Donnerstag, 26. Dezember 2013

Sonja Reifenhäuser - Food Coaching und mehr!

Hallo du,

heute möchte ich dir eine ganz besondere Frau vorstellen.

Sonja Reifenhäuser kenne ich seit 2012. Wir schreiben beide für Deutschland is(s)t vegan, waren in unser Buch "Ab heute vegan" involviert und Sonja hat den ernährungswissenschaftlichen Teil zu meinem Buch "Rohvegan" beigesteuert.

Während ich dich gerne unterstütze, falls du dich vegan(er) ernähren willst, ist Sonja u.a. als Food Coach buchbar.

Nun hat sie mir einige Frage zu ihrer Tätigkeit beantwortet und ich will dich gerne daran teilhaben lassen.

Foto: Martina Thalhofer 


Liebe Sonja,
du bist "Ganzheitliche Ernährungsberaterin“ und "Fachfrau für Bio – Gourmet – Ernährung in Handel, Gastronomie und Gesundheitsvorsorge (IHK)". Magst du mir erklären, was ich mir darunter vorzustellen hab?
Ganzheitliche Ernährungsberaterin bedeutet, dass ich neben den klassischen Grundlagen von Anatomie, Physiologie und Verdauung zusätzlich einen ganzheitlichen Ansatz bekam, der das Verhältnis von Psyche und Körper und die Heilkraft der Natur näher erläuterte. Zusätzlich bekamen wir einen Querschnitt durch alle Ernährungslehren und so kam es dort für mich zur ersten Berührung mit dem Thema „Veganismus“.
Die „Fachfrau für Bio-Gourmet-Ernährung“ (http://www.biogourmetclub.de/) anschließend war eine logische Folgeentscheidung nach der Ernährungsberaterin, denn diese konzentriert sich auf ökologische Lebensmittel, den Anbau und die Verwendung, Trendthema 'BIO', Marketingstrategien zur Umsetzung in Handel und Gesundheitsvorsorge und beschäftigte sich mit alternativen Ernährungsphilosophien - hier ganz präsent die rein pflanzliche Ernährung. Damals wie heute immer noch revolutionär und wie wir merken auch nicht mehr wegzudenken.
Beides Zusammen hat mir eine Grundausbildung gegeben, die sich mit den Themen Ernährung, Gesundheit, Veganismus/Vegetarismus und Nachhaltigkeit/Ökologie beschäftigen – welches jetzt alles in meinem Beruf als „Food-Coach“ ineinandergreift.



Du bist als Foodtrainer und Gastrocoach buchbar. Außerdem gibst du Seminare und Kochkurse. Was macht dir am meisten Spaß?
Das kann ich so nicht beantworten. Jeder Job hat seine Vorteile und Herausforderungen.
Als Personal-Food-Trainer schätze ich das persönliche Gespräch mit den Kunden, ich mag es, eng mit Menschen zusammenzuarbeiten. Ich möchte sie für gesunde Ernährung und Kochen, für Bewegung und die Themen Gesundheit und Nachhaltigkeit begeistern. Mir ist es wichtig, sie ganzheitlich zu beraten und mit ihnen ihre persönliche Ziele umzusetzen, die wir zusammen herausarbeiten. Denn ich unterstütze den ayurvedischen Gedanken: jeder Mensch hat eine eigene Körperkonstitution und verträgt auch etwas anderes in anderen Kombinationen. Ich möchte meinen Kunden wieder zum Dialog mit sich selbst verhelfen, sie wieder sensibilisieren und versuchen, ihrer eigenen inneren Stimme zu folgen.
Als Gastrocoach möchte ich Unternehmern und Gastronomen zeigen, wie vielfältig die pflanzliche Ernährung ist und wie man sie leicht, frisch und gesundheitsfördernd umsetzen kann. Ich verzichte weitestgehend bei meinen Gerichten, die ich gezielt für meine Kunden entwickele, auf industriell verarbeitete Produkte, auf Weizenmehl und Industriezucker und auf einen hohen Soja- und Fettanteil. Ich möchte Vegetarier*innen und Veganer*innen mehr Möglichkeiten und Auswahl einer modernen und frischen Kost in der Gastronomie bieten, deshalb arbeite ich vermehrt für konventionelle Restaurants und Cafés, die ihr Angebot gezielt erweitern möchten und den aktuellen Trend erkannt haben.

Foto: food-coach.org


Wie bist du auf die Idee gekommen dich selbstständig zu machen?
Selbständig bin ich schon seit meinem 19. Lebensjahr. Damals allerdings in einem ganz anderen Bereich: ich war Marktforscherin, Interviewerin und im Bereich Produktdesign für große Unternehmen wie Lindt, Dr. Oetker oder Procter&Gambel. Ich konnte mich dann irgendwann nicht mehr mit den Produkten, der Massenproduktion und Unmengen an ungesunden Zutaten wie Zucker und E-Stoffe identifizieren und so wuchs der Gedanke, noch einmal die Schulbank zu drücken und einen gesundheitsorientierten und ganzheitlichen Weg einzuschlagen.
Dass ich mich damit selbständig gemacht habe, ergab sich aus der Nachfrage. Mit der Gründung des Onlinemagazins „Deutschland ist vegan“ (www.deutschlandistvegan.de) 2011 kam der erste Stein in die Richtung ins rollen und ermöglicht mir heute ein breites Wissen und ein großes Netzwerk von Menschen, die sich genau mit diesem Thema auseinandersetzen. Des Weiteren arbeite ich seit 3 Jahren für den Senat Berlin für mehrere soziale Träger und engagiere mich so aktiv für eine Ernährungsrevolution auf dem Teller. Das Essen soll wieder Bezug zur Region haben, es soll frisch sein, vitalstoffreich und gesund und vor allem soll es lecker sein und schmecken.
Ich experimentiere selbst gerne mit alten und neuen Lebensmitteln, kombiniere allein schon wegen meiner prägenden Reisen durch Asien, Australien und Afrika, viele verschiedene nationale Gerichte und Geschmackskombinationen miteinander. Manche Familienrezepte von Freunden aus aller Welt durfte ich in mein Repertoire aufnehmen und mit nach Deutschland nehmen. Diese Leidenschaft des Kochens und Essens in Verbindung mit der gesundheitsunterstützenden und natürlichen Wirkung der Lebensmittel, fasziniert mich bis heute und ich freue mich, dass der Trend mittlerweile erkennbar auch in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Ich möchte genau DAS auf unseren Tellern verändern: weg von ungesundem FastFood und einem zu hohen Fett- und Zuckeranteil, zurück zu leckeren, leichten und vitalisierenden Gerichten. Für mich wird leider immer noch zu viel Fett, Zucker, Weizenmehl und Soja in den Gastronomien verwendet. Ich wünsche mir mehr Gesundheitsbewusstsein und Verständnis für Lebensmittel.



Denkst du, dass man sportliche Leistungen mit Ernährung pushen kann?" "Hast du hierbei selbst Erfahrungen sammeln können und unterstützt du deine Klienten?
Das kann man mit Sicherheit. Ich selbst bin sportlich sehr engagiert. Ich gehe Laufen, spiele Badminton, mache Yoga und gehe Bouldern. Das Fahrrad ist DAS Fortbewegungsmittel für mich in Berlin, solange noch kein hoher Schnee liegt, bin ich damit täglich unterwegs. Somit kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Klar kann man seine sportlichen Leistungen mit Ernährung steigern. Hierbei sind einige Dinge zu beachten: ausgewogen sollte es sein, dem Energiehaushalt angepasst, genügen Eiweiß enthalten, wobei darauf zu achten ist, was das Ziel des Klienten ist. Ich biete in dem Bereich ebenfalls Unterstützung an. Sich zusammen zu bewegen macht einfach Spaß und ist eine tolle Kombination zu einer Ernährungserweiterung oder -umstellung.



Foto: food-coach.org


Wie ernährst du dich? Was landet an einem Werktag auf deinen Tellern?
Da ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe, kann ich mit voller Zufriedenheit sagen: „Ich beschäftige mich nicht nur den ganzen Tag mit Essen sondern ich esse auch den ganzen Tag.“ - Naja, ganz so ist es nicht ;) Aber ich habe einfach Freude daran, neue Produkte und Lebensmittel kennenzulernen, auszuprobieren und neu zu kombinieren. Wenn ich etwas nicht kenne, muss ich es testen. Mein Geruchs- und Geschmackssinn sind sehr ausgeprägt und so komm ich nicht umher, diesem nachzugeben.
Da ich in einer WG wohne, beruflich Kochkurse gebe, wo ich natürlich auch selbst mitesse und auch ansonsten gerne Freunde an eine große Tafel einlade oder eingeladen werde, esse ich seltenst allein. Diesen kulturellen Aspekt sollte man nicht vernachlässigen: es macht nicht nur Spaß und schmeckt besser zusammen, es hat auch etwas entspannendes zusammen zu geniessen, zu essen, zu trinken und sich auszutauschen – Quality Time eben.
Morgens gibt es oft einen Smoothie aus Kräutern, Obst und Gemüse, auch gerne einen Weizengrasdrink oder einen Matcha-Latte. Nachdem ich laufen gegangen bin stärke ich meinen Körper mit einem Frühstück aus Obst, Müsli, Samen, je nachdem, worauf ich Lust habe. Ich kann auch gut herzhaft essen morgens und scheue mich auch nicht, nochmal eine Schüssel der Suppe oder des Eintopfes direkt zum Frühstück zu verputzen (macht man in Asien auch nicht anders, dort beginnt der Tag mit warmen Gerichten, es ist eine Erfindung der westlichen Welt, den Tag mit kalten Lebensmitteln und Brot und Aufstrich zu beginnen)
Mittags gebe ich entweder Kochkurse (hier lege ich besonders Wert auf saisonale und regionale Produkte – so ist die Abwechslung auf dem Teller sichergestellt, die Natur gibt das Regelwerk wunderbar vor, wir müssen uns eigentlich nur dran halten) oder gehe mit Freunden essen. In Berlin gibt es ja Gott sei Dank viele tolle Möglichkeiten auswärts vegan oder rohköstlich zu essen. Hier steh ich total auf asiatisches und mediterranes, also spanisches und türkisches Essen. Es sollte nur frisch sein und natürlich, ohne die oben genannten Zutaten Zucker, Weizen oder zu viel Fett und Tofu. Gerne auch einfach nur einen großen gemischten Salat mit viel Gemüse oder Anti-Pasti, ich liebe Kartoffeln dazu. Genau das setzt sich abends fort. Es gibt keinen geregelten Ablauf was die Speiseauswahl angeht, da ich alles esse und auch gerne mag, gibt es jeden Tag etwas anderes und das seit Jahren. Meine Kochschüler können davon ein Lied singen: Es gibt soviel Auswahl, Kreationen, Kombinationen, Gewürze und Zubereitungsmöglichkeiten – ich weiß nicht, ob 1 Leben dafür reicht :)


Klingt doch echt alles super! Wenn du mit Sonja in Kontakt treten willst, kontaktierst du sie am besten über ihre Website food-coach.org oder per Facebook!

xoxo & smoothie
Claudi

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