindest.

Denn:
Vegan bin ich für die Tiere, Menschen und Umwelt. Hierfür kämpfe, argumentiere und stehe ich!
Rohvegan bin ich "nur" (und ich setze das bewusst in "") für mich.

Jetzt bin ich gespannt - nach meinem "Outing" :-) :-) :-)
Wie ist DEINE Meinung dazu? Was sind DEINE Erfahrungen? Wie siehst DU das alles so?

Ich freue mich soooooooooooo wahnsinnig sehr auf eure Kommentare wie seit dem "veganen Mann" nicht mehr :-)

xoxo & smoothie
Claudi

Kommentare:

  1. Schöner Blogeintrag Claudi!
    Mir geht es ganz ähnlich- außer mit dem Unterschied, dass ich kochen hasse :-)
    Wenn ich gekochtes esse, dann ist das oft mit meiner Freundin oder Freunden/Familie zusammen. Zwar versuche ich auch hier 80-10-10 treu zu bleiben, was aber nicht immer klappt- aber was solls. Als ICH meinen ersten Rohversuch gestartet hatte, war ich auch sehr energisch und habe nicht´s gekochtes gegessen, was erstens keinen Spaß gemacht hatte und mir zweitens nicht gut bekam (was aber im Nachhinein zusammenhing- anderes Thema...).
    Wenn ich aber allein mal was gekochtes essen sollte ist das meist, weil ich nix reifes zum essen hab. Mal wieder Bananen zu früh ausgegangen, keinen Nachschub geholt oder mal wieder nix vernüftig reifes im Laden gefunden. Außerdem ist manchmal die fehlende Abwechslung (angebotsbedingt) das Problem.

    Aber man lernt ja dazu. Und wie du schon sagtest: "Roh rockt. Punkt." :-)

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  2. Schöner Artikel. Ich finde es sehr wichtig, egal, was du isst, es mit einem guten Gefühl zu tun. Was habe ich von "100% roh-vegan", wenn ich eigentlich grad mal was Anderes will? Ich glaube schlichtweg, dass es mir dann auch nicht gut tut, sondern ich in eine Spirale reinkomme aus schlechtem Gewissen und Mehr-Essen als ich eigentlich will. Ich merke immer wieder, wenn ich mir etwas (meinetwegen Unroes, aber das ist übertragbar) bewusst gestatte und mir sage, dass es mir gut tut, ist es meist schon mit ner kleinen Portion getan als wenn ich es mit schlechtem Gewissen verzehre.
    Und seitdem gibt es auch kein Herum-Schlingern mehr. Ich esse, wie es mir schmeckt, das ist halt derzeit viel roh, und wenn ich mal nen kleinen Exkurs mache, stelle ich fest, dass mir ne kleine Portion zum Probieren meist reicht.
    Ich finde das Outimg hier so wichtig - einmal, um eigenen Druck abzubauen, der leider oft da ist, aber auch umd wieder "Mensch" zu werden, auch vor denen, die die Rohis viel. sogar etwas bewundern, weil die ja soooo toll sind mit den "100%"! :D Mein ich jetzt net bös, sondern einfach so, dass so ein Outing dazu verhelfen kann, sich und die Anderen - mit egal was für Prozentsätzen - einfach sein zu lassen.

    Liebste Grüße und danke für den Artikel,
    Frau Momo

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  3. Meine Meinung hast du ja gestern schon gelesen! ;-) Sehe es genau wie du!

    Ich habe zuerst auch ziemlich gehadert, weil ich ansonsten ein "alles oder nichts" bzw. "ganz oder gar nicht" - Mensch bin, aber jetzt sehe ich das alles auch viel entspannter. :-)

    Was ich auf jeden Fall normalerweise nie zu mir nehme, ist Weißmehl, Zucker, gehärtete sowie billige Fette und Salz, aber das wird bzw. soll auch auf jeden Fall so bleiben. Und Gluten meide ich auch.

    Danke für diesen Artikel Claudi! :)

    GLG Anna

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    1. Sehr gerne Anna ;-)

      Und ich bin auch ein "alles oder nichts Typ".
      Im "nie zu mir nehmen" sind wir uns auch sehr ähnlich :-)
      (Ausnahmen bestätigen die Regel)

      Ganz liebe Grüße zurück,
      die Claudi

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  4. Hmm. Ich lese hier schon ein Weilchen mit und sag heut auch mal was :-)

    Ich muss gestehen, ich bin ob der ganzen Roh-oder-nicht-roh-Abwägung grundsätzlich verwirrt. Was "schlimm" am nicht-rohen Essen sein soll, solange man seine Ernährung sinnvoll aufstellt, erschließt sich mir einfach nicht. Ist jetzt wirklich eine ehrliche Frage: was ist falsch an Kochkost?

    Wenn man gesund is(s)t und Freude am Kochen hat, ist doch alles fein? Manchmal, und bitte versteht das nicht falsch, Ihr Rohköstler, kommt mir diese Fixierung auf 80/10/10 und wie die Konzepte alle heißen, sehr ungesund vor.

    Ich kenne mich nicht sehr gut aus mit Rohkost, will heißen: ich picke mir das raus, was mich reizt, und probiere es. Von daher kann ich vielleicht nicht so mitreden. Aber mich interessiert ernsthaft, warum man 100% roh sein "muss" oder sollte?

    Ist es vielleicht auch so, dass mensch sich schlecht fühlt, wenn er den selbstgewählten Vorbilder eben nicht 100% entsprechen kann? Und das mit dem realen "Gesundheitsgrad" der eigenen Ernährung nicht so wahnsinnig viel zu tun hat?

    Bei dem ersten Beispiel mit der Freundin, die wegen Obst und Sojajoghurt ein schlechtes Gewissen hat, war ich spontan entsetzt. Denn vom viel propagierten Genuss sehe ich da nicht mehr viel.

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    1. Hallo Lizzz,

      freut mich - gerne "darfst" du was sagen :) :) :)

      Noch mehr freu ich mich, über deinen tollen Kommentar. Das ist ja genau das, auf was ich hinaus wollte.

      An sich ist es eben so, dass durch die Rohkost Enzyme und Nährstoffe zu 100% ausgeschöpft werden. Wägrend beim Kochen ein Teil verloren geht.

      Und über meine Freundin brauchst du nicht entsetzt sein - denn wir haben ja herzlich drüber gelacht wie "irre" das eigentlich ist. Weißt du was ich meine?

      Liebe Grüße,
      die Claudi

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    2. Liebe Claudi,

      auch ich lese schon öfter von Enzymen. Um welche Enzyme geht es denn hierbei genau? Eigentlich haben wir selbst ein großes Enzymrepertoire und was sonst noch fehlt, wird von einer gesunden (!) Darmflora bereit gestellt. Daher frage ich mich immer wieder, welche Enzyme gemeint sind, mit denen der Mensch auch etwas anfangen kann.

      Ansonsten finde ich deinen Artikel auch sehr gelungen!

      Liebe Grüße
      Federchen

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    3. Hallo Federchen,

      gucke mal hier, ich finde dort ist es super erklärt: http://rohspirit.de/koerper/enzyme-rohkost/

      Liebe Grüße,
      die Claudi

      (und Danke für das "sehr gelungen" - freut mich!) :-)

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    4. Liebe Claudi,

      danke für Deine Antwort. Auf jeden Fall gut zu lesen, dass Ihr über Euch selbst lachen konntet bei der Joghurt-Anekdote :)

      Ich überlege gerade, was gemeint ist, wenn man sagt, dass einem eine bestimmte Ernährung "gut tut" und wann das quasi zum fixen Gedanken wird. Körperlich und seelisch soll Essen gut tun. Wenn man 100% Rohkost anstrebt und das dann nicht "einhalten" kann, ist das eher ein seelisch oder körperlich schlechtes Gefühl? Entschuldige die penetrante Fragerei, ich versuche das nur zu verstehen und bin wohl selbst ziemlich weit von 100% Rohkost entfernt :D

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    5. :-)

      Das Gefühl ist wohl seelisch und körperlich. Aber "schlecht" würde ich nicht sagen...
      Ist schwierig zu erklären leider.

      Liebe Grüße,
      die Claudi

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  5. Essen ist notwendig. Rohes essen ist ursprünglich. Kochen aber hat etwas mit Kultur zu tun.

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  6. Was anderen nicht schadet, ist erstmal eine persönliche Entscheidung. Als Beobachter ist man natürlich wieder in der Verantwortung zu agieren, wenn sich jemand selbst schadet, wobei hier erst einmal die Kompetenz definiert werden muss, dies zu erkennen.
    Daraus resuliert eigentlich mein einziger Kritikpunk: Wieso nehmen viele sich selbst immer aus ihrer Ethik heraus? Alles beeinflusst alles. Was uns schadet, schadet anderen, ob direkt oder indirekt. Aber das nur am Rande.

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    1. Und Kochen schadet wem genau außer mir?

      Federchen

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    2. Hallo Anonym,

      "Was uns schadet, schadet anderen, ob direkt oder indirekt."
      --> deswegen lebe ich ja vegan :-)

      Viele Grüße,
      die Claudi

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  7. mmmh...."schwieriges" Thema.

    Vor zwei Jahren habe ich meine erste 100%ROH Aktion gestartet. Ich war auf der Suche nach mehr Energie und habe nach nicht mal einer Woche festgestellt, dass damit auch alle meine Allergien weg gehen und ich ohne mich anzustrengen in null komma nix mein Idealgewicht hatte. Wie phantastisch. Das wollte ich nun für immer beibehalten.

    Leider verliess mich nach einigen Monaten die Energie: mir ging es ziemlich schlecht ich war immer nur schlapp und fühlte mich schlichtweg gar nicht mehr energiegeladen und gesund. Viele sprechen von Entgiftungen und Krisen die ganz normal sind aber für mich fühlte sich das nicht gut an und somit war ROH gestorben. Und dadurch dass ich oft so ein 100%iger Typ bin, war ROH 100% und nicht roh dann eben auch;-)

    Was mir auch grosse Probleme bereitete war meine Familie. MIt vielen Kindern und KOchen und gemeinsames Essen als Teil der Familienkultur starb das durch die Rohkost einfach aus denn ich wollte nicht mehr kochen und bei meinem Freun gab es meistens Spaghetti mit Pesto. Ich bin ein sehr experimentierfreudiger Typ und das gemeinsame Verschlemmen meiner Koch und Backversuche fehlte mir wirklich sehr sehr sehr.

    Seit einigen Wochen (Heuschnupfensaison) taucht ROH wieder vermehrt auf. Lustigerweise ganz anders als vor zwei Jahren. Die Allergie geht zwar runter aber nicht weg wie einst. Und mitlerweile habe ich ein beachtliches Geräteequipement was dazu führt dass es viel rohe Schoki gibt...Leinsamencracker und Granola... alles ziemlich hochkalorisch deshalb nehme ich auch eher zu als ab;-)Ich versuche aber auch nicht mehr irgendwas 100% zu machen sondern so wie es sich mit meinem Leben verträgt und mit dem meiner Familie. Das Rohvolutionsbuch fand ich auch sehr gut und es hat mich entspannt. Die Rohkostszene an sich strengt mich ziemlich an. Ich habe immer den Eindruck der eine will perfekter sein als der/die andere und alle versuchen sich gegenseitig zu entlarven dass sie doch nicht 100%roh sind....puh! Solange ich vegan bleibe sind alles andere Spielereien für mich die im Zweifelsfall nur mir schaden und deshalb versuche ich mich im Ernährungsdschungel zu entspannen was nicht immer leicht ist mir aber vermehrt gelingt. DA ich noch einige zipperleins habe wie Allergie und Co versuche ich natürlich auch weiter das Optimale für mich zu finden aber das ist ein weg.... und der ist noch lange nicht gegangen.

    Liebe Grüsse...Bianca

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    1. Hallo Bianca,

      danke dafür, dass du deine Geschichte hier mit uns teilst. Dann geht es dir ja fast ein bisserl ähnlich wie mir.

      Nur ein Unterschied: meine Zipperleins sind durch die Umstellung auf vegan komplett weg gegangen :-)
      Das war ständiges Kopfweh (mehrmals wöchentlich!) eine Fructoseintoleranz, Asthma und Allergien...

      Viele liebe Grüße und ich hoffe du überstehst die Pollenzeit einigermaßen.

      Herzlichst,
      die Claudi

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  8. Hallo Claudi,
    auch ich finde Deinen Artikel einfach klasse und man merkt, dass er von Herzen kommt.
    Deinen Blog verfolge ich schon ziemlich lange, und ich selbst habe vor einer Woche mit dem "Experiment roh" gestartet. Es hat sich für mich viel schwieriger gestaltet als angenommen, obwohl es bei so vielen (siehe z.B. Kommentar moseskinder) super klappt. Aber genau wie Du kann ich den Tag bis zum Abend mit Rohkost superleicht gestalten und auch das allmorgendliche Amaranthmüsli fehlt mir gar nicht mehr. Aber abends steckte dann irgenwie der Wurm drin und ich hatte auf einmal unglaubliche Gelüste nach gekochter Hirse, Quinoa o. Ä.! Meine Heilpraktikerin hat dann heute Deine Worte benutzt, wo ich jetzt im Nachhinein wirklich grinsen muss: "Kasteien Sie sich doch nicht selbst - 100% roh schön und gut, aber ab und zu Hirse bringt Sie auch nicht um..." :-) Und ich glaube so wird es bei mir auch bleiben! Danke für den tollen Artikel, der mir nach dieser letzten Woche das (kleine) schlechte Gewissen genommen hat und mich viel motivierter in diese neue (halbrohe) Woche starten lässt!
    Liebste Grüße
    Madeleine
    PS: Heute Abend gab es Hirse... ;-)

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    1. Liebe Madeleine,

      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Die Aussage deiner Heilpraktikerin ist ja fast schon unheimlich :-)

      Alles Liebe für dich und genieß die Hirse :-)
      Herzlichst,
      die Claudi

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  9. Huhu Claudi,

    Ein Jeder hat andere Beweggründe, sich mit Ernährung auseinanderzusetzen. Ich zähle zu der Gruppe, die sich dem aus gesundheitlichem Aspekt näherten. Seinerzeit habe ich mich mit der Rohkost heilen können und bin aus vielerlei Hinsicht von ihr überzeugt. Mit allen ihren nur denkbaren positiven Auswirkungen durfte ich diese Form erleben. Damals beinhaltete sie bei mir noch rohe Milchprodukte, seltener rohes Fleisch. Das blieb dann schon schnell ganz aus und ging in den rohen Vegetarismus über. Wie alles im Leben unterliegt auch die Ernährung stetem Wandel. Man informiert sich weiter, liest Bücher, stöbert im Netz, verfolgt Blogs etc. pp. - ihr alle kennt das. Erst viel viel später kam bei mir auch der ethische Aspekt hinzu, so dass es irgendwann keine Alternative mehr gab, als mich vegan zu ernähren. Zunächst versuchte ich mich kurz an veganer Kochkost. Das war allerdings nur ein kurzer Ausflug, weil ich a) extrem unkreativ bin in der Küche und b) noch nie nie nie Freude an dieser in meinen Augen extrem aufwendigen Kocherei (allein diese Vor- und Nachbereitung … *augenroll*) fand, dass es irgendwann in rohvegan (80 10 10) übergehen musste. Und damit geht es mir so etwas wie rundum gut. Muss mir kaum Gedanken ums Essen machen, was viel geistigen Freiraum schafft, bin entsprechend geistig klar und topfit, körperlich sowieso.

    … da muss ich kurz abschweifen, weil es so schön passt: Gestern bin ich von der Ostsee zurück nach München gefahren und habe einen Mitfahrer mitgenommen. Er bemerkte dann gegen Fahrtende: “Sag’ mal, Du bist jetzt echt 8 Stunden durchgefahren, ohne einen einzigen Kaffee?”
    Hihi, ja ich muss total verrückt sein.

    Aber das Hauptargument schlechthin: ES GEHT SCHNELL!!!

    Und was kann mich mehr bestätigen als mein psychisches und physisches Wohlsein?

    Da wird jeder seine ganz eigenen Erfahrungen machen und sehen, was für ihn am ehesten umzusetzen und ggfls. im Umfeld/Familie auch durchzusetzen ist. Ich möchte da mein Ding auch niemandem aufzwingen. Ernährung ist höchst persönlich sowie höchst emotional. Wir sind geneigt, vieles zu ändern im Leben, aber wenn uns jemand an unsere lieb gewonnene Ernährung möchte … soziales Leben: ich versuche immer soweit als möglich bei 80 10 10 zu bleiben, dann auch schon mal auf Kosten des Rohgedankens. Allerdings stets so natürlich wie möglich! Jetzt im Urlaub kochte ich für meinen Hund Kartoffeln, die habe ich dann auch mit verspeist. Und auch wenn meine Trockenfrüchte mal nicht roh sind, muss ich nicht gleich einen Termin mit meinem Therapeuten vereinbaren.

    Ich habe auch gelernt, nichts zu eng zu sehen. Ich denke, wir alle hier sind ehrnährungsbewusster und -kritischer als manch Anderer und können uns viel besser gegenseitig in vielen Aspekten austauschen und mit neuen Impulsen bereichern als uns auf die Finger zu klopfen und vermeintliche Ernährungsfehlschläge an den Pranger zu stellen.

    Und das ist doch toll!! :-)
    Also, lasst euch schmecken wonach euch ist! Für mich gilt aktuell: 80 10 10 for the win!!

    Lieben Gruß von der Steffine

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  10. Liebe Steffine,

    vielen Dank für deine Geschichte und die tollen Worte. Vor allem diesen Absatz

    "Ich habe auch gelernt, nichts zu eng zu sehen. Ich denke, wir alle hier sind ehrnährungsbewusster und -kritischer als manch Anderer und können uns viel besser gegenseitig in vielen Aspekten austauschen und mit neuen Impulsen bereichern als uns auf die Finger zu klopfen und vermeintliche Ernährungsfehlschläge an den Pranger zu stellen."

    finde ich suuuuper klasse.

    Ich freu mich SEHR, dass es dir mit 811 so gut geht. Und ich bin das daheim ja eigentlich auch. Ausnahmen bestätigen die Regel.
    Vorhin hab ich mir beispielsweise Kartoffelknödel gemacht - wobei die ja sogar 811 tauglich sind :-)

    Auf jeden Fall gaaaaaaaaaanz liebe Grüße und ein dickes Danke,
    deine Claudi

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  11. Ach, es ist doch so toll und eh sooo gesund wie Du Dich ernährst. Es müssen keine Tiere leiden und wennd er größte Anteil roh ist, istd as doch echt schon voll super!
    Bisschen Hirse oder ähnliches ist ja dennoch gesund, wie Du schon sagst, kasteien sollte man sich dann auch nicht finde ich. Ich wünschte ich wäre schon so weit in der Ernährung wie Du! "Kämpfe" immer noch mit dem Umstieg auf vegan. *seufz* Durch Dich und Deinen Blog habe ich die Rohkost erst richtig kennengelernt und probiere gerne manches davon. Hauptsache Dir geht es gut, wenn Du Dich wohl fühlst ist alles völlig ok!
    Danke für Dein "Outing" *ggg*
    Ein sehr schöner Post, Danke.
    Du schreibst toll finde ich.
    Außerdem inspirierst Du sooo viele Menschen, das alleine ist doch schon ech tklasse.
    Einmal gekochtes Mehr oder Weniger ist da wirklich nicht schlimm finde ich.
    Alles Liebe, MamaMia

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    1. Liebe MamaMia,

      ach das sind aber liebe Worte! Vielen vielen Dank dafür. Da ist mir grad mein Herzerl aufgegangen <3

      Alles alles Liebe für dich,
      deine Claudi

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  12. Hoi Claudi, sehr interessant für mich, wie du und andere Blogbesucher/innen das handhaben mit "roh" (und natürlich: -vegan) - vielen Dank für diese Diskussion!

    Ich habe ich mich am Rande mit Rohkost beschäftigt und sehe propagierte gesundheitliche Vorteile kritisch. Ich mag eure pragmatischen Sichtweisen und Wege. Bei einer veganen Lebensweise - für mich gehören dazu auch eine nachhaltige, ökologische, soziale faire, natürliche, gesunde Ernährung - steigt der Rohkostanteil automatisch. Ich esse primäre Gemüse, täglich mehrere Kilos. Spinat, Champignons, Sauerkraut, Salat und Karotten schmecken mir roh besser. Andere Gemüse wie Spargel, Zucchini, Lauch und Kräuterseitlinge dämpfe ich lieber bissfest. Früchte - eh roh. Weitere meiner Lieblingslebensmittel wie Kokosmehl und Apfelringli sind zufällig roh. Getreide und Brot sind mir verleidet, dafür knabbere ich täglich schüsselweise selbst gepufftes Popcorn mit Stevia. Ein Fairtrade Espresso am Morgen gehört für eine Frau mit Italienischen Wurzeln dazu ;-). Worauf ich auch nicht verzichten könnte, ist mein "Soyananda Nature Yoghurt"; spannend, dass es "für Rohkost geeignet" sein soll: http://www.soyana.ch/index.php/page/p229_ch_de_rohkost-und-f--r-rohkost-geeignet.html

    Vegan leben und leckere Rohkost en masse - fühlen sich für mich gut an! Ich bin durchaus bereit, zum Wohl von Tier, Natur und Mensch (Ethik) Abstriche beim Genuss zu machen, nicht aber für eine Dogmatik wie "Rohkost". Wobei ich keineswegs ausschliesse, dass sich 100% raw für einige Menschen gut anfühlt - und ich bewundere "vegane Rohköstler"!

    Liebe Grüsse, "Twilight"

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  13. Dankeschön Twilight :-)
    Freut mich, dass du das hier genauso klasse findest wie ich!

    Liebe Grüße,
    die Claudi

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  14. Liebe Claudi!
    Vielen Dank für diesen Beitrag und herzlichen Glückwunsch zu dieser neuen Erkenntnis. Ich muss sagen, Dein Blog macht mir gleich wieder doppelt so viel Spaß, es gab nämlich einen Punkt an dem ich dachte "hmm, das ist mir vielleicht doch zu extrem" (nämlich in dem Beitrag, in dem Du erwähntest, dass Du so stolz auf Dich bist, weil Du beim Italiener 2 Salatteller ohne Dressing gegessen hast).
    Ich liebe gerade Dein Schwanken zwischen roh - gesund und Genuss und Lebensfreude. Dies spiegelt wohl meine eigene Ambivalenz wieder. Ich fühle mich mittlerweile am wohlsten, wenn ich 2 rohe (Smoothie, Riesensalat) und eine nicht-rohe Mahlzeit habe. So bleibt man auch schön flexibel für Einladungen, Essen mit Familie usw.
    Außerdem wirkt das - glaube ich - für Nicht-Veganer viel einladender und motivierender und so leistet man gleich etwas Überzeugunsarbeit ...
    Also - auf jeden Fall sehr mutig und aufrichtig von Dir Deinen Sinneswandel so öffentlich zu machen. Dein Blog ist eben doch mein LieblingsBlog. Großes Kompliment!!!

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    1. Guten Abend GrennBee,

      oh das sind ja soooooooo schöne Worte. VIELEN VIELEN DANK DAFÜR!!!! Dann war das ja doch die richtige Entscheidung, die ich da schon ein paar Wochen vor mir hergeschoben habe :-)

      Ich freu mich grad total!!!!

      Ganz liebe Grüße und ein schönes langes Wochenende,
      die Claudi

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    2. P.S.: noch ein Nachtrag...
      Bei dem Italiener bin ich mir bis heute nicht sicher, ob die Pizza vegan gewesen wäre :-)

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  15. Huhu Claudi,
    hier nun endlich meine Antwort :D
    http://fruitupyourlife.blogspot.de/2013/05/re-mensch-lebt-nur-einmal.html
    Liebste Grüße von der Miri :D

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