Donnerstag, 25. Mai 2017

Podcast #007 - Embrace - Meine Gedanken zum Film von Taryn Brumfitt

Hallo ihr Lieben,

nachdem ich schon so viel (Kontroverses) darüber gehört und gelesen hatte, wollte ich mir meine eigene Meinung bilden und hab mir den Film "Embrace" auf DVD bestellt.


Einerseits finde ich, dass wir nun mal in diesem einen Körper geboren sind. Er uns unser ganzes Leben lang begleiten wird. Anstelle ständig an ihm rumzumeckern wegen (letzten Endes von irgendwem definierten) Schönheitsmerkmalen, sollten wir lernen ihn zu akzeptieren und zu lieben. Unter anderem dafür, dass er hoffentlich gesund ist.

Andererseits beziehe ich dies nicht auf ungesundes Übergewicht - das ich mit vermutlich 80kg bei 1,62m Körpergröße definitiv hatte.

Wenn du weitere Details zu meiner Meinung wissen willst, hör dir die aktuelle Folge von "Friede Freude Süßkartoffel" an:




Hier die Shownotes:
Blogeintrag "Was Veganerinnen lesen"
Infos über den Brunch im soham

Und noch der Trailer zum Film:




Ich bin sehr dankbar dafür, dass man die DVD auch ohne deutsche Untertitel anschauen kann.

Und für euch :-)

Sonnengrüße von Herzen,
Claudi

Kommentare:

  1. Liebe Claudi,

    vielen Dank für Deine Gedanken zum Film "Embrace" – wie auch Du (ich hoffe, Dich richtig verstanden zu haben) sehe auch ich „Body Positivity“ bei ungesundem Übergewicht kritisch.

    Ich habe „Embrace“ gesehen und bin überzeugt, dass die kommende Generation unter dem voranschreitenden Narzissmus und dem ständigen Fokus auf den Körper (danke, soziale Medien und Selfies!) noch mehr leiden wird.
    Doch nach anfänglichem zustimmenden Nicken habe ich irgendwann gestutzt ob der Normalisierung eines übergewichtigen Äußeres. U.a. passiert das auch in den Medien durch ein überzogenes Bild davon, was Übergewicht überhaupt ist, sodass sich Menschen, die nicht in die Kategorie von 100kg+ fallen, gar nicht erst als ungesund übergewichtig empfinden.

    Mich hat dieser Gedanke nicht losgelassen und ich habe mich gefragt, ob man nicht in Zeiten von "Body Shaming" und "Body Positivity" auch einen kritischen Blick auf die populäre Meinung über einen vermeintlichen "Magerwahn in der Gesellschaft" werfen darf (als ehemals übergewichtige und unglückliche Teenagerin war ich irgendwann einfach nur froh, irgendwo ein wenig Selbstliebe gefunden zu haben – darum hat sich der „moppelige“ Teenager in mir erst einmal dankend auf den Film „Embrace“ gestürzt).

    Ich bin schließlich auf den Blog "Fettlogik überwinden" von Nadja Hermann gestoßen, die auch ein gleichnamiges Buch rausgebracht hat. In einem aktuellen Artikel auf ihrem Blog (https://fettlogik.wordpress.com/2017/06/13/uebergewicht-mediale-darstellung-und-realitaet/) verweist sie auf einen Beitrag von ihrem alten Blog aus dem Jahr 2015. In diesem Beitrag mit dem Titel "Magerwahn und Schlankheitshorror" (https://erzaehlmirnix.wordpress.com/2015/01/12/magerwahn-und-schlankheitsterror/) schrieb sie bereits damals:

    "Unter dem Deckmantel der „Körperakzeptanz“, „gegen Magerwahn“ und „für ein positives Körperbild“ wird uns zunehmend ein Bild von Normalität geliefert, das ungesund ist.

    Es geht mir persönlich nicht darum zu sagen „Jeder muss Normalgewicht haben!!!“, wer sich mit leichtem Übergewicht, Adipositas oder morbider Adipositas wohl fühlt soll absolut das Recht haben, dies ungestört zu leben (spontaner Gedanke: Wer würde es ähnlich positiv fiden wenn ich schriebe „Wer sich abgemagert wohl fühlt soll das eben leben“?), aber es ist doch ziemlich heuchlerisch wenn wir alle ach so besorgt sind was diese Magermodels anrichten und gleichzeitig ein ebenso ungesundes Körperbild promoten, nur weil die Mehrheit der Menschen sich darin widerfindet."

    Ich bin wahrscheinlich anders als die meisten ZuschauerInnen dankbar dafür, dass ich nun aufgrund dieses Filmes der alltäglichen Präsenz von Körperbewusstsein und der Normalisierung von Übergewicht gegenüber sensibilisiert wurde und dem kritisch gegenüberstehe.

    Der Film hat trotzdem natürlich immer noch Teile, an denen ich zustimmend nicken muss, denn eine Auseinandersetzung mit dieser Thematik ist kompliziert und man kann nicht zu 100% recht oder unrecht haben. Ich muss definitiv zustimmen, dass wir aufhören sollten, unsere Körper zu hassen und als unvollkommen im negativen Sinne zu betrachten und ganz im Zeichen der "Will-Sofort-Haben"-Kultur Diäten als "die" Lösung zu sehen.

    Wir sollten aber Selbstliebe auch nicht als Fluchtweg aus der Verantwortung gegenüber unserer Gesundheit missbrauchen.

    Liebe Grüße,
    Nika

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Nika,

    vielen Dank für deinen wundertollen Kommentar. Ich freu mich sehr und du sprichst mir aus der Seele.

    Deine Meinung teile ich 1:1 - daher brauche ich nicht viel mehr dazu schreiben.

    Alles Liebe für dich und Sonnengrüße von Herzen,
    Claudi

    AntwortenLöschen