Sonntag, 9. Juni 2013

Alkohol vegan?

Welcher Alkohol ist vegan? Und welcher nicht? Und warum?

Das sind Fragen, die ich hier nicht kläre.
Warum? Weil ich mich schlichtweg nicht damit auskenne.

Was ich euch sagen kann ist Folgendes:
Nach deutschem Reinheitsgebot gebrautes Bier ist immer vegan.
Wein kann (wie auch Säfte und Essig) Gelatine oder Fischblase enthalten und ist somit nicht immer/selten vegan.

Mehr weiß ich dazu nicht und das hat unter anderem diesen Grund:
Ich trinke keinen Alkohol.
Somit habe ich mich auch nicht damit beschäftigt, ob/welcher Alkohol vegan ist.

Dies hat einen Schnurzpieps mit VEGAN zu tun, sondern mit meiner persönlichen Entscheidung die ich bereits vor vielen Jahren getroffen habe. "Straight Edge" sagte mir damals noch rein gar nichts. Und ich dachte Veganer wären Jesuslatschenträger mit Strohhut auf.

Meine Entscheidung zur Anti-Alkoholikerin zu werden kam schleichend daher.
  • Zuerst sei erwähnt, dass ich schon einige mir sehr nahe stehenden Menschen aus familiären Umfeld an der Volksdroge Alkohol verloren habe.
  • Gefolgt von der Info, dass mir Menschen, die so besoffen sind, dass sie sich am nächsten Tag nicht mehr erinnern können was passiert war, schon zu Teenie-Zeiten komisch vorkamen.
  • Persönlich kenne ich vier Menschen, die trockene Alkoholiker sind (oder leider waren) und weiß, welch ein Kampf dieser Weg ist - auch wenn ich diesen persönlich nicht nachempfinden kann.
  • Mittlerweile habe ich drei Bücher zum Thema Alkoholmissbrauch gelesen. Das macht mich keinesfalls zu einem Profi und auch nicht stolz - aber ich weiß sehr wohl, wie frau damit umzugehen hat.
  • Bis vor ein paar Jahren habe ich zumindest an Silvester, am Geburtstag, oder an der Seine mit Champagner/ Sekt/ Prosecco/ Cremant angestoßen. Auf was auch immer?!? Oder es gab abends zur lecker Pasta mal einen trockenen Rotwein (1/4 von einem Weinglas voll) - sonderlich viel vertragen habe ich noch nie. Und ich war auch noch nie richtig besoffen. Wenn dann nur mal angeheitert - aber ich hing zumindest an noch keinem Abend oder in keiner Nacht über der Kloschüssel.
  • Aufgrund dessen, dass ich Anfang meiner Zwanziger mal DJ-Freundin war, habe ich s.g. "Flatrate-Saufen" von der Bühne aus miterlebt. Nüchtern! Das waren Szenen die mein Leben und meine Einstellung zur Menschheit entscheidend verändert haben!

Nun noch ein paar gedankliche Anregungen dazu, die mir gerade in den Sinn kommen:
  • Warum darf man sich die Birne wegpusten und es ist vollkommen legal und gesellschaftlich akzeptiert?
  • Wann ist man angetüdelt, wann besoffen, wann abhängig? Wieso ist die Schmerzgrenze so hoch? Und doch so verschwommen, dass keiner genau hinschaut?
  • Schon als Jugendlicher gilt es zu beweisen, wieviel man vertragen kann. Das geht dann weiter bis ins Rentenalter.
  • "Ja mei, der is halt besoffen!" - tolle Ausrede, oder?
  • Warum merken wirklich gute Freundinnen nicht einmal, dass eine in der Clique alkoholsüchtig ist?
  • Was muss eigentlich passieren, damit ein alkoholkranker Mensch von selbst merkt, dass was schief läuft?
  • Restaurants servieren nach dem Essen als Dank ihren Gästen gerne eine Runde. Warum?
  • Weshalb ist Alkohol ein gesellschaftliches Muss? 
  • Trinken aus * Frust *Freude? = Sucht/Krankheit/Abhängigkeit!
  • Trinken zur *Belohnung *Entspannung *Feierlichkeit? = Sucht/Krankheit/Abhängigkeit!
  • Warum muss ich mich als Nicht-Trinker immer und immer wieder und zwar überall zu diversen Anlässen rechtfertigen (!) wenn ich KEINEN Alkohol trinke?

Und was will ich damit eigentlich sagen:Statt Feierabend-Bier gibt es bei mir Feierabend-Smoothie :-)


Ich halte es auf jeden Fall in meinem Umfeld mit Alkoholtrinkern gerne wie mit Fleischessern: Jeder darf gerne trinken so viel und was er will - aber ich möchte gerne, dass mein Nicht-Trinken ebenso akzeptiert wird.

Letzten Endes ist und bleibt Alkohol ist für mich eine (legale) Droge deren Konsum ich absolut nicht gutheißen kann!

Und trotzdem habe ich euch lieb meine Freunde da draußen die ihr hier vielleicht hier drüber stolpert. Ich werde euch keinesfalls verteufeln oder in ein schlechtes Licht rücken. Nicht mal gedanklich!
Meine Meinung zum Thema wollte ich hier dennoch einmal festhalten - und ihr kennt diese ja sowieso schon lange und gut :-)

Jedenfalls steht fest: Kenn dein Limit!





xoxo & smoothie
Claudi

P.S.: Meine exotischen Dampfnudeln können nun auf der Provamel Veggie Star 2013 Seite bewertet werden. Ich würde mich WAHNSINNIG über deine fünf Sterne freuen! DANKESCHÖN! 

Kommentare:

  1. Hallihallo :-)
    Bin schon seit längerem stille Mitleserin [und finde den Blog wirklich super, muss jeden Tag vorbeischauen! :-)] und muss nun mal schreiben, dass ich diese Meinung wirklich teile! Meinetwegen kann jeder soviel trinken, wie er möchte, aber ich finde es ziemlich traurig, dass ich mich ständig rechtfertigen muss, warum ich nichts trinke.. mein Freund und ich dürfen uns leider ständig anhören, wie "uncool" das ist (und das von Leuten Mitte 20, was an sich schon recht grotesk ist, wie ich finde). Aber mal ehrlich, ist es nicht viel uncooler, sich sinnfrei zu betrinken [dabei meist viel zu viel Geld auszugeben (welches man eigentlich in Sinnvolleres investieren könnte), den Großteil des Abends ohnehin zu vergessen und am nächsten Morgen einen üblen Kater zu ertragen], nur um genauso "cool" zu sein, wie alle anderen? Ich denke schon. Da bleib ich lieber uncool.;-)
    Liebe Grüße und einen guten Start in die neue Woche,
    Laura

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  2. "mein Freund und ich dürfen uns leider ständig anhören, wie "uncool" das ist (und das von Leuten Mitte 20, was an sich schon recht grotesk ist, wie ich finde). Aber mal ehrlich, ist es nicht viel uncooler, sich sinnfrei zu betrinken [dabei meist viel zu viel Geld auszugeben (welches man eigentlich in Sinnvolleres investieren könnte), den Großteil des Abends ohnehin zu vergessen und am nächsten Morgen einen üblen Kater zu ertragen], nur um genauso "cool" zu sein, wie alle anderen? Ich denke schon. Da bleib ich lieber uncool.;-)"

    wenn ich das lese, dann kommt in mir das Verlangen auf all meinen Freunden unverzüglich mitzuteilen, wie lieb ich sie hab'.

    Allerdings glaube ich nicht, dass ein Rausch bzw. das Trinken von Alkohol "sinnfrei" ist und generell versuche ich solchen Themen, bei denen ich mir eine Akzeptanz meiner Entscheidung wünsche, eben die Vielfalt verschiedener Meinungen und Empfindungen zu respektieren. Die Frage, ob es "nicht viel uncooler sei..." empfinde ich dementsprechend, vor dem Hintergrund des vorher vorgebrachten Wunsches nach Akzeptanz, als schwierig.

    Das Alkoholtrinken mit Fleischessen zu vergleichen käme mir ebenfalls nicht in den Sinn. Das sind doch zwei völlig unterschiedliche Handlungsebenen bzw. unterschiedliche "Folgekosten". Ich akzeptiere nicht, dass Tierleichen gegessen werden, nur weil ich nicht jeden fremden Teller kommentiere. Der Alkoholkonsum anderer Menschen ist mir schlicht egal und es geht mich nichts an. Rauscherlebnisse sind nicht für sich problematisch, auch wenn sie den kapitalistischen "Tugenden" nicht entsprechen. Ich bin traurig, wenn ich einer unglücklichen Person mit Korsakow-Syndrom begegne, aber das bin ich bei jeder unglücklichen Person. Von der Trauer und die Wut, die ich über unsere gewaltvolle, konsum- und leistungsorientiere Gesellschaft empfinde ist das aber meilenweit entfernt.

    Ich trinke übrigens ebenfalls keinen Alkohol, allerdings ausschließlich aus geschmacklichen Gründen. Gegen Rauscherlebnisse anderer Art, ob nun substanzinduziert oder nicht, habe ich überhaupt nichts einzuwenden. Ganz im Gegenteil glaube ich, dass ein, die safer use beachtender, Konsum, Entwicklungspotentiale freisetzt.

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  3. Ich schließe mich dem vorherigen Beitrag mal an - es zeugt auch nicht gerade von Toleranz, es albern und uncool zu finden, sich zu betrinken. Dass uns ein wenig mehr Sensibilität für Alkoholprobleme nicht schaden würde, will ich nicht bestreiten. Aber Alkohol generell zu verteufeln und blöd zu finden, weil man ihn selbst nicht mag und das Rauscherlebnis unangenehm findet, halte ich für übertrieben. Manchmal hab ich Lust drauf, wie auch auf andere Dinge, und manchmal eben nicht.
    Dass ich mich für's Nicht-Trinken rechtfertigen musste, ist mir bisher selten passiert, und dabei bewege ich mich in Kreisen, in denen es ungewöhnlich ist, kein Bier zu mögen. Aber ich sage, dass ich keins trinke, und dann ist es auch gut, spätestens, wenn ich die Leute das zweite oder dritte Mal treffe. Deswegen finde ich Biertrinken aber noch lange nicht unzivilisiert und schaue auf Biertrinker herab ;) So kommt es hier nämlich teilweise rüber. Ich trinke nicht, um cool zu sein, sondern, weil für mich dadurch manche Partys einfach schöner werden. Wie sollte ich denn bitte mein Geld in noch Sinnvolleres investieren? :) Zu Hause kochen kann ich schließlich auch, und trotzdem ist es nett, ab und zu essen zu gehen.

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  4. "Nach deutschem Reinheitsgebot gebrautes Bier ist immer vegan."

    Das Bier an sich, ja. Sollte es aber aus der Flasche kommen, wäre zu hinterfragen ob der Kleber des Etiketts tierische Bestandteile enthält!

    http://www.laubfresser.de/2013/06/bier-mit-veganem-etikett-ratsherrn.html

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  5. Mir geht es da so ähnlich wie dir. Vor allem ist es sehr irritierend wie irrational das ganze ist. Menschen die andere Drogen & Drogenbenutzer verachten aber selbst gerne Alkohol trinken. Das ist einfach nur weil es "normal" ist. Fakt ist, dass alkohol eine der gefährlichsten Drogen ist. Das heißt nicht, dass ich unbedingt will, dass es verboten gehört, aber einen rationaleren umgang fänd ich toll.

    Siehe beispielsweise:

    http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(10)61462-6/fulltext

    &

    http://bmjopen.bmj.com/content/2/4/e000774.full

    Nur ein zitat aus der metastudie "Overall, alcohol was the most harmful drug (overall harm score 72), with heroin (55) and crack cocaine (54) in second and third places."

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