Freitag, 21. November 2014

Man ist nicht mehr gesellschaftsfähig!

Hallo du,

kennst du das? Du lauscht einer Unterhaltung und würdest dich am liebsten gleich, direkt und lauthals einmischen? Das ist mir kürzlich zum Thema "Als Veganer*in ist man nicht mehr gesellschaftsfähig!" passiert. Allein schon wenn ich jetzt dran denke wie es in mir gebrodelt hat, bekommen meine Finger Zuckungen und fliegen geradezu über die Tastatur! Aber erstmal langsam und von vorne!

Wenn irgendwo das Wort vegan fällt gehen meine Ohren gleich in Kohlrabistellung. 


Es ist mir dann unmöglich diesem Gespräch nicht zu lauschen. Unter uns: Wenn sich jemand lauthals im Biomarkt unterhält - selber Schuld, oder?

Mann sagt zu Frau (offensichtlich nicht seine):
"Also, wir haben das ja probiert mit dem vegan und so. Aber ganz ehrlich: Man ist nicht mehr gesellschaftsfähig! Jeder Besuch beim Griechen oder Italiener wird zur Tortur. Und die Kinder essen das Zeug ja sowieso nicht."
Frau zu Mann:
"Ja, ich esse ja auch sehr gesund. Und fast nie Fleisch. Aber kürzlich, da hatte ich mal so sehr Lust auf Ente. Da hab ich dann meinen Freund gepackt und wir sind nach JWD zu ABC zum Entenessen gefahren. Die hatten die nämlich im Angebot an dem Sonntag und mei, des war fei scho guad!"
Mann zu Frau:
"Ja eben, genau das meine ich ja. Als Veganer geht so was halt nicht. Und im Urlaub, und auf Reisen, und wenn man bei Bekannten eingeladen ist. Immer als Sonderwunsch. Also ich ess jetzt wieder Fleisch, aber schau halt wo es herkommt."
Frau zu Mann:
Nickt bestätigend und verständnisvoll. 
(Abschließend ging es noch darum, wie schlimm doch die Medien sind. Dass es ständig nur noch um Essen geht und laufend neue Skandale aufgedeckt werden).


Das sind die Momente, in denen ich mir überlege ob ich
a) das Weite suche oder
b) meine Visitenkarte zucken und mich einmischen soll.

In diesem Fall habe ich mich für a) entschieden - weil mir an dem Tag einfach die Nerven für eine Debatte gefehlt haben. Im Nachhinein habe ich mich dann aber über mich, die Situation und diese beiden Menschen geärgert. Ganz oft ist es bei mir so (du kennst das vielleicht von dir?), dass mir später dann richtig viele gute Dinge einfallen, die ich hätte sagen können. Aktuelles Beispiel: Pelzträger*innen mit Hund an der Leine.

Vermutlich ist es daher ganz gut, wenn ich hier die Gelegenheit nutze, um mir einfach mal von der Seele zu schreiben, wie ich gerne reagiert hätte.


Gerade beim Griechen oder Italiener ist vegan absolut einfach.
Ich war schon so oft italienisch und griechisch essen und bin noch nie hungrig heim gefahren. Nur um ein paar Beispiele zu nennen.
Beim Griechen:
Pita, Gemüse, Kartoffeln, Pommes, Salate, gefüllte Weinblätter, Humus, Aufstriche aus Aubergine oder Oliven, Brot.
Achtung Falle:
Der verwendete Essig, das verwendete Fett.  
Beim Italiener:
Pizza ohne Käse, Nudeln, Antipasti, Salate, Gemüse.
Achtung Falle:
"Italiener" geben gerne Milch oder Eier in den Pizzateig. Alle "richtigen" die ich bisher dazu befragt habe, haben mich entgeistert angeschaut und die Augen verdreht ;-)

Also: Papperlapapp. Oder: Faule Ausrede!!!!

Randbemerkung: Bald folgt ein Blogeintrag zu "Vinocchio" - einem komplett (!) veganen Italiener in Gröbenzell (!!). Für alle Nicht-Münchner*innen. Gröbenzell ist ein kleiner Vorort im Münchner Westen. Das ist also gerade DIE Sensation schlechthin hier :-) Wer schon mal in die Speisekarte schauen will, hier entlang.


Kinder vegan ernähren!!!
Es gibt dazu mittlerweile spannende Bücher und auch richtig gute Websites zum Thema. Mal davon abgesehen, dass ich persönlich fünf vegan ernährte (Klein)kinder kenne (die sich allesamt bester Gesundheit erfreuen). Ich denke es geht darum, wie die Eltern die Ernährung den Kindern vorleben. Wenn der oben erwähnte Familienvater selbst schon so aufgeregt und irrsinnig negativ an die vegane Ernährung rangeht, wird sich das letzten Endes in seinen Kindern spiegeln.


"Ich esse fast nie Fleisch!"
Oh wie oft ich das höre! Klingt immer nach einer kleinen Entschuldigung, als ob mensch ja wüsste, dass da was schief läuft. Mittlerweile führt dank der Medien, die endlich darüber berichten, kein Weg mehr daran vorbei hin zu sehen.


Entenessen? Angebot? Hilfe!
Finde den Fehler. Tiere essen aufgrund von Angeboten finde ich das aller, aller, allerschlimmste. Warum? Hier ein paar Stichpunkte die vielleicht zum Nachdenken anregen:
  • Billigst hergestellte Produkte vom Tier werden subventioniert. Will heißen: Wir alle zahlen für diesen Irrsinn.
  • Angebote machen mich persönlich immer besonders rasend. Seit Jahren wünsche ich mir, dass Tiere essen endlich teurer wird. Aber nein...
  • Discounter senken die Preise für Milch und (fast) ganz Deutschland freut sich drüber. F***!!!!
  • Das ist nicht nur eine Missachtung gegenüber dem Lebewesen, sondern vor allem auch gegenüber den Menschen die nunmal an der Herstellung beteiltigt sind. Oder hat die oben erwähnte Frau etwa selbst die Ente getötet, gerupft, verarbeitet?
  • Wenigstens heißt es in dem Fall "Ente" und nicht "Bärchenwurst", "Schnitzel", "Bolognese" oder ähnlich. Aber ob das beim Bestellen auch wirklich bewusst ist? Dass da ein Tier auf dem Teller liegt? Manchmal bezweifle ich das.

Urlaub? Reisen? Problem? Pah!
Ich war schon so oft unterwegs. Hamburg, Südfrankreich, Berlin, Prag, Dortmund, Wien, Heidelberg, .... Noch nie bin ich verhungert. Veltenbummler und happycow beispielsweise helfen. Und sogar auf Geschäftsreise hätte ich 1.000 Ideen wie man sich gut versorgen kann!


Sonderwunsch!?!
Also bitte. Bei den vielen "Lactoseintoleranten", "Glutenunverträglichen", Diabetikern, Allergikern, nicht-dies-das-oder-jenes-Essern, ist das doch echt keine Ausrede mehr. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass sich ein gutes Restaurant vor allem durch die Reaktionen auf Sonderwünsche auszeichnet.


"Wissen wo es herkommt". Höhö.
Mein Lieblingssatz. Am besten in Kombination mit dem "fast nie". Also sprich: "Ich esse fast nie Fleisch und WENN, dann weiß ich wo es herkommt!". Es. Ahha.

Schön ein paar mal hab ich mir den Spaß erlaubt nachzufragen.
"Echt? Boah super! Welcher Bauer hat "es" aufgezogen? Wie ist "e"s aufgewachsen? Wie lange wurde "es" transportiert? Wo wurde "es" geschlachtet? Welcher Metzger hat "es" verarbeitet? Und wo hast du "es" dann gekauft?".
Es folgten ausnahmslos ratlose Blicke die mich (zugegebener Maßen) immer und immer wieder erfreuen.


So. Danke fürs Auskotzen lassen. Jetzt geht es mir besser! Sollte ich vielleicht öfter machen?

Ich freue mich nun RIESIG über deinen Kommentar zum Thema. Wie siehst du das? Ist man als Veganer*in tatsächlich nicht mehr gesellschaftsfähig? Ich finde nicht!


Und falls du Probleme beim vegan(er) werden hast, kannst du dich übirgens gerne an mich wenden!


Sonnengrüße,
Claudi

Kommentare:

  1. Liebe Claudi,

    dein Artikel ist wieder herrlich geschrieben. Ich kenne solche Situationen nur all zugut. Wenn ich sage, dass ich keine tierischen Produkte esse, weiten sich die Augen sehr oft und es beginnt ein Monolog, der über mich ergossen wird. Inhalt ist fast jedes Mal identisch: Es beginnt mit der Aussage "Oh...ja, also ich könnte ja nicht auf Fleisch verzichten, das ganze Ersatz-/Tofu-Zeug schmeckt ja mal gar nicht nach Fleisch. Ich esse aber kaum noch Fleisch." Mein Kommentar: ein Lächeln ;) Mein Gegenüber: "Außerdem ist die vegane Ernährung ja total ungesund. Da fehlen einem ja irgendwelche Stoffe, sowas wie Vitamine oder Mineralien." Mein Kommentar: ein Lächeln ;) Und nachdem sich dann mein Gegenüber zu seinem letzten Monolog-Endspurt aufmacht "Also ich könnte das ja so überhaupt nicht. Fehlt dir nicht etwas? Du siehst ja doch recht dünn aus.", fange ich lauthals an zu lachen. Und da dann alles von meinem Gegenüber gesagt worden ist, erkläre ich ihr/ihm, warum ich vegan lebe. Erst erzähle ich kurz, was für Vorteile die vegane Lebensweise für die Umwelt hat (ich mache es nur kurz, da dies die Meisten nicht interessiert, ich dieses Thema jedoch trotzdem wichtig finde und wenigstens erwähnt haben möchte) und dann erzähle ich ausführlich, was sich bei mir körperlich verbessert hat. Da dies eine personenbehaftete Geschichte ist und nichts globale (was für die meisten Menschen total weit weg erscheint) wird mein Gegenüber meistens ruhig und hört zu. Zwar folgen dann wieder Sätze wie "Also ich könnte ja nicht einfach so verzichten..." Aber wenn ich dann mal nachfrage, was sie denn so Veganes schon gegessen haben, dann folgt ein betretendes Schweigen. Da zücke ich dann meine Karte und erzähle ihnen von den tollen Gerichten, die ich bisher gekocht/gegessen habe...und da ich so schön von Essen schwärmen kann, sind die meisten dann doch interessiert ;)

    Und jetzt mal ehrlich...vegane Ernährung nicht gesellschaftfähig?!?! Warum? In jedem Restaurant gibt es wenigstens einen Salat ohne tierische Produkte. Und wenn nicht frage ich nach einem Teller mit Kartoffeln und Gemüse...geht auch ;) Meistens jedoch bekomme ich dann aus der Küche einen hübsch angerichteten Teller mit Gemüse, Kartoffeln und einem Gemüsetaler/Tofustück, denn die meisten Köche lassen doch nicht aus "ihrer" Küche so nen schnöden Teller rausgehen...Von wegen, da ist das Ego angesprochen und es wird auch etwas leckeres Veganes gekocht. Ich hatte sogar schon erlebt, dass ein Koch nach der Bestellung zu mir gekommen ist und nachgefragt hat, was ich denn essen würde. Nachdem ich es ihm gesagt hatte, ist er mit den Worten "Ich überrasche Sie dann gleich!" davon gestürmt und brachte mir dann ganz stolz seine vegane Kreation. So kann es auch gehen ;)

    Ich glaube, so wie in allen Bereichen des Lebens, kommt es immer darauf an, wie ich mit meinen Mitmenschen umgehe. Das vegane Leben ist an sich sehr gesellschaftstauglich, es kommt halt einfach nur darauf an, wie ich mit diesem Thema auf andere Menschen zu gehe, bzw. wie ich allgemein mit meinen Mitmenschen umgehe. Und jetzt mal ehrlich, egal bei welchem Thema, es gibt immer Menschen, die so überhaupt keine Ahnung von dem Thema haben, aber total wild mitreden und dabei die ganze Zeit Blödsinn von sich geben...ja, auch diese Menschen existieren...und manchmal frage ich mich bei denen, "sind diese Menschen eigentlich gesellschaftfähig?" ;)

    Claudi und auch euch anderen: Ich wünsche euch einen tollen Tag, macht das Beste draus.

    Liebe Grüße
    Bea

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    1. Danke für die Blumen Bea :-)
      Und noch mehr für deinen Kommentar und fürs Teilhaben lassen.

      Sonnengrüße,
      Claudi

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  2. servus,
    ich stimme dir zu - und mag kurz auch ein klein wenig Senf dazudrücken.
    Eine meiner "Esskolleginnen", mit der ich schon sehr lange zu Mittag in die Kantine geh, sagte, mir gegenübersitzend, unlängst folgendes:
    "ich wollte dir schon lange mal sagen dass du mir mit deiner militanten Art auf den A... gehst (sie hats ausgesprochen, was ich nicht tippe). Du machst dich überall unbeliebt und es nervt" (es folgte dann noch weitere Ausführung, aber das war dann nicht mehr so einprägend, während sie an ihrem Martinigansl nuckelte)
    Nunja, nett..
    Ich hab sie dann, nach längerer Überlegung, von meiner mittäglichen Anwesenheit befreit, denn das muss sie sich mit mir ja nicht antun, nicht wahr?
    Doch (!), der Bekanntenkreis wird kleiner, ja das stimmt.
    Aber ich muss gestehen - das ist auch ok so für mich.
    Achso, noch ein kleiner Nachsatz meinerseits - ich bin weder militant in meiner Überzeugung, noch dränge ich meine Einstellung jemanden auf. Allerdings, wenn ich Fragen gestellt bekomme, dann antworte ich :)
    (auch kann ich mittlerweile recht gut mit dem Argument des "ich esse eh kaum Fleisch, und wenn - dann weiß ich von wo" umgehen)
    liebe Grüße
    Sophie

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  3. Veganer sind nicht gesellschaftsfähig? In einem Punkt stimmt das ja: wir kritisieren, dass da definitiv etwas in unserer Gesellschaft schiefläuft, wenn an 7 Tagen die Woche 3-mal täglich tierische Produkte konsumiert werden, was ja definitiv nur durch Massentierhaltung zu verwirklichen ist. Da machen wir einfach nicht mehr mit.

    Aber dennoch dehmen wir am gesellschaftlichen Leben teil. Wir haben einen Freundeskreis, Kollegen, Familie und andere soziale Kontakte. Wir unternehmen viele Sachen, sind auch unterwegs und besuchen Restaurants, reisen... fast wie "normale Menschen" :D

    Also ich hab das ja mal versucht mit dem nicht-vegan... 33 Jahre meines Lebens. Hat aber nicht funktioniert für mich ;)

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    1. Echt? Du hast Freunde und Familie?!?!?

      =D =D =D

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  4. Wir Veganer sind gesellschaftsfähig - ich denke, die "Normal" Essenden grenzen uns da aus.
    Ich finde sowohl diesen Beitrag als auch die Antworten toll geschrieben - als Neuveganer (seit nunmehr 70 Tagen) hab ich da auch schon so meine Erfahrungen gemacht... ;-)
    Meine Familie, meine Freunde und meine Arbeitskollegen wissen Bescheid und akzeptieren dies. Werde ich eingeladen, erwarte ich von niemandem, dass er mir veganes Essen auf den Tisch stellt - ich bring mir dann selbst etwas mit.
    Zwischenzeitlich war ich drei Mal in Restaurants essen. Das erste Mal ein Reinfall - denn das mir angekündigte Thai-Curry-Gemüse mit Reis, welches nur Kokosmilch enthalten würde, triefte vor Butter...
    Beim zweiten Mal ein leckerer gemischter Salat mit gerösteten verschiedenen Körnern.
    Und diese Woche ließ ich mich vom Koch überraschen - er teilte mir in einem Vorabgespräch mit, er würde mich mit einer veganen Vorspeise und Hauptsspeise überraschen. Und das Essen war super, als Vorspeise einen bunten Feldsalat, als Hauptspeise Aubergine in Tomatencreme, Curryreis in Oel gebraten, super gewürzt. Und das war meine allererste Aubergine in meinem Leben - und nicht meine letzte.
    Ein Gespräch am Tisch, warum ich vegan essen würde... Als ich glücklich berichtete, dass ich vegan nun auch wieder rohes Obst und Gemüse essen kann, gleich der Einwand, das wären dann ja wohl keine richtigen allergischen Schocks gewesen... Vier Notarzteinsätze umsonst? Um der Dame den Wind aus den Segeln zu nehmen, hab ich gleich betont, dass ich zu Beginn abgenommen habe, nun mittlerweile mein Gewicht seit 4 Wochen steht. Und was kommt dann? Nun ja, der Dame wäre es zu umständlich, die Kocherei... Gut, das Insiderwissen, dass diese Dame nicht kochen kann, war mir bekannt. Ich konterte dann nur, dass schon die Zubereitung meines Essens einfach sehr entspannend ist. ;-)
    Ich halte mich auch zurück, nur wenn ich gefragt werde, dann antworte ich auch. ;-)

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    1. Herzlichen Glückwünsch zum veganen Neustart <3

      Und vielne Dank für deinen Kommentar und das Teilhabenlassen an deiner Geschichte.

      Sonnengrüße,
      Claudi

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  5. Vielen Dank, liebe Claudi, für Deinen tollen Bericht! Wenn es Dir nun besser geht, dann immer raus damit! Gleiches gilt auch für die Zukunft!
    Natürlich haben Du und die anderen vollkommen recht! Natürlich sind Veganer gesellschaftsfähig! Kompliziert ist das schließlich nur für die Anderen, die Nichtwisser oder die Nichtwoller... wie auch immer!
    Ich habe eine Freundin, die lebt schon seit zwanzig Jahren vegan! Das bewundere ich! Das ist eine Leistung! Was gab es denn damals? Kaum Ersatzprodukte, keine Schokolade, niemand wußte, wie man Pflanzenmilch selbst macht und wenn dann schmeckte alles scheußlich! Pflanzliche Brotaufstriche? Was ist das denn? Superfoods, nie gehört! Damals war man wirklich ein Außenseiter!
    Heute dagegen ist es so einfach geworden! Es gibt für fast alles inzwischen Ersatz und wenn man ein wenig kochen kann, dann erlebt man den Himmel auf Erden! Vor meinem veganen Leben habe ich lange nicht so vielfältig und lecker gekocht und gegessen wie heute!
    Mal ehrlich, wer braucht wirklich noch Fleisch?

    Andererseits glaube ich aber immer, wenn ich solche Kommentare höre oder lese, dass diese Menschen es im Grunde ihres Herzens vielleicht wirklich möchten (sonst hätten sie es nicht versucht), dass aber ihr innerer Schweinehund oder ihre Umwelt, ihre Familie ihnen Steine in den Weg gelegt haben. Es ist nicht immer einfach, einen Schritt in die richtige Richtung zu gehen. Manch einer ist auch allein auf weiter Flur (da habe ich eigene Erfahrungen mit). Das schlechte Gewissen, es nicht geschafft zu haben, verleitet sie dann zu solchen Aussagen...
    Ich hoffe sehr, dass es dies ist und nicht Ignoranz! Vielleicht braucht es bei diesen Menschen einfach mehr Zeit! Jeder hat sein eigenes Tempo und wenn man wieder zurückgeworfen wird, dann okay...Ist nicht super, aber lieber zwei Schritte vor und einen zurück, als ganz aufzugeben.
    Ich rechne es dem Mann in deinem Bericht schon mal an, es wenigstens versucht zu haben! Ganz aus den Kopf wird er es sowieso nicht bekommen und irgendwann klappt es dann ganz gewiss!

    Und dass Kinder ihren eigenen Kopf haben, kenne ich auch! ;-) Also wenn Du gute Buchtipps hast, dann immer her damit! Ich bin für alle Tipps dankbar, die aus meinen Kinder Besser-Esser machen!
    Bei Kindern ist es mit Sicherheit einfacher, sie von Anfang an, vegan zu ernähren! Nach ein paar Jahren ist es echt schwierig... Aber auch das wird ein Prozess sein und ich hoffe, dass sie dadurch umdenken, weil ich es ihnen vorlebe!

    Euch allen einen wunderschönen Tag! Liebe Grüße, Anke

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    1. Hallo Anke,

      Danke für deinen Kommentar. Das mit dem Schweinehund kann gut sein. Aber dann jann man das ja auch zugeben bzw. eben wie du schreibst, einfach einen Gang zurück schalten.

      Sonnengrüße,
      Claudi

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  6. Sehr schön, ich spitze auch immer die Ohren, wenn irgendwo das Wort "vegan" fällt. Die Gesellschaftsfähigkeit eines Veganers hängt meiner Meinung nach nicht vom Essen ab. Ich finde es aber schwierig zu entscheiden, ob man nun was sagt oder doch lieber die Klappe hält. Ob man der veganen Idee mit seinen Spitzfindigkeiten eher schadet oder tatsächlich etwas im Kopf (oder Herz) der Menschen bewegt. Aber meinen Teil denken und mich später aufregen mache ich auch ständig und ob das so gesund ist, ist fraglich. Letztens sehr schön mit gehört:" Der Fisch ist ganz frisch, höchstens ein paar Stunden alt." Und mein Gehirn so: " alt? ALT? Sie meinen wohl tot. Der Fisch ist erst seit ein paar Stunden tot!" ...Aber gesagt habe ich dann auch nichts -auch unbefriedigend.

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    1. Na zum Glück bin ich da offensichtlich nicht alleine ;-)

      Danke für deinen KOmmentar und Sonnengrüße,
      die Cluadi

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  7. Hey Claudi,
    mit dem auswärts essen hatte ich allerdings auch schonmal Probleme beim Italiener. Wollte zu Weihnachten meinen Vater in einer Kleinstadt (6000 EW) besuchen. Ich dachte auch, dass ich beim Italiener schön Pizza essen könnte, daher hab ich mich vorher dort nicht als Veganer angemeldet. Naja da war dann tatsächlich Milch und Ei im Teig und Bruscetta konnte man mir auch nicht machen, obwohl es Baguette und in einem anderen Gericht Tomaten gab!! Ich war fassungslos und habe ein paar trockene Salatblätter gegessen. Stimmung war hinüber und ich habe mir abends bei mir zuhause noch ne Pizza ohne Käse bestellt, weil ich noch so hunger hatte. Ein Weihnachten davor habe ich bei einem anderen Restaurant ungewürzten, trockenen Tofu mit trockenen Kartoffeln bekommen. Seitdem kommt mein Vater an Weihnachten zu mir in die Großstadt.
    liebe Grüße,
    Eileen

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    1. Liebe Eileen,

      oh weh. Das ist mir allerdings auch schon einmal passiert. Aber wirklich nur einmal.

      Freut mich auf jeden Fall, dass ihr eine Lösung gefunden habt. Ganz viele liebe Grüße und einen schönen Sonntagabend,
      Claudi

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  8. Das mit dem Nachfragen muss ich mir merken und bei nächster Gelegenheit auch mal testen, großartig! :D

    Es gibt aber auch tolle vegane Erlebnisse beim Einkaufen - letztens bei Budni (Drogeriekette hier in Norddeutschland), die haben auch ein paar Bioprodukte, veganen Joghurt, Seitwanwürstchen etc. im Kühlregal. Zwei junge Frauen standen ratlos davor, die eine zu ihrer Freundin: "Die haben deinen komischen Käse wohl nicht" - wurde ich doch gleich hellhörig ;) ... Hab die Suchende dann einfach gefragt, ob sie zufällig veganen Käse suche - Treffer! Hab sie dann ins Reformhaus ein paar Häuser weiter geschickt :) Die hat vielleicht gestrahlt ;)

    Da ich mich grad selbst ein bisschen aufmuntern wollte, teile ich die Geschichte einfach mal mit euch um uns gegenseitig zu versichern: es gibt Hoffnung und wir werden immer gesellschaftsfähiger :)

    LG, Mira

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    1. :)

      Hallo liebe Mira,

      schön von dir hier zu lesen <3

      Budni kenne ich natürlich als erfahrene Nordseurlauberin :)

      Und wie kuhl du da reagiert hast!!!!

      Liebste Grüße aus München zu dir,
      die Claudi

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  9. Hi Claudi!

    100% agree! Und weißt du was? Ich persönlich bin gerne nicht-gesellschaftskonform ;) Ich hinterfrage und stelle mich gerne queer :D

    Ja, die beiden Sätze von wegen, dass Mensch ja nicht so viel Fleisch ist und wenn dann wissen sie wo "es" herkommt. Oder auch sehr lächerlich: Dass es glückliche Tiere sind.
    Ich würde ja gerne mal einen Verbrecher im Gerichtssaal sitzen sehen, der bekundet, dass sein Opfer doch ein gutes Leben geführt hat und er hatte vorher ja noch Spaß in der disco, beim Dinner oder was immer es vorher erlebt hat. Ob der Richter dann sagt: "Hmmm, Sie haben recht, er ist ja als glücklciher Mensch ermordet worden. Das halte ich Ihnen zu gute, Sie kriegen nur eine Verwarnung. 60 Tagessätze á 4 Euro, so viel kostet ja ein Monat mit der Grundversorgung eines Menschen."
    Oder so was: "Aber Herr Richter, ich morde nur ganz selten." "Ja, stimmt, dass ist schon okay, schließlich möchte ich Ihnen auch nicht das Töten verbieten, weil Sie mein Nicht-Töten schließlich auch tolerieren" :D

    Aber dann wird mir vermutlich erstmal erzählt, dass das eine Menschen und das andere "Nutz"tiere sind.

    Man kann schon fast verzweifeln bei so viel Ignoranz. Aber umso mehr kämpfe ich gegen diese an. Schließlich bin ich anderen nur unbequem, weil sie wissen, dass etwas schiefläuft und sie folglich mit daran schuld sind.

    Ich drücke dich mal virtuell und danke dir für diesen Post. Ich mache sowas auch zurzeit durch. Neue Arbeitsstelle. Es war schon alles vom Antivegan-Bingo dabei. "Ich esse Fleisch, daher kann ich auch Leder tragen." "Es gibt keine Alternative zu Leder." "Bei Tieren finde ich es schrecklich, aber es gibt eben auch tiere, die dafür gezüchtet wurden." "Das ist mir zu extrem und jeder Extremismus ist verkehrt." "Es schmeckt mir eben." "Du veränderst auch nicht die Welt." "Nie wird die Welt aufhören, Fleisch zu essen." "Fleisch tut doch keinem weh." oder "Aber Milch ist doch nur Melken. Das ist doch gar nicht schlimm."

    Grüßle
    Mephi von tofUTOPIA

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    1. Danke Mephi für deinen Kommentar.

      Und sehr gerne mit dem Post.
      "Ich esse Fleisch, daher kann ich auch Leder tragen." finde ich ja echt "herrlich". Oh menno. Wie krass....

      Fühl dich auch gedrückt.

      Sonnengrüße,
      die Claudi

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  10. Liebe Claudi,

    Erstmal ein großes Kompliment an Dich für Deine Webpräsenz und Deine Aktivitäten. Leute wie Dich schickt der Himmel, weil sie den Veganismus fröhlich vermitteln.

    Die von Dir beschriebene Szene kenne ich, kennen wir alle. Man wünscht sich sofort, dass von überall her riesige Leinwände auf das Geschehen herabrollen auf denen schrecklichstes Filmmaterial gezeigt wird: Schafe beim Mulesing, Tiertransporte, Foie-gras-Gänse, Lebendrupf, Delphinschlachten, Kälberiglus, Mutterkuhschreie, Blut, Schmerz, Todesangst.

    Da würden den von Dir Beschriebenen erstmal ihre beschissenen Ausreden im Halse stecken bleiben. Leider gibt es solche Leute zu Tausenden und der Satz von wegen man esse wenig Fleisch und achte drauf, wo es herkommt, ist mittlerweile ganz oben auf meiner Zornesliste.
    Einfach gruselig.
    Der Mensch verdrängt nunmal gern und bastelt sich seine eigene Welt…wer will schon gern hören, dass genau genommen keine einzige Hühnerhaltung „okay“ ist, auch nicht die bei uns auf dem Land neuerdings viel beobachtete mit Hühnermobilen. Die Leute denken „oh, wie schön“ und haben keine Ahnung vom Schreddern männlicher Küken.
    Wenn jemand mir geneigt ist, erkläre ich gern die Dinge. Aber es gibt Starrköpfe, deren Ignoranz mir zu sehr wehtut. Ich sage manchmal, schön war es nicht, die vegane Wissenspille zu schlucken, das hat wehgetan und ich werde nie mehr anders können. Mein Vegansein hat mich hypersensibilisiert für andere Lebewesen, auch ein toter Fuchs am Straßenrand macht mich traurig. Leider verstehen mich die wenigsten Menschen. Die echten, wahren Freunde aber, die verstehen mich und darauf kommt es an.
    Mir geht es wie Dir, es gibt Tage, da hat man große Lust, sich einzumischen und manchmal möchte man sich einfach nur verkriechen, weil es so viele Idioten gibt. Es ist nicht schwer, vegan zu sein, es ist manchmal schwer in dieser Welt vegan zu sein, weil so vieles falsch läuft, so viel weggesehen wird.
    Wir müssen uns an Kleinigkeiten freuen, wie Du Dich am veganen Italiener in Gröbenzell. Das ist gigantisch! Ich lebe in einem 1500 Einwohner-Ort, in dem es ein Restaurant für Wildspezialitäten gibt. Dort konnte ich immer etwas Veganes bestellen, war nie ein Problem und jetzt gibt es seit ein paar Monaten ein veganes Gericht auf der Karte. In einem Jagdrestaurant!! Ich hüpfe im Kreis!!! Vor Freude!!! :)

    Ärgere Dich nicht. Freu Dich über viele Veganer, die es schon gibt und darüber, dass es immer mehr werden. Meinetwegen lass uns auch die Fitnessveganer dazuzählen ;)

    Liebe Grüße, Christine

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    1. Liebe Christine,

      vielen vielen Dank für deine lieben Worte. Ich hab mich sehr gefreut, dass du meinen Blog und mich so siehst.

      Außerdem Danke für deinen Kommentar und die deine Sicht der Dinge.

      Hab einen schönen Abend, ich schick dir Sonnengrüße,
      die Claudi

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  11. Gesellschaftsfähig bedeutet für mich aber auch, dass man die Meinungen zu dem Thema, auch wenn man diese als unverständlich betrachtet, einfach toleriert.

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  12. Liebe Claudi,

    ich finde man ist als Veganer gesellschaftsfähig. Was ich allerdings nicht gesellschaftsfähig finde, sindVeganer, Vegetarier und Fleischesser, die auf andere Menschen mit den Zeigefinger zeigen und von sich behaupten, den einzig wahren Weg zu gehen. Ich finde, man kann durchaus friedlich nebeneinander her leben und bis zu einem bestimmten Punkt tolerieren, dass Menschen niemals gleich sind. Das beinhaltet für mich auch, dass es immer Menschen gibt, die Tierprodukte konsumieren und dann ist es mir lieber, dass sie überhaupt darüber anfangen nachzudenken und sich dem bewusst sind, was sie da tun und essen. Es steht absolut außer Frage, dass Massentierhaltung und Co ein riesen Tabu sind und sich besser heute als morgen was ändern sollte. Wenn Veganer / Vegetarier und vor allem die Hardliner aber die Menschen eher verstören als zu überzeugen, dann wundert es nicht, dass es auch immer mehr Gegner gibt und Veganer/ Vegetarier nicht gerade gut dastehen. „Grasfresser, Ökotrulla, Körnerfresser, Hipster“ und sonstige dumme Sprüche, die man ab und an hört.Ein Bioladen ist doch heute auch nur noch ein Supermarkt. Überall das gleiche Angebot, die gleichen Aufstriche etc. Niemand kann mir erzählen, dass er den/ die Bauer/n kennt, die die Zutaten für die ganzen Streichs(und Co!) hergestellt haben. Da kann man umgekehrt nämlich fast die gleichen Fragen stellen, wie den Fleischessern. Welcher Hof? Wer hat es geerntet? Wie wurde es verarbeitet? Wurden die Mitarbeiter ordentlich entlohnt? Ist Fair Trade wirklich fair oder haben Kinder meinen Kakao/ Kaffee/ Matcha gepflückt? Wo kommt es her? Viele Dinge in den Bio-Supermärkten sind auch um die halbe Welt gereist. Was ist daran bitte noch Bio oder gar vegan? Ich ernähre mich auch vegan, gehe auch in den Bioladen wenn ich Appetit auf mein Mandelmus habe. Aber es ist auch Massenware und ehrlich gesagt frage ich mich auch, wie biologisch das ganze wirklich angebaut wird, steht es doch in jedem Bioladen in ganz Deutschland. Der Bauer auf dem Markt, der konventionell anbaut, ist da teilweise biologischer als die Dinge im Bioladen. Und wie vegan sind wir denn alle wirklich bitteschön? Handy? Laptop? Fernseher? Stromkabel? Internet?... Überall sind Materialien drin, die nicht vegan sind. Wir nutzen das alle und es gibt noch so viel mehr im Alltag was nicht vegan ist. Ich finde, wenn man auf andere mit den erhobenen Finger zeigt, dann sollte man sich erst selbst hinterfragen. Fleischesser wie Veganer. Massentierhaltung, Schreddern von Küken, Hochleistungskühe und Co.-das ist etwas was nicht geht und wofür man die Menschen sensibilisieren muss. Aber niemand lässt sich etwas aufzwingen. Niemand will missioniert werden. Fleischesser sind nicht schlechte Menschen und Veganer/ Vegetarier sind auch keine besseren. Positiv vorleben, kochen, erklären wenn gefragt wird, Tolerant sein aber auch Toleranz fordern. Wenn wir alles ganz kritisch abwiegen, sind die allerwenigsten Veganer heutzutage wirklich streng vegan. Einfach, weil wir alle Dinge benutzen, die genauso auf Kosten der Tiere, von Kindern und schlecht bezahlten Menschen hergestellt wurden, nur sieht man es z.B. dem Smartphone halt nicht gleich an. Aber jeder benutzt es. Gesellschaftsfähig bedeutet für mich daher, mich selbst als Veganer auch zu hinterfragen. Ich finde vieles was Fleischesser sagen und tun nicht richtig, genauso gehen mir aber auch viele Nicht-Fleischesser voll auf die Nerven. Keine Tierprodukte zu konsumieren macht nicht automatisch einen besseren Menschen aus mir. Wir haben alle Kanten und Ecken, Ersatz für etwas heißt nicht unbedingt das es besser hergestellt wurde, gesünder ist oder wirklich Bio. Bei den Massen an Ersatz, braucht man sich da nichts vormachen. Es hat kein Tier dafür gelitten, aber was ist mit den Menschen? Wie sieht es mit dem Boden aus? Mit den Samen? Wie wurde es transportiert? Woher kommt es? Das sind die Fragen die mir im Kopf rumschwirren, ich kaufe und konsumiere auch Produkte wie Pflanzendrinks, Streichs und Co. Aber ob das alles so richtig ist….
    Was denkst du/ ihr?
    Marlene

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  13. Hallo Marlene,

    so, endlich eine Antwort von mir!

    Ich hab mir mal ein paar Textpassagen rauskopiert und will dir gerne meine Gedanken dazu schreiben.

    "Ein Bioladen ist doch heute auch nur noch ein Supermarkt."
    Da hast du prinzipiell recht. Aber wenn ich mir anschaue wie es in meiner Umgebung aussieht (Umkreis ein bis zwei Kilomter): vier Discounter, sechs Supermärkte - aber nur zwei Bioläden (eine Kette, ein kleiner). Ich denke allein schon aufgrund dessen, dass es wesentlich weniger Bioläden als Discounter und Supermärkte gibt, liegt ein kleiner aber feiner Unterschied. Wenn man das mal auf ganz Deutschland hochrechnet sieht es eh noch anders aus. In München gibt es verhältnismäßig viele Bioläden wie mir scheint.

    "Aber es ist auch Massenware und ehrlich gesagt frage ich mich auch, wie biologisch das ganze wirklich angebaut wird, steht es doch in jedem Bioladen in ganz Deutschland. Der Bauer auf dem Markt, der konventionell anbaut, ist da teilweise biologischer als die Dinge im Bioladen."
    Da verstehe ich deine Gedanken, vor allem was den Kauf von Papayas, Mangos und Co. im Bioladen betrifft ;)

    "Handy? Laptop? Fernseher? Stromkabel? Internet? Smartphone?"
    Darüber mache ich mir tatsächlich viele Gedanken. Werde im Weihnachtsurlaub auch endlich mal einen Blogeintrag dazu verfassen.

    "Fleischesser sind nicht schlechte Menschen und Veganer/ Vegetarier sind auch keine besseren."
    Stimme ich dir prinzipiell zu. Allerdings bin ich davon überzeugt, dass Veggies hinschauen und Fleischesser das gerne nicht tun und/oder verdrängen.

    "Keine Tierprodukte zu konsumieren macht nicht automatisch einen besseren Menschen aus mir. Wir haben alle Kanten und Ecken."
    Jup, siehe oben. Blogeintrag folgt.

    "Es hat kein Tier dafür gelitten, aber was ist mit den Menschen?"
    Ich konsumiere deswegen keinen Kaffee, Bananen wenn dann nur fair und achte vor allem bei Kakao auf Fairtrade. Mir ist das irrsinnig wichtig. Nun habe ich allerdings eine Rückfrage an dich: Glaubst du Fleischesser denken darüber nach, wer ihre Wurst hergestellt an? Und wie? Ich glaube es nicht. Denn wenn - dann gäbe es wesentlich mehr Veggies ;-)

    Ich würde mich freuen, wenn noch andere Leser*innen deinen Kommentar kommentieren würden :-) Finde ich sehr spannend und danke dir für deine Zeit!

    Sonnengrüße,
    die Claudi

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    1. Liebe Claudi,

      danke für deine Antwort.:)

      Ich finde Bioläden wachsen gerade wie Pilze aus dem Boden. Einerseits finde ich es gut, andererseits frage ich mich leider immer öfter, wie das dann noch geht. Also Biologisch, Fair und Tiergerecht. Das grämt mich. Ich wohne auch in München und allein auf meinem Weg zu Arbeit komme ich an 8 ! Bioläden vorbei (ich fahre 6 km mit dem Radl). Gebürtig komme ich aus Berlin und da sieht es nochmal anders aus. Klar sind es keine Discounter aber ich finde die Ketten sehr Supermarkt-ähnlich. Kleine Läden müssen schließen....ich bin da geteilt, gefühlsmäßig.
      Ich kann aus meinem Bekanntenkreis nicht behaupten, dass die Veggies die einzigen sind die hinschauen. Die Fleischesser unter den Freunden machen sich selbst auch viele Gedanken. Einige werden Veggies oder Veganer, die anderen kaufen direkt beim Bauern etc. Ich weiß, dass es nicht die Norm ist aber ich habe durchaus das Gefühl, dass viele Menschen anfangen Dinge zu hinterfragen und nachzudenken. Es ist auch ein finanzieller Aspekt dabei. Ich komme auch aus einer Großfamilie. Im Bioladen einzukaufen war einfach nicht möglich. Es ging teilweise wirklich darum, alle überhaupt satt zu bekommen und das sehe ich auch als ein großes Problem. Man braucht nicht viel für eine gute, vegane Mahlzeit. Trotzdem weiß ich, dass viele damit schon überfordert sind, sie wissen nicht wie und sind ganz anders aufgewachsen. Kommen aus einer scheinbar anderen Welt. Weißt du was ich meine?

      Bei Kakao und auch Bananen, eigentlich egal was davon, bin ich mir nicht sicher, wie fair das alles ist. Kann man glaub ich wirklich nicht nur auf Kaffee beziehen, oder?

      Deine Letzte Frage habe ich ja schon ein wenig beantwortet. Ich glaube schon, dass es Fleischesser gibt, die über ihr Essen nachdenken. Es lässt sich sonst nicht erklären, warum immer mehr Veggies und Veganer dazukommen.;) Wie gesagt, es gibt bestimmt eine Menge Fleischesser denen es scheiß egal ist. Die bei den Bildern aus den Schlachtanlagen nicht das würgen bekommen, die dazu keinerlei Bezug zu ihrer Wurst auf dem Teller herstellen wollen /oder können. Ganz klar. Aber es gibt ebend auch viele, die sich durchaus Gedanken machen und anfangen, langsam, ihr Verhalten zu ändern. Vielen Menschen , ist doch der Bezug zum Essen / Nahrung total verloren gegangen. Das muss erst wieder erlernt werden. Es gibt doch tatsächlich Kinder, die nicht wissen, dass das was sie essen von einem Tier stammt oder mal eines war. Sie können eine Gurke nicht von einer Banane unterscheiden. Ist wirklich so, selbst erlebt. Und das sind dann die, die ihre Stopfgans für 3 Euro kaufen....

      Ich könnte ewig für und wieder abwiegen...es ist einfach nur auch sehr traurig!

      LIebe Grüße,

      Marlene

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  14. Hallo Marlene,

    ich mach es wieder so wie vorhin.
    "Man braucht nicht viel für eine gute, vegane Mahlzeit. Trotzdem weiß ich, dass viele damit schon überfordert sind, sie wissen nicht wie und sind ganz anders aufgewachsen. Kommen aus einer scheinbar anderen Welt. Weißt du was ich meine?"
    Oh ja, ich verstehe dich sehr gut. Bestes Beispiel heute, ein Paar beim Verlassen des Biomarktes "Boah, vegan ist ganz schön teuer!". Und was war im Einkaufswagen? Mandelmus, Quinoa und Co. :-/ Sie haben sich bestimmt ein Attila-Buch gekauft und waren zum ersten Mal einkaufen. Find ich immer sehr schade... Im November habe ich übrigens mal alle Kassenzettel gesammelt. Dazu folgt ganz bald ein Blogeintrag.

    "Bei Kakao und auch Bananen, eigentlich egal was davon, bin ich mir nicht sicher, wie fair das alles ist. Kann man glaub ich wirklich nicht nur auf Kaffee beziehen, oder?"
    Ich meine halt schon, dass ein Fairtrade Siegel mehr Sicherheit gibt, als keines. Genauso wie garantiert ein Einkauf im Biomarkt umweltfreundlicher ist als einer mit Discounter-Produkten. Aktuelles Beispiel: Kuhmilch. :-/
    Für meinen Teil bin ich fest vom "kleineren Übel" überzeugt. Weißt du was ich meine?

    Ich bin übrigens schon sehr gespannt auf den morgigen Tatort (http://www.daserste.de/unterhaltung/krimi/tatort/sendung/tatort-der-sanfte-tod-100.html) und das Presse-Echo dazu.

    Sonnengrüße,
    die Claudi

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