Mittwoch, 23. September 2015

Wie vegan ist vegan? Ein Gedankenaustausch am Beispiel einhorn Kondome

Hallo ihr Lieben,

es ist mal wieder an der Zeit für ein Thema das zum veganen Leben dazu gehört wie zu jedem anderen Leben auch ;-)

Über die "Verhütung aus sicht einer Veganerin" habe ich bereits geschrieben.

Auch habe ich mittlerweile öffentlich gemacht, wie ich mit der Mirena Hormonspirale auf die Schnauze gefallen bin. Other Nature aus Berlin war schon auf meinem Blog zu Gast. Meine Begeisterung über Menstruationskappen habe ich ebenfalls schon mit euch geteilt.

Heute geht es um Kondome. (Vegane) Kondome! 

 

Was ist an Kondomen denn bitte nicht vegan? Sie enthalten meist Casein, sprich Proteine aus Kuhmilch. Mehr dazu könnt ihr auf peta2.de nachlesen.

Für mich als Veganerin ist also klar: vegane Kondome müssen ins Haus bzw. die Wohnung.


Eine Freundin hat mir beim Grillen ohne Killen von einhorn vorgeschwärmt. Als ich mir die Website dann angeschaut hab war klar: Die brauch ich!


Also: Nicht den Jahresvorrat aber vier Packungen (weil ich mich nicht entscheiden konnte welches Design mir weniger gut gefällt) bestellt. Die Verpackungen sind ehrlich herrlich und jedes einzelne Kondom ist dann auch nochmal anders verspackt. Gleicht dem Öffnen von Glückskeksen ;-)

Nun geht es beim Thema vegan ja nicht "nur" um den Inhalt sondern auch immer noch um die Frage ob ein Produkt tierversuchsfrei ist. 


Glyde beispielsweise erwähnt überall, dass deren Kondome inhaltlich vegan sind. Ein Anruf dort und meine  Rückfragen haben ergeben, dass seit ca. 10 Jahren keine Tierversuche mehr durchgeführt werden. Für die ursprüngliche "Formel" jedoch schon.


Ich habe auch bei einhorn direkt nachgefragt und folgende Antwort erhalten, die ich hier mit euch teilen darf:

<<Du hast Recht, wenn man eine neue Kondomserie oder eine neue Formel der Inhaltsstoffe von Kondomen auf den Markt bringt, muss ISO 10993-1, ISO 10993-5 und ISO 10993-10 (Irritation & Sensitization) erfüllt sein. Bisher wird das meistens (oder immer?) an Tieren getestet. ISO 10993-10 ist natürlich zu erfüllen, wie man diese Irritations- & Sensibilisierungsnachweis erbringen muss, ist unseres Wissens nach nicht vorgegeben. Wir versuchen das gerade herauszufinden.

einhorn Kondome sind von der Formel her die gleichen Kondome, wie die andere Kondome aus dem Sortiment von unserem Kondomproduzenten Richter Rubber. Sprich, wie wir feststellen mussten, wurde der Vorfahre von einhorn Kondomen (im Jahr 2007) tatsächlich an Tieren getestet. Seit Richter Rubber für einhorn produziert, wurden sicher keine Tests an Tieren durchgeführt.
Wir haben in den letzten Wochen und Monaten sehr viel recherchiert, ob es Alternativen zu diesen Tiertests gibt und ob Tiertests zwingend notwendig sind. Wir sind hier auch in ständigem Austausch mit PETA. PETA ist auch über den aktuellen Stand bei uns informiert und weiß, dass der Vorgänger von einhorn Kondomen im Jahr 2007 an Tieren getestet wurde. PETA erlaubt Unternehmen dennoch die Nutzung des Vegan/Cruelty-Free Logos, wenn man versichert, künftig keine Tiertest mehr durchzuführen.   

Die Zukunft:
Weder wir noch unserer Partner Richter Rubber plant eine Änderung der Formel. Wir haben von unserem Partner Richter Rubber die Zusicherung, dass keine ISO Tests geplant sind.
Hier auch ein Blog-Beitrag, wo wir kurz unseren Rechercheprozess darstellen: https://einhorn.my/tierfreundliche-kondome/. Du siehst in jedem Fall ist bei uns Transparenz die oberste Priorität.>>

 

Ich fasse zusammen:
Für den Vorgänger der Einhörner wurden leider (bis) 2007 Tierversuche durchgeführt. Einhorn selbst hat keine in Auftrag gegeben und hat das in Zukunft auch nicht vor! Gleiches gilt für den Produzenten Richter Rubber.


Ich hab ja schon einmal über "Drei Dinge die in meinem Leben nicht öko/ vegan sind" geschrieben (und es sind bestimmt mehr als drei Dinge!!!!).

Gerne will ich die Berliner unterstützen, finde das Marketing genial, mag die Menschen die dort arbeiten (zumindest die mit denen ich nun schriftlich wegen meiner Recherche zu tun hatte). ;-)
Der YouTube Kanal ist der Oberhammer und auch auf Instagram und Facebook zu folgen macht sehr viel Freude. Die Einhörner sind zu 10% fair, nachhaltig UND tierfreundlich! Das sind schon mal ein Haufen Pluspunkte.

Am Wichtigsten jedoch:
Ich bin vom Produkt und dessen Qualität überzeugt.


Auch wenn es vielleicht nicht für jede*n von euch DIE 1.000%ig korrekte vegan-Lösung ist.

Nun lade ich euch herzliche zum Gedankenaustausch am Beispiel einhorn Kondome ein.

Wie vegan ist vegan?
Was sind eure Gedanken dazu? Wie seht ihr das?


  • Kauft ihr im Biomarkt ein obwohl es dort Fleisch gibt?
  • Benutzt ihr Zahnseide vom dm
  • Geht ihr in Restaurants zum Essen, die nicht rein-vegan sind?
  • Wascht ihr auch an Autobahnraststätten die Hände, auch wenn die Seife nicht vegan/ tierversuchsfrei ist?
  • Habt ihr Reitbeteiligungen, wie zwei vegane Freundinnen von mir?
  • Verwendet ihr Waschmittel das an Tieren getestet wurde?
  • Trinkt ihr auswärts auch mal Wein oder verwendet Essig, in dem Gelatine enthalten sein könnte?
  • Geht ihr auf die Wiesn?
  • Würdet ihr in einem Kaufhaus das auch Pelz im Sortiment hat einkaufen?
  • Lasst ihr euch Medikamente verschrieben, die an Tieren getestet wurden und (zusätzlich) bezüglich deren Inhalte nicht vegan sind?
  • Wie steht ihr zum Thema Kondome die urspürnglich einmal an Tieren getestet wurden? 

Fragen über Fragen. Und ich freu mich wahnsinnig auf eure Antworten!
Wie auch schon zum Thema vegane Zeitschriften will ich hier erneut festhalten:

Im Endeffekt sollte das gemeinsame Ziel nicht aus den Augen verloren werden. Meiner Meinung nach geht es beim Veganismus nicht um das Ego. Wir alle sollten wissen und bedenken warum wir das tun, was wir tun. Aus gesundheitlichen Gründen, für die Umwelt, oder - m.E. der schönste und beste Grund - für die Tiere und Menschen. 


Es stimmt mich sehr traurig, dass innerhalb der "guten" Kondomszene offensichtlich ein kleiner Kampf am Laufen ist wer die besseren/ veganeren/ faireren produziert.

Warum können nicht alle "Guten" gemeinsam Hand in Hand arbeiten?!?


Mir ist das hier genauso sehr ein Rätsel wie bei diversen Tierrechtsgruppen...



Sonnengrüße,
Claudi

Kommentare:

  1. Medikamente finde ich mit das schwierigste Thema. Ich nehme täglich Medikamente und da es schon schwer genug ist das richtige zu finden, dass bei mir wirkt, habe ich aufgegeben die vegane Variante zu suchen. Meine Medis sind nicht vegan.
    Ich lebe für mich vegan, achte bei Kosmetik, Putzmitteln uä, darauf dass es vegan ist. Ich gehe aber auch in Läden essen in denen es auch unveganes gibt. Ich lebe nicht in einer rein veganen Welt und arrangiereniere mich damit.

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    1. Gute Einstellung. Und bewundernswert, dass das so schaffst!

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    2. Hallo Jasmin,

      vielen lieben Dank fürs Teilen. Du handhabst das glaube ich ähnlich wie ich es tue.

      Sonnengrüße von Herzen,
      die Claudi

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  2. Ich halte derartige Diskussionen "Wie vegan ist vegan" für eher kontraproduktiv. Denn sie sind einer der Gründe, weshalb sich viele Menschen vom Veganismus distanzieren. Für alle, die versuchen ein bisschen vegan, nachhaltig, gut... zu leben in einer verdammt unveganen, umnachhaltigen, bösen... Gesellschaft ;-) https://www.youtube.com/watch?v=Ic_BQ6g2hp0

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    1. Hallo,

      Danke auch für deinen Kommentar.
      Glaubst du wirklich, dass sich viele Menschen distanzieren? Ich denke doch eher, dass es gut ist, wenn Veganer*innen zeigen, dass jede*r "Schwachstellen" hat?

      Sonnengrüße,
      die Claudi

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    2. Hallo Claudi,

      danke für deine Rückmeldung. Ja, das erfahre ich immer wieder in meinem Umfeld, dass "zu viel des Guten" eher Distanz als Nähe zu einem veganen Leben verursacht. Aus meiner Sicht sind VeganerInnen leider immer öfters Snobs beziehungsweise wirken zumindest auf Omnis als solche. Schade.

      Herzliche Grüsse

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    3. Guten Abend noch einmal,

      ja sehr gerne.
      Ich hatte deinen Kommentar auf den ersten Blick falsch verstanden. So nach dem Motto "Die Diskussion hier ist total daneben".
      Freut mich, dass du dich erneut gemeldet hast.

      Sonnengrüße und ein tolles Wochenende,
      die Claudi

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  3. Liebe Claudi,
    interessantes Thema. Also ich gehe auch z.B. bei Edeka einkaufen. Die haben mittlerweile ganz viele Bio und Vegan gekennzeichnete Sachen und ich finde das ist unterstützenswert. Genauso gehe ich auch in Omni-Restaurants solange die auch was veganes haben. Unbekannte Seife nutze ich nicht, da muss dann halt pures Wasser reichen, aber ich denke das ist auch ok. Mittlerweile trinke ich außerhalb Wasser, wenn ich nicht weiß, ob die Getränke mit Gelatine geklärt wurden. Bei Medikamenten ist das echt schwer. Ich frage immer direkt beim Arzt nach. Neulich brauchte ich eine Creme für eine Wunde und da haben wir zusammen ganz lange überlegt welche Grundlage pflanzlichen Ursprungs da ginge und dann musste ich das in der Apotheke so mit chemischen Wirkstoff bestellen. Aber ich habe z.B. noch alte Tabletten gegen Blasenentzündung hier, die ich neulich genommen habe. Da ist Laktose drin, aber neukaufen wollte ich auch nicht. Kondome haben wir auch von Glyde :-/
    liebe grüße

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    1. Hallo,

      mei vielen lieben Dank für deinen detaillierten Kommentar. Das freut mich sehr. Weil ich es ganz toll finde, wenn hier einige erklären und festhalten wie sie den Veganismus handhaben.

      Bei Medikamenten (die ich zum Glück seit ich vegan lebe erst ein, zwei mal gebraucht habe bzw. haben sonst wenigstens Globulis geholfen) stoße ich auch an meine Grenzen. Das kenne ich gut. Auch in meinen Globuli war übrigens Laktoce enthalten. Auch in Schüssler Salzen. Ich finde das so schade!

      Sonnengrüße von Herzen und noch einmal ein dickes DANKESCHÖN,
      die Claudi

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    2. Schüßler Salze gibt es auch ohne Laktose als Globulis aus Saccharose auf http://www.homoeopathieshop.com/ erhältlich.

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    3. Danke! War mir bisher nicht bewusst aber ich hab auch erst einmal welche genommen, nach der Entfernung der Mirena :-(

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  4. Das ist ein interessantes und schwieriges Diskussionsfeld... Ich stoße immer mal wieder auf Veganer/innen, bei denen das ganze in eine Art Fanatismus ausartet, verbunden mit einem "ich bin die tollste und alle anderen machen Mist" (-; Ich finde es wichtig, dass man zwar das bestmögliche tut entsprechend der eigenen Überzeugung und Wertvorstellung, aber man sollte sich dabei das Leben auch nicht schwer und kompliziert machen, und auch tolerant bleiben. Das Leben funktioniert nicht ohne Kompromisse. Und wenn man z. B. unterwegs ist und es da mal keine vegane Seife gibt etc. dann ist es eben mal so. Vielleicht sieht die Welt in Zukunft anders aus und es wird leichter werden, nach solchen Werten zu leben.

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    1. Hallo Bettina,

      vielen Dank für deinen Kommentar und deine Sichtweise. Ich finde, du hast das sehr gut zusammen gefasst. Beim Essen habe ich tatsächlich in den fast fünf Jahren noch nie eine "Ausnahme" gemacht - weil es hier keine "Ausnahmen" für mich gibt. Aber auch hier verstehe ich wirklich jeden, wenn es eben mal nicht so klappt.

      Alles Liebe und noch einen schönen Abend,
      die Claudi

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