Freitag, 2. August 2013

Demo Hand in Hand mit Fleischessern?

Hallo du,

auf dem Greentunes habe ich von Rupert Ebner (Slow Food) mindestens eine Sache gelernt:
Wir Veganer kommen in einigen Punkten nur dann voran, wenn wir den Weg Hand in Hand mit Fleischessern gehen!!!

Klingt komisch, ist aber so!

Warum?
Wir Veganer neigen dazu, uns auf unseren Festen selbst zu feiern. Klar, die Veganmania ist super. Und ich will sie keinesfalls missen. Und natürlich kommen viele Menschen die in der jeweiligen Stadt sind zufällig vorbei gestapft und werden mit Veganismus konfrontiert. Dennoch: Der Großteil an Besuchern auf vegan/vegetarischen Veranstaltungen besteht aus Veganern/Vegetariern.

Fraglich ist für mich: Was erreichen wir auf diese Weise? Wir wissen ja schon was richtig und falsch ist. Es geht doch vielmehr darum alle anderen aufzuklären.

Natürlich - das steht außer Frage - wäre es mir persönlich am allerliebsten, die Welt wäre ab morgen komplett vegan! Nur leider leider ist das doch eher unwahrscheinlich. :-)

Wir sollten also kleine Schritte gehen und vor allem Fleisch essende Menschen dazu bewegen ihren Konsum zu überdenken und vor allem zu hinterfragen.
Das funktioniert m.E. nicht mit Horrofotos von Tieren die gerade verbluten sondern mit ruhigen Gesprächen, sinnvollen Argumenten und Fakten aus den drei Säulen (Umwelt, Gesundheit, Tiere).
Details dazu findest du in meinem Blogeintrag "Warum vegan?".

Nun stehen demnächst zwei Demos an. Beide haben keinen veganen Hintergrund - doch ich finde sie beide so wichtig, dass ich gerne hier an dieser Stelle darauf aufmerksam mache!

Am 31. August 2013 wird in Wietze "Gegen Massentierhaltung und Gentechnik, für eine ökologischere bäuerliche Landwirtschaft" demonstiert.
Alle Infos dazu sind auf der Website von campact zu finden.


Am 10.August 2013 wird in Donauwörth gegen das "System Straathof" demonstriert.


Quelle: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=554333407962595&set=a.545972552132014.1073741829.545738925488710&type=1&theater
Dazu gibt es eine Facebook Seite und eine Petition.

Und nun noch einmal:
Fleisch Konsum ist nicht lebensnotwendig - im Gegenteil!
Aber: Stück für Stück voran!
Oder: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.

"Fleisch ist Mord!" zu schreien ist natürlich sinngemäß richtig - aber sollten wir uns nicht mit dem ersten Schritt beschäftigen? Der liegt in der Abschaffung der grauenvollen Massentierhaltung. Und mit der Teilnahme an den oben erwähnten Demos gehst du auf jeden Fall in die richtige Richtung.

Oder wie siehst DU das? Ich freue mich auf dein Kommentar!

xoxo & smoothie
Claudi

P.S.: In meinem "Vegan Kalender" versuche ich Veranstaltungen ständig auf dem aktuellen Stand zu halten. Wenn ich etwas veröffentichen soll: Email genügt! Den von Deutschland is(s)t vegan pflege ich übrigens auch :-)

Kommentare:

  1. Ich denke daß die Berichterstattung über veganes Leben in den Medien, sowie die Tatsache daß man jemanden kennt der vegan lebt, einen Fleischesser doch zum Denken anstößt. Und es gibt Leute die vegan werden würden aber nicht wissen wie. Ich habe schon 2 getroffen denen ich helfen konnte. Mich persönlich haben gerade die Bilder und Filme mit den schockierenden Bildern zum Nachdenken und Umdenken gebracht. Störend finde ich Veganer, die darüber jammern daß es immer mehr vegan lebende Menschen gibt und sie zum Modeveganer abstempeln. Selbst wenn nicht alle konsequent dabei bleiben ist das doch positiv für all die Menschen die sich dafür eingesetzt haben daß mehr Leute vegan werden.

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  2. Natürlich ist es gut, dass sich die Menschheit immer mehr mit Themen wie Tierleid und anderen Ernährungsformen beschäftigt, allerdings finde ich nicht, dass der Umstieg auf Bio & Co. ein Fortschritt ist. Bei der jetzigen Massentierhaltung ist den Menschen klar, was sie Essen, zumindest sollte es so sein und es lässt sich aufklären - Doch wird auf die sooo tolle 'tierfreundliche' Haltung umgestellt, dann haben die Menschen nicht das geringste schlechte Gewissen mehr, da die Tiere ja göücklich waren. Bei denen, die es sich leisten können, würde der Fleischkonsum garantiert wieder steigen. Die Tiere interessiert es auch nicht, ob 'Bio' auf ihrem Sarg steht.
    Liebe Grüße, Sophie
    http://livingforsophistication.blogspot.de/

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  3. Liebe Claudí,

    dein Beitrag macht mich ganz verlegen. Was Du hier formulierst hebt sich wohltuend ab von militantem Veganismus. Im wohlhabenden Teil der Welt haben die Menschen die Wahlmöglichkeit vegan oder vegetarisch zu leben. Es gibt viele Regionen auf der Welt, wo er diese Wahlmöglichkeit nicht hat, deshalb wird es eine Welt in der keine Tiere von Menschen "gehalten" werden um sie danach zu töten und zu essen nicht geben. Unser gemeinsames Ziel sollte sein, dass Tiere die in der Obhut des Menschen gehalten werden keinen "haltungsbedingten" Schmerzen und Leiden ausgesetzt sind. Übrigens gilt das auch für alle unsere Heimtiere. Eine Katze die so übergewichtig ist, dass sie kaum mehr laufen kann, ist auch ein grober Verstoß im Ungang mit unseren Mitgeschöpfen. Der Weg den Claudi beschrieben hat, gemeinsam für eine Verbesserung der Haltungsbedingungen der Tiere in der Obhut des Menschen zu kämpfen ist das Ziel meiner Arbeit bei Slow Food und, so mich möglichst viele Wähler aus Oberbayern bei der Landtagswahl am 15.September auf der Liste 4, der Liste der Grünen, auf Platz 28 finden und dort ihr "Kreuzchen" machen, Kernthema meiner Arbeit im nächsten Bayerischen Landtag.

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    1. Schön, dass Sie die Diskussion um die Kombination von Slow Food und Veganismus so unabhängig vom Wahlkampf führen.

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  4. Hallo Claudi,

    obwohl ich bisher die meisten "campact"-Aktionen absolut unterstützenswert fand, habe ich mich bei der aktuellen zur Massentierhaltung bewusst dagegen entschieden. Zum einen finde ich persönlich Menschen heuchlerisch, die gegen Massentierhaltung in ihrem unmittelbaren Umfeld demonstrieren aber in der Woche darauf in der Kantine wieder das Gericht mit dem Hähnchenbrustfilet wählen ohne nach dessen Herkunft zu fragen. Alle, die da demonstrieren, könnten ein viel deutlicheres Zeichen setzen, in dem sie den Dreck aus der Massentierhaltung einfach nicht mehr kaufen und essen. Und ich weigere mich einfach zu glauben, diese Menschen seien so dumm, dass sie den Zusammenhang nicht erkennen könnten und noch entsprechender Aufklärung bedürften.

    Zum anderen trägt das Thema der Demonstration eben gerade nicht zur Aufklärung bei, indem es vorgaukelt, es gäbe auch so etwas wie eine artgerechte oder tierfreundliche Fleischproduktion. Die Botschaft muss heißen: Je weniger Fleischkonsum, desto besser für Tier, Gesundheit und Umwelt. (Einfach, weil sie wahr ist.)

    Wie notwendig die Verbreitung dieser Botschaft ist, zeigt ja gerade der Vorgängerkommentar eines promovierten grünen Politikers, der in geradezu absurder Verdrehung der Tatsachen das Märchen verbreitet, Veganismus sei eine Luxuslebensweise und die Fleischproduktion gerade für die Ärmsten der Welt unerlässlich.

    Lieber Herr Dr. Ebner: Die hiesige Fleischproduktion befeuert die Futtermittelproduktion in den ärmsten Regionen der Welt und damit die unwiederbringliche Zerstörung von Regenwäldern sowie die Vertreibung der Ärmsten von ihren kleinen Landstücken, auf denen sie sich fast ausschließlich pflanzlich ernähren. Wenn wir nicht gerade von Nomadenstämmen reden, wo das Vieh auch die kärgsten, landwirtschaftlich nicht nutzbaren Böden verwerten kann, ist die Tierhaltung zur Herstellung von Nahrungsenergie für die Menschen *immer* eine unglaubliche und vollkommen unnötige Ressourcenvergeudung, da das, was die Tiere essen, genauso gut von den Menschen selbst gegessen werden könnte. Gerade die Ärmsten dieser Welt können es sich nicht leisten, z.B. 3 Kilokalorien Mais in eine Kilokalorie Huhn "umzuwandeln", sondern sind allemal besser dran, wenn sie diesen Mais selber essen. Haben Sie schon einmal davon gehört, dass sich im ländlichen Indien, wahrlich nicht die reichste Region dieser Welt, seit Jahrhunderten zig Millionen Menschen nachahltig fleischlos ernähren können?

    Aber ich lasse wohl außer acht, dass Herr Dr. Ebner auch für bayerische Landwirte wählbar sein will, und wenn es auch nur die Biobauern mit den vermeintlich glücklichen Tieren sind. Nur ist er dann hier völlig fehl am Platze.

    Viele Grüße
    Hauke

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  5. Lieber Herr Dressel,

    ihr Kommentar kommt nicht ganz unerwartet und ich möchte zu 2 Sachverhalten Stellung nehmen.
    Viele Ethnien, Kulturen der Welt bauen ausschließlich auf der Haltung von Haustieren, die dann auch geschlachtet und gegessen werden. (Saanen, Mongolen,Tuareg,Inuit um nur einige zu nennen). Dass unsere jetzige Tierhaltung den Hunger in der Welt verstärkt, daran gibt es überhaupt keinen Zweifel. Aber ich glaube nicht, dass militanter Veganismus daran etwas ändert. Wer glaubhaft die Lebenssituation von Tieren in menschlicher Obhut (Schlachttiere und Haustiere) ändern will, der muß die politischen Rahmenbedingungen ändern. Dazu muß es Beispiele wesengerechter Tierhaltung geben. Ich kann ihnen solche Tierhaltungen zeigen.
    Diejenigen die ihr veganes oder vegetarisches Leben deshalb wählen, weil sie Tieren Qualen ersparen wollen, gerade die sollten sich für eine Verbesserung der Haltung von Tieren die zur Schlachtung bestimmt sind einsetzen. Solange es Tierhaltung zu Ernährungszwecken gibt, findet das meiste Tierleid, in diesen, den heute üblichen Haltungsformen, statt. Vegan, vegetarisch Leben fordert geradezu dazu auf, sich für die Tiere in der Landwirtschaft einzusetzen, Für sich eine vegane Lebensform in Anspruch zu nehmen ohne sich um die Realtiät in der Tierhaltung zu kümmern, da kommen mir Zweifel an der Sinnhaftigkeit veganen bzw. vegetarischen Lebens.

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  6. Lieber Dr. Ebner,

    der Vorwurf des "militanten Veganismus" Ihrerseits kommt auch nicht ganz überraschend, dabei trage ich weder eine Kalaschnikow noch zerstöre ich irgendwelche Dinge, sondern mache lediglich von meinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch, um ein paar Fakten klarzustellen, die Sie ja mit ihrer Antwort auch bestätigen, da sie lediglich ein paar Nomaden- und Jägerkulturen aufzählen, die ihre derzeitige Lebensweise ohne den Verbrauch von Tieren in der Tat nicht aufrecht erhalten könnten. (In ihrem ersten Beitrag sprachen Sie noch "Haltungsbedingungen", nun bringen Sie plötzlich die Jägerkultur der Inuit ins Spiel, die die einzigen Tiere, die sie halten -nämlich Hunde- mitnichten essen.)

    Umgekehrt heißt das, dass die über 99 Prozent der Weltbevölkerung, die in sesshaften Kulturen mit Agrarproduktion leben, eben keinerlei Fleisch essen müssten. Um diese Tatsache können Sie auch mit noch soviel Geschwurbel über die "Lebenssituation" von "Schlachttieren" und Militanzvorwürfen nicht herumreden. Es ist interessant, dass im Falle des Veganismus der Militanzvorwurf genau gegen jene Zeitgenossen erhoben wird, die sich gegen Gewalt, nämlich einschließlich der Gewalt an Tieren stark machen. Ich glaube Ihnen aber unbenommen, dass Sie selber gar nicht merken, dass Sie voll und ganz im Karnismus, also dem durchaus gewaltsamen herrschenden Glaubenssystem befangen sind. (Ich mache Ihnen keinen Vorwurf daraus, ich war es bis vor einigen Jahren noch selbst.)

    Sie können es aber wohl kaum Ernst meinen, wenn Sie äußern, dass *gerade* Vegetarier/innen und Veganer/innen sich für bessere Haltungsbedingungen für "Schlachttiere" einsetzen müssten, obwohl diese für sie gar nicht gehalten werden müssten. Das wäre so, als würde man verlangen, dass *gerade* Solarstromproduzenten sich für neuere und damit sicherere Atomkraftwerke einsetzen müssten. Zumindest bei diesem Beispiel müssten Sie als Grüner doch merken, wie unsinnig das ist.

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  7. Claudi, mir sprichst Du mal wieder aus der Seele. Ich nehme ungern an Demos teil wie "Meat is Murder", lieber verteile ich vegane Backwaren beim "Vegan Bake Sale", ich mag lieber positive Veranstalungen als negative. Vegan werden ist wie mit dem Rauchen aufhören o.ä.: man muss es selbst wollen, man kann nicht dazu gezwungen werden. Und wenn mich jemand beschimpfen würde aufgrund meiner Lebensweise oder Ernährungsweise, dann ist es doch logisch, dass ich mich erst mal dagegen sperre und nicht gerade offen reagiere.

    Manchmal habe ich so das Gefühl, andere Veganer haben nur vegane Freunde? Ich habe viele fleischessende Freunde und Kollegen, die ich sehr mag und außer meiner Tante und meiner Cousine (beide Vegetarier) habe ich auch nur fleischessende Familienmitglieder. Sogar mein Mann isst ab und zu noch Fleisch. Und denen möchte ich nicht ständig Vorträge halten oder sie beschimpfen.

    Wenn dann jemand zu mir kommt und mir erzählt, dass er wegen mir nachdenklich geworden ist und nun weniger Fleisch isst und sich sehr genau darüber informiert, wo sein Fleisch herkommt, soll ich ihm dann sagen, dass das nicht genug ist? Nein, ich sage natürlich, dass ich das supertoll finde und so ist es auch. Jede Mahlzeit zählt und für die Tiere ist es nicht egal, wie sie gelebt haben, bevor sie geschlachtet worden sind. Wir sollten wirklich versuchen mit kleinen Schritten voranzukommen, auch wenn es schwer fällt und man am liebsten alle Tiere gleichzeitig retten würde.

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