Sonntag, 1. November 2015

Kuchen im Glas und meine Gedanken zum Weltvegantag

Hallo ihr Lieben,
wenn mich Firmen anschreiben und (am besten kostenlos) Werbung auf meinen Blog wollen, erhalten diese eine höfliche Antwort in der ich immer wieder das gleiche erkläre:
Ich stelle hier Produkte vor die ich selbst kaufe, oder Firmen von Freunden. Oder aber Dinge hinter denen ich zu 100% stehe.

Bei "Kuchen im Glas" stehe ich beispielsweise total - denn meine Chefin hat uns letztes Weihnachten mit Kuchen überrascht und den Veganerinnen vegane bestellt (süß, gell?). BOAH DER BROWNIE WAR SOOOO GUT!!!! Und das süße Weckglas habe ich noch immer im Einsatz.

Das mit angebotene kostenlose Probeexemplar habe ich also dankend abgelehnt und mach hier einfach so aus Überzeugung Werbung denn:

<< Der Weltvegan Tag steht an und wir haben eine ganz wunderbare Aktion sodass es am 01.11.15 unsere veganen Sorten vergünstig im Onlineshop geben wird, statt der regulären 8,90 € gibt es den Kuchen im Glas für nur 5,00 € >>

https://www.kuchen-im-glas.com/
Hier kommt ihr direkt zu den veganen Sorten und ich wünsche euch viel Spaß beim Kuchen-Shopping ;-)

Heute ist also Weltvegan Tag. 2011, 2012, 2013, 2014, 2015 .... Mein fünfter. Am 10.01.2016 lebe ich dann nun tastächlich schon fünf Jahre lang vegan. Der Wahnsinn.

Ich hab mir überlegt, dass ich den heutigen Blogeintrag nutzen will, um euch mal eben mitzuteilen, was sich seit dem in meinem Kopf so verändert hat... Das Praktische an diesem Blog - ihr könnt die Phasen wenn ihr wollt hier alle nachlesen ;-) Muss aber nicht sein... Gar nichts muss - aber alles kann ;-)
Am Anfang hatte ich privat Buttons an meinen Taschen, Shirts mit veganer Aussage, auf den Einkaufsbeutel standen entsprechende Hinweise. Ich hätte es am liebsten in die Welt hinausgeschrien, dass ICH ja nun vegan bin - und am liebsten von jedem Menschen der mir begegnete gewusst, warum er/sie es nicht ist.

Diese Phase dauerte mindestens ein halbes Jahr an - wenn nicht länger.


Zwischen März und September 2011 hatte ich keinen Hund und war auch dementsprechend oft auf diversen Veranstaltungen in München hinter dem PETA Stand zu sehen.

Dann ging es im Frühjahr ein Stück weiter und monatelange rohvegane Ernährung folgte. Hier drehten sich meine Gedanken sehr ums Essen. Was "darf" ich noch? Was "darf" ich nicht? Ist Miso roh? Meine Erfahrungen und Erlebnisse durfte ich in meinem Buch festhalten.

Im Sommer 2012 war ich auf dem VEGAN (damlals noch Veggie) STREET DAY in Dortmund. Total fasziniert von all den Schlemmereien und tollem Menschen.

Doch im Mai 2015 hatte ich nun auf der Veggie Expo in München zum ersten Mal das Gefühl "Es ist doch irgendwie immer wieder das gleiche"? Kennt ihr das? Ich freu mich immer wieder sehr die Szene zu sehen. Aber mir geht es mittlerweile viel mehr darum die MENSCHEN hinter den Ständen zu treffen als ihre Produkte.

Wenn ich Schuhe brauche, kaufe ich sie mir. Meine Lebensmittel finde ich alle im Biomarkt. Durch mein Glück in München daheim zu sein, habe ich keinerlei Problem damit, auswärts veganes Essen zu finden. Sei es unterwegs oder bei Restaurantbesuchen. Vegane Klamotten? Dank DearGoods und Veganista kein Problem.

Ich freue mich über die vielen Messen, darüber, dass die Besucherzahlen Jahr für Jahr steigen. Es macht mich happy, dass der Veganismus offensichtlich immer noch mehr Zuspruch findet. Doch ich beobachte das alles mittlerweile entspannt "von außen".

Ähnlich ist es mit meinen Gedanken. Am Anfang drehten sie sich 24/7 um vegan. Doch das nahm nach und nach ab. Je mehr ich mich zurecht gefunden habe, weiß was ich esse, trinke, kaufe, umso weniger denke ich daran. 


Und jetzt? Fahr ich in den Europapark (Blogeintrag folgt) und bin mit ein paar Riegeln für den Notfall-Hunger happy. Ich weiß, dass ich mit Pommes, Nudeln, Salat problemlos satt werden kann. Ich habe aufgehört ganze Koffer an Essen mit zu schleppen.

Vegan ist ein selbstverständlicher Teil meines Lebens geworden. 


So wie Zähne putzen, Schuhe binden, mit Finn spazieren gehen. Die Faszination hat nachgelassen. Ich weiß warum ich so lebe. Und werde auch von außen mittlerweile wesentlich entspannter angesprochen. Oder die Reaktionen sind viel lockerer als sie noch 2011 waren.

2013 habe ich mir sooo sehr einen veganen Freund gewünscht. Und heute? Ich weiß nicht ob ich einen Fleischesser an meiner Seite haben könnte. Weil meine vegane Wohnung ist mir ehrlich gesagt schon sehr wichtig. Also sprich: Würde ich mich in einen alles essenden Mann überhaupt verlieben? Keine Ahnung... Schauen was passiert. Hängt mit Sicherheit auch von der Entspanntheit und Offenheit des Partners ab? Und nicht nur von meiner.

Denn ich hatte noch nie ein Problem damit, wenn am gleichen Tisch Tiere gegessen werden. Natürlich ist es mir lieber nicht neben einem Hendl oder Steckerlfisch zu essen. Oder Leberkäse und Wurstsalat zu riechen, während ich meinen Buchweizen genieße. Aber - es ist ok. Leben und leben lassen. Ich werde akzeptiert und ich akzeptiere.


Jedenfalls: VEGAN ist in aller Munde. Und das freut mich sehr!


Lasst mich gerne eure Gedanken wissen dazu wissen, wie lang seid ihr schon vegan? Welchen Platz hat der Veganismus in eurem Leben? Wie fühlt ihr euch dabei?

Ich wünsche euch allen, ob vegan oder nicht, einen wundertollen WELTVEGANTAG.

Sonnengrüße von Herzen,
Claudi

P.S.: Noch ein Veranstaltungs-Hinweis:
Die Wildkräuter Fachfrau meines Vertrauens, Christine Volm von wildundroh, Veranstaltet am 08.11. in München eine Exkursion. Sehr empfehlenswert, ich war auch schon dabei.
Und wenn mich nicht Dave Grohl besingen würde, wäre ich glatt schon angemeldet ;-) Mehr Infos unter: https://www.facebook.com/events/1646275528946776/

Kommentare:

  1. Hallo Claudi!

    Das ist spannend, deine Entwicklung nachlesen zu können! Den Gedanken mit dem "immer das Gleiche" hatte ich auch schon einige Male. Früher fuhr ich zum Beispiel extra zum veganen Weihnachtsmarkt. Dieses Jahr würde ich deswegen nicht mehr speziell irgendwo hinfahren...

    Ich habe Anfang 2012 angefangen mich vegan zu ernähren. Schon von Anfang an habe ich es allerdings nicht geschafft ganz konsequent zu sein und das hat mir immer ein total schlechtes Gefühl bereitet. Aber weniger den Tieren gegenüber als mir selbst gegenüber, weil ich es nicht schaffte, konsequent zu sein.

    Heute habe ich das akzeptiert, dass ich nicht immer überall nur vegan essen will. Ich ernähre mich zu 95% vegan, aber wenn ich ab und zu mal etwas nicht Veganes esse, ist das für mich ok. Meistens bin ich von der veganen Alternative überzeugt, aber nicht immer. Das wird ganz schön am Beispiel Honig. Dazu habe ich einen langen Blogpost geschrieben: https://vegrichtung.wordpress.com/2015/10/10/honig-bienen-iii/ .

    Also, ich mache mir über jedes Produkte meine eigenen Gedanken, wie ich dazu stehe. Es kommt mir nicht darauf an sagen zu könne, dass ich vegan "bin" (falls man das überhaupt sagen kann), sondern darauf, im Großen und Ganzen möglichst ethisch zu essen/konsumieren.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag!

    Sonnige Grüße,
    Heike

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  2. Guten Abend Heike,

    vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Hab mich sehr gefreut heute und finde es schön, dass du so rangehst.
    Wichtig ist doch, dass es sich für dich gut anfühlt. Das meine ich rauszulesen.

    Sonnengrüße aus München,
    Claudi

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